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Behörden vs. Grossbank

Wie viel Eigenkapital braucht die UBS?

Ein starker Finanzplatz braucht eine starke Grossbank. Doch die Behörden schlagen lieber auf sie ein. Es ist ein lähmender Regulierungsstreit.

Dirk Schütz

Prügelknabe UBS: Karin Keller-Sutter, Stefan Walter (u.r.), Martin Schlegel (o.r.), Aymo Brunetti: die Grossbank im Visier.

Prügelknabe UBS: Karin Keller-Sutter, Stefan Walter (u.r.), Martin Schlegel (o.r.), Aymo Brunetti: die Grossbank im Visier.

kornel.ch für BILANZ

Wer den Startschuss zum Showdown zwischen der Grossbank und den Behörden gab, bleibt offen für Interpretationen. War es die schneidige Replik von UBS-Chef Sergio Ermotti («eine Provokation») an einem Forum Ende Januar? Der PUK-Bericht zum CS-Aus vor Weihnachten mit seinem angeschwollenen Unmutspegel gegen böse Banker? Die harsche Haltung des Finma-Sheriffs Stefan Walter («Wir haben kein Mandat für die Wettbewerbsfähigkeit des Finanzplatzes»)?

Bei genauer Betrachtung ist die Sachlage jedoch weniger umstritten: Es war ein Satz der Finanzministerin, der die Debatte um die UBS-Regulierung zu einem Duell zwischen der staatlichen Dreifaltigkeit Finanzdepartement, Nationalbank und Finma und der letzten Schweizer Grossbank hochschaukelte. Am 10. April letzten Jahres hatte Karin Keller-Sutter den zweijährlichen Bericht des Bundesrats zur Bankenstabilität vorgelegt, doch das Echo zu den 22 Massnahmen war verhalten: Zu zahm, zu bankennah – eine Einschätzung, die so gar nicht korrespondierte mit dem Selbstbild der starken Frau im Bundesrat, die die CS-Krise so heldinnenhaft gemeistert hatte. Ihr spärlich geschätzter SVP-Vorgänger Ueli Maurer galt eher als Fan denn als Kontrolleur der Banken, und von ihm wollte sie sich maximal distanzieren. Der Vorwurf der Bankennähe war ein Stich.

<p>Flexible Finanzministerin: Karin Keller-Sutter reichte das heikle Dossier ans Parlament weiter – statt selbst zu entscheiden.</p>

Flexible Finanzministerin: Karin Keller-Sutter reichte das heikle Dossier ans Parlament weiter – statt selbst zu entscheiden.

Maurice Haas/13PHOTO
<p>Flexible Finanzministerin: Karin Keller-Sutter reichte das heikle Dossier ans Parlament weiter – statt selbst zu entscheiden.</p>

Flexible Finanzministerin: Karin Keller-Sutter reichte das heikle Dossier ans Parlament weiter – statt selbst zu entscheiden.

Maurice Haas/13PHOTO
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Dirk Schütz

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