Daniel Wild hat bei der Credit Suisse die neu geschaffene Position des globalen Leiters ­Environmental, Social and Governance (ESG) Strategy übernommen. Abgeworben hat ihn die CS von RobecoSAM, einem Pionier in der nachhaltigen Vermögensverwaltung.

Die Personalie ist ein Puzzleteil in einem Trend, der unaufhaltsam immer weitere Teile der 80 Billionen Franken grossen Industrie der Geldanlage einnimmt. Wie eine neue Studie von GSIA zeigt, werden weltweit bereits knapp 31 Billionen Franken nach ökologischen und sozialen Standards sowie nach Kriterien der guten Unternehmensführung angelegt. Das sind 34 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Europa hat die Nase vorn – noch vor den USA.

«Thema ist enorm relevant»

Immer mehr Finanzprodukte drängen auf den Markt. Kaum ein Vermögensverwalter, der nicht schon auf den ESG-Zug aufgesprungen ist. Bei der UBS hat Präsident Axel Weber die Nachhaltigkeit vor Jahren zum Leitmotiv gemacht. «Das Thema ist aktuell für Banken und Asset Manager und Investoren enorm relevant», sagt Manfred Stüttgen vom Institut für ­Finanzdienstleistungen Zug IFZ. Laut seinen Recherchen waren Mitte 2018 in der Schweiz 423 Fonds ­zugelassen, die auf Nachhaltigkeit setzen, 87 mehr als ein Jahr zuvor.

Die Expertise hält mit dem rasanten Wachstum nicht immer mit. Auch einheitliche ESG-Standards fehlen. Wer glaubt, dass der Trend bald wieder verschwinde, dürfte aber falsch liegen. «In fünf Jahren sind ESG-Kriterien wohl in sämtlichen Bereichen der Vermögensverwaltung integriert. ESG ist dann keine Besonderheit mehr, sondern Alltag», sagt Erich Gerth, CEO des britischen, auf Obligationen fokussierten Vermögensverwalters BlueBay

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