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Zwischen Hype und Herausforderungen

Wie geht der Tesla-Wahnsinn weiter?

Auch nach dem Crash ist Tesla der mit Abstand wertvollste Auto­konzern. Die Aktie ist vor allem eine Wette auf das Cybertaxi und Roboter.

Erich Gerbl

<p>Investorenschreck: Elon Musk sagt Tesla eine epische Zukunft voraus. Doch wegen seines politischen ­Engagements suchen Investoren und Käufer das Weite.</p>

Investorenschreck: Elon Musk sagt Tesla eine epische Zukunft voraus. Doch wegen seines politischen Engagements suchen Investoren und Käufer das Weite.

Bloomberg

Beim letzten Investoren-Call hat Elon Musk wieder heftig fantasiert. 2026 werde episch, 2027 einfach lächerlich gut. Weil die Tesla-Flotte bald autonom fahre, stehe der Menschheit nichts weniger als der grösste Wertzuwachs in ihrer Geschichte bevor. «Es ist möglich, dass Tesla in Zukunft mehr wert ist als die fünf nächstgrösseren Unternehmen zusammen», fieberte Musk.

Einige Wochen später wurde der Tesla-CEO und -Grossaktionär zurück auf den Planeten Erde geholt. Im Januar brach der Absatz in Europa um fast die Hälfte ein. Im Februar verschärfte sich die Lage. In Deutschland kam das Geschäft mit einem Minus von 76  Prozent beinahe zum Stillstand. In Scharen laufen Tesla nicht nur die Käufer, sondern auch die Investoren davon. Von Jahresbeginn bis Mitte März verlor die Tesla-Aktie knapp die Hälfte ihres Wertes. Eine Marktkapitalisierung von 500 Milliarden Dollar wurde ausradiert.

Die Gründe für den Käuferstreik scheinen klar. Mit der Unterstützung von Donald Trump kamen schon einige potenzielle Kunden schwer zurecht. Die offene Wahlwerbung für die in Teilen rechtsextreme AfD ging nicht nur Deutschen zu weit. Den Bogen hat der 53-Jährige mit den Hitlergruss-ähnlichen Gesten komplett überspannt. In den USA stösst die aggressive Art, mit der Musk die Verwaltung stutzt, auf Widerstand. Teslas und Supercharger gingen dort in Flammen auf.

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Erich Gerbl

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