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So funktioniert der SPAC-­takuläre Börsenboom

Die Finanzmärkte werden von SPACs überflutet. Skepsis ist angebracht. Aber wer gewisse Regeln befolgt, kann vom Boom profitieren.

Erich Gerbl

Illustration SPAC Bilanz

Renommierte Namen aus der Finanzindustrie wie Tidjane Thiam, Sergio Ermotti oder Bill Ackman (v.l.) führen ihre Mantelfirmen vor. Anleger vertrauen darauf, dass sie einen Deal an Land ziehen.

kornel.ch für BILANZ

Monatelang passierte bei der börsenkotierten Blankocheck-Firma nichts, dann ging es plötzlich schnell. Der SPAC mit dem etwas sperrigen Namen Decarbonization Plus Acquisition Company wolle mit Hyzon Motors fusionieren und den Hersteller von Elektro-Lkws so im Eiltempo an die Börse bringen. Die Gerüchte liefen am 4. Februar über den Nachrichtenticker.

Der Kurs des SPAC schoss bis zum 8. Februar um mehr als 40 Prozent nach oben. In den wenigen Tagen wechselte das gesamte Aktionariat. Vorsichtig investierende professionelle Anleger, die Mantelfirmen bis zur Bekanntgabe eines Deals halten, stiegen aus, auf erneuerbare Energien spezialisierte Fonds kauften sich in grossem Stil ein. Die Erfolgsgeschichte der SPACs ist um ein Kapitel reicher.

1993 von Investmentbanker David Nussbaum und Anwalt David Miller mit grösserem Anlegerschutz neu erfunden und «Special Purpose Acquisition Company» benannt, sind SPACs an den Finanzmärkten heute der letzte Schrei. 2020 holten sich 250 dieser börsenkotierten Unternehmenshüllen bei Investoren 83 Milliarden Dollar ab. Ein Rekord, der 2021 schon Mitte März gebrochen wurde.

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Erich Gerbl
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