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Valley View 
Smart City: Eine Oase für neue Ideen

San Francisco: Eine solch wachsende Stadt bringt neue Herausforderungen mit sich. (Bild: Keystone)

Eine Stadt soll nicht nur ein Ort sein, wo Probleme wie Umweltverschmutzung, Energieknappheit und Abfallhäufung entstehen. Die heutige Zeit erwartet neue Technologien - Smart City heisst die Lösung.

Von Christian Simm
17.12.2013

San Francisco ist mit 825’000 Einwohnern die am zweit-dichtesten besiedelte Stadt der Vereinigten Staaten. Seit 1995 ist die Bevölkerung um 10 Prozent gestiegen. Solch eine wachsende Stadt bringt neue Herausforderungen mit sich: Von steigendem Energieanspruch über den Bedarf nach günstigem wie zweckmäßigem Wohnraum hin zur Notwendigkeit belastbarer Verkehrskonzepte. Diese bestimmen die zukünftigen Anforderung und damit die Komplexität der Gestaltung des städtischen Lebensraumes.

Neue digitale Systeme und Infrastrukturen bieten Lösungen für jene Probleme, die mit dieser Art von Wachstum verbunden sind. Diese öffnen auch neue Türen für das Silicon Valley. Das Marktpotential für Smart-City-Technologien wird auf 3,3 Milliarden US-Dollar in den nächsten zehn Jahren geschätzt.

Eine smarte Stadt

Smart City steht für die stetig wachsende und dynamische Stadt mit intelligenten Lösungen für die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Das Ziel ist der nachhaltige Umgang mit Ressourcen, um die ökologische, ökonomische und soziale Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit einer Stadt sowie die Optimierung von Informationsflüssen zu sichern. Dies gelingt mit Hilfe neuer Innovations- und Kommunikationstechnologien. Laut Wim Elfrink, Chief Globalisation Officer von Cisco, ist das Ziel «die Technologie als Teil eines ganzheitlichen, service-orientierten Ansatzes zur Revitalisierung und Modernisierung von Städten zu sehen».

Smart People

Smart City steht nicht nur für Top-down-Planung, sondern vor allem auch für grössere Kreativität und mehr ziviles Engagement bei der Suche von Lösungen von urbanen Problemen. Denn eine Smart City braucht auch smarte Bürger. Die sind nämlich die Pioniere, wenn es um technologische Möglichkeiten für Städte und Menschen geht. Viele Bürger haben das Knowhow, um Prototypen und Apps für Smartphones herzustellen, die das Leben im städtischen Ökosystem leichter machen und die Lebensqualität erhöhen.

Das Vernetzen von Ideen kann unsere Städte als Ganzes intelligenter gestalten. Dies hat auch Edwin Lee, der Bürgermeister von San Francisco, erkannt. Er hat das Office of Civic Innovation (deutsch: Büro für Zivil-Innovation) ins Leben gerufen. Dazu gehört auch die interaktive Online-Plattform, in der Bewohner ihre Ideen für eine bessere Stadt darlegen können. Die Stadt kann so, in Zusammenarbeit mit den Einwohnern, Unternehmen und der Verwaltung, kostengünstig die besten Verbesserungsideen fördern.

Neue Mentalität

Das Ziel ist es, den urbanen Dschungel in einen digitalen und oft auch experimentellen Spielplatz mit vielen verschiedenen Smartphone Apps und Hardware-Prototypen zu verwandeln, in der Menschen globale Ideen für lokale Lösungen finden können. Es ist demnach nicht verwunderlich, dass viele Startups in Tech-Zentren wie San Francisco sich auf Software- sowie Hardware-Innovationen für Städte spezialisieren. Lemnos zum Beispiel ist ein Inkubator, der sich auf Dienstleistungen für Unternehmen im Bereich urbane Innovation fokussiert.

Das Urban Prototyping Projekt inspiriert weltweit Leute, mit Design, Kunst und Technologie ihre Städte zu verbessern. Am Urban Prototyping Festival werden die nächsten Generationen von Softwarelösungen für urbane Probleme präsentiert. Mit der amerikanischen „can-do“ Mentalität wird hier an verschiedenen Prototypen gebastelt.

In San Francisco gibt es verschiedene lokale Ansätze, die den Weg in die digitale Zukunft führen sollen. Das Pilotenprojekt von Paradox Engineering, ein Tessiner Unternehmen und Gewinner des Cities Pilot the Future Award, ist eines dieser Beispiele: Um Energiekosten zu sparen, wurden Sensoren in San Franciscos Strassen installiert, welche nur wenn nötig und auf Signal die LED-Beleuchtungen einschalten. Ein anderes Beispiel sind intelligente Parkuhren, welche Informationen über freie Parkplätze kabellos zu Autofahrern übertragen. Dies schont nicht nur die Nerven der Autofahrer, sondern auch die der Umwelt.

Blick in die Zukunft

Viele Smart-City-Technologien und die benötigten Sicherheitsmassnahmen befinden sich noch in ihren Testphasen. Die Smart City kann nämlich auch ein Angriffsziel für Saboteure werden. Deshalb gehören Sicherheit und Funktionsfähigkeit der Informations- und Kommunikations-Infrastrukturen zu den Schlüsselbegriffen der Smart City.

Prognosen der Weltgesundheitsorganisation besagen, dass im Jahre 2030 rund 60 Prozent der Menschheit in Städten wohnen wird. Um das Leben in urbanen Regionen zu  erleichtern, müssen wir die Intelligenz der einzelnen Städte zusammenbringen, sodass ein Wissensaustausch innerhalb und ausserhalb der Smart City entsteht. Eines ist sicher: die Smart City ist ein stetig wachsender Prozess und ihre Vernetzung ist schon jetzt nicht mehr wegzudenken.

 

* Christian Simm ist Gründer und CEO von swissnex San Francisco. Mitarbeit: Claudia Wilopo.

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