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Sneakers

Worauf es bei Kult-Sammlerstücken ankommt

Die Preise für gehypte Turnschuhe kennen kaum eine Grenze. Eingefleischte Sammler zeigen, worauf es ankommt.

Bastian Heiniger

Sneakersammlerin Jess Huber aus Zürich. (Bilanz 02/22)

SAMMLERIN: Frauen sind in der Sneakerszene noch immer deutlich in der Minderheit. Eine von ihnen ist Jess Huber aus Zürich.

Ella Mettler für BILANZ

Ein dekoratives Buch auf dem Coffeetable? Nicht bei Simon Graf. Auf dem Salontisch in seiner Wohnung in Zürich stehen Dunks, Air Forces oder Jordans, Sneakers der US-Marke Nike. Auch sonst stapeln sich im Wohnzimmer Schachteln mit dem ikonischen Swoosh, an den Wänden, auf Regalen, auf dem Pult.

Für das Foto macht der 33-Jährige etwas, das er nur ungern tut: Er geht in die Hocke. «Davon könnten die Schuhe unschöne Knicke erhalten», erklärt er. Echte Sneakerheads, wie sich die Sammler bezeichnen, ziehen deshalb selbst beim Heiratsantrag den Schuh aus; zumindest am Bein, mit dem sie niederknien.

Diverse Aufnahmen, die im Internet kursieren, belegen das Phänomen. Es ist Ausdruck einer Manie um Turnschuhe, die jüngst in irrsinnigen Preisentwicklungen gipfelte. Für Aufregung sorgt aktuell ein Sneaker, der vom kürzlich verstorbenen Designer Virgil Abloh kreiert wurde und als Kollaboration zwischen Nike und Louis Vuitton in diesen Tagen bei Sotheby’s versteigert wird. Geboten werden für die auf 200 Stück limitierten Treter mehrere tausend Franken. Es dürfte eine gute Investition sein.

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