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Von Klaus Schwab bis Sepp Blatter: Warum langjährige Chefs ihren Abschied bis zum Eklat hinauszögern. Und wie das Projekt Übergabe gelingt.
Wenn der Patron das Zepter nicht loslassen kann. (Diese Illustration wurde von einem KI-Modell generiert und von einem Menschen überprüft und finalisiert)
Tessy RuppertEr hätte Ehrenmitglied werden können – verabschiedet mit Medaille, Pomp und würdigem Applaus. Stattdessen läuft eine Untersuchung gegen WEF-Gründer Klaus Schwab. Sein Image ist beschädigt, und auch sein Lebenswerk leidet unter den Negativschlagzeilen. Die zentrale Frage: Warum trat Schwab nicht früher zurück? Mit 87 Jahren spielen andere Golf, entspannen auf ihrem Weingut oder besuchen den Zoo mit den Enkelkindern. Schwab nicht. Er streitet nur noch.
Der Grand Old Man des WEF ist nicht der einzige Patron, der seinen Rücktritt so lange hinauszögerte, bis es zum Desaster kam. Nur vier Tage nach seiner Wiederwahl als Fifa-Präsident trat der damals 79-jährige Sepp Blatter zurück – umgeben von verhafteten Fifa-Funktionären und begleitet von Anklagen. Erst diesen März, neun Jahre später, wurde Blatter in zweiter Instanz freigesprochen.
Auch US-Präsident Joe Biden hielt trotz offensichtlicher Altersschwäche hartnäckig an seiner Kandidatur fest, bis der Druck zu gross wurde. Die Wahl gewann schliesslich Donald Trump, der mit 78 Jahren ebenfalls nicht an Rücktritt denkt. Was treibt diese Patrons an? Warum klammert der alte weisse Mann so lange, bis es zu spät ist?
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