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Gregor Greber und seine Veraison: Wenig Geld, viel Lärm

Mit markigen Forderungen treibt Gregor Greber Börsenfirmen vor sich her. Mit seiner Art macht er sich kaum Freunde. Sein Erfolg ist bescheiden.

Marc Kowalsky

Porträt von Gregor Gräber, Gründer und CEO von Veraison.

Guter Riecher: Gregor Greber hat einen Blick für Firmen, die unter ihren Möglichkeiten laufen.

Joel Hunn für BILANZ

Der Mann trägt die Insignien des Erfolgs: die Uhr von Hublot, der Ehering von Bulgari, die Schuhe von Tod’s, der Autoschlüssel von Mercedes. Seine Initialen prangen viel zu gross auf seinem Poloshirt. Hier kommt einer, der weiss, wie es geht, der den richtigen Riecher hat für Investments, der an der Börse ein Vermögen gemacht hat. Zumindest sieht es so aus.

Gregor Greber, Gründer und Chef der aktivistischen Investmentgesellschaft Veraison, ist eine auffällige Erscheinung. Und das nicht nur wegen seines Äusseren. Beim Backwarenhersteller Aryzta ist er mit 20 Prozent eingestiegen. Jetzt fordert er einen Strategiewechsel und will dazu zwei eigene Leute in den VR bringen. Ausserdem ist Veraison, französisch gesprochen und Begriff für den Beginn der Reifephase im Weinbau, beim Technologiehersteller Ascom, beim Wäscheproduzenten Calida, bei der Automatisierungsfirma Komax und beim Heizungshersteller Zehnder investiert. Bei der Swatch Group hatte Greber diesen März ebenfalls sein Glück versucht.

Was Greber auszeichnet, ist sein Riecher für Firmen, die unter ihren Möglichkeiten laufen. So erklären sich seine Erfolge bei Goldbach, Kuoni oder Komax. Auch Aryzta und Ascom sind seit Jahren Problemfälle. Sein Vorgehen ist fast immer gleich: Veraison steigt mit einem kleinen Aktienpaket ein, sucht das Gespräch mit dem Management und fordert Veränderungen. Und zwar fast immer die gleichen: Zum einen die Abspaltung von schwachen Sparten. «Wir glauben, die Unternehmen sollten sich fokussieren», sagt Greber und: «Für welche Bereiche sind sie Best Owner, und wo sind sie es nicht?»

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