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XXXLutz: So mischen die Österreicher den Schweizer Möbelmarkt auf

XXXLutz-Konzernchef Andreas Seifert hat sich binnen vier Jahren zum Schweizer Möbelkönig hochgekauft. Und überholt nun Ikea. Die Österreicher profitierten dabei von den hierzulande schwach geführten Möbelhäusern.

Bastian Heiniger

XXXLutz Einrichtungshaus (KEYSTONE/CHROMORANGE/Ernst Weingartner)

GIGANTISMUS: XXXLutz stellt bis zu 30 Meter hohe Stühle vor die Filialen.

Keystone

Plötzlich tauchte er auf. Der Patron soll etwas müde gewirkt haben, als er Ende Jahr eine Schweizer Mömax-Filiale besuchte. Andreas Seifert, Chef und Inhaber der österreichischen XXXLutz-Gruppe, oft als «Phantom» bezeichnet, weil keine öffentlichen Fotos existieren und ihn selbst die meisten Branchenkenner nie zu Gesicht bekommen, ging zusammen mit Tochter und Filialleitung durch die Ladenflächen, stellte Fragen, machte Notizen.

Die Mitarbeitenden waren enttäuscht, dass der 67-Jährige mit ihnen keinen Schwatz hielt. Seifert aber ist nicht bekannt für Ansprachen. Weder vor dem Personal noch vor sonst wem. Sie dürften ihn ohnehin schnell wieder vergessen haben. Beschrieben wird er nämlich als ein eher kleiner, unauffälliger Mann ohne besonderen Merkmale; langer Mantel, keine Krawatte, keine Allüren, ein bodenständiger Macher. Zwar habe er Anweisungen für Verbesserung gegeben, doch wie ein Kontrolleur sei er nicht rübergekommen, sagt eine Person, die dabei war, aber nicht namentlich genannt werden will.

Anonym bleiben, das wollen die meisten der mehr als ein Dutzend Insider und Branchenkenner, mit denen BILANZ gesprochen hat. In der Möbelwelt herrscht ein diffuses Gefühl aus Angst, Respekt und Bewunderung. Verscherzen will es niemand mit dem Möbelkönig aus dem östlichen Nachbarland. Wie schnell XXXLutz die Schweiz überrollte, ist beispiellos in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte. Binnen vier Jahren hat sich Seifert hierzulande zum grössten Möbelhändler hochgekauft. Mit der XXXLutz-Filiale in Rothrist, mit Pfister, Mömax, Hubacher, Egger, Svoboda, Conforama und bald Lipo kommen die Österreicher auf 73 Filialen.

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