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Technologie

Warum das Metaverse noch lange Fiktion bleibt

Das Thema Metaverse hält die Wirtschaft in Atem. Die Schweiz ist an vorderster Front dabei. Doch die virtuelle Realität bleibt noch lange Fiktion.

Marc Kowalsky

Illustration Metaverse (Bilanz 03/22)

ENDLOSE WEITEN Avatare, Brillen und Pastellfarben sind typisch fürs Metaverse.

Mario Wagner / 2Agenten für BILANZ

Die Aussicht aus dem Sitzungszimmer ist spektakulär: idyllische grüne Wiesen und einzelne majestätische Tannen, weit unten ein See, überspannt von einer elegant geschwungenen Brücke, im Hintergrund mächtige Berge. Rasmus Dahl (55) hat gegenüber am Konferenztisch Platz genommen. Der Chef der Zürcher Niederlassung von Meta, jener Firma, die bis vor Kurzem noch Facebook hiess, hat die dunkelbraunen Haare akkurat geschnitten, auch im Februar trägt er ein kurzes blaues Poloshirt.

Dahl hat sich die Mühe gemacht, das BILANZ-Logo aufs Whiteboard zu beamen, nun beantwortet er freundlich meine Fragen. Doch bereits nach kurzer Zeit überkommt mich ein leichtes Übelkeitsgefühl, bald fange ich an zu schwitzen. Dass Dahls Körper an der Gürtellinie zu enden scheint, irritiert mich ebenso wie sein Stuhl, der offensichtlich über dem Boden schwebt. Und was zum Teufel soll dieser seltsame rosa Hirschkopf an der Wand mit der gewaltigen Brille?

Willkommen im Metaverse. Das ist sie also, jene virtuelle Realität, welche die physische und die digitale Welt vereinen soll. Dreidimensional statt auf dem Flachbildschirm, verkörpert statt abgebildet, mittendrin statt nur dabei. 30 Jahre nach dem Durchbruch des Internets, 15 Jahre nach der Smartphone-Revolution scheint die Tech-Welt endlich ihr Next Big Thing gefunden zu haben.

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