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Schweizer Chocolatiers streben ein neues Level an

In der Hochkultur der edlen Schokolade waren Belgien, Italien und Frankreich der Schweiz lange voraus – bis hiesige Chocolatiers aufholten.

Bastian Heiniger

Die seit 1836 bestehende Zürcher Confiserie Sprüngli ist mittlerweile in der ganzen Schweiz aktiv. CEO Tomas Prenosil (r.) führt sie zusammen mit seinem Bruder Milan (l.) in der fünften Generation. Trotz der langen Tradition suchen sie stets nach neuen Kreationen und erweitern die Geschmackswelt.

Die seit 1836 bestehende Zürcher Confiserie Sprüngli ist mittlerweile in der ganzen Schweiz aktiv. CEO Tomas Prenosil (r.) führt sie zusammen mit seinem Bruder Milan (l.) in der sechsten Generation. 

Fabian Haefeli

Zwar blies der berüchtigte New Yorker Wind gerade nicht durch die Hochhausschluchten. Frostig war es trotzdem, als Elias Läderach im vorweihnachtlichen Dezember auf die Fifth Avenue trat. Vor allem aber war die prächtigste Shoppingmeile der Welt leer gefegt. Kein idealer Zeitpunkt, um einen 200 Quadratmeter grossen Flagshipstore zu eröffnen.

Dennoch wollte sich der 33-jährige Glarner das stille Opening nicht entgehen lassen. Zumal es sich um die hundertste Filiale handelte, den Startschuss gleichsam zur grossen US-Expansion. «Als ich unsere Frischschoggi abdeckte und dabei die Kulisse von New York sah, dachte ich kurz, ich sei im falschen Film», sagt er. Ein Gänsehautmoment. Ganz neu war das Gefühl aber nicht. Ein Jahr davor eröffneten die Glarner Chocolatiers erste Filialen in den USA und Kanada – Läden, die auch hierzulande vom Design her längst näher am Apple-Store sind als an einem klassischen Süsswarenhändlergeschäft.

Elias, der kreative Kopf und gelernte Konditor und Confiseur mit einem Bachelor in Betriebswirtschaft, leitet die Produktion. Sein Bruder Johannes, der einen HSG-Abschluss in der Tasche hat, das Geschäft. Zusammen haben sie vor drei Jahren das Zepter übernommen und führen das Familienunternehmen mit mehr als 1000 Mitarbeitern in dritter Generation. «Unser Vater hat die Retail-Geschäfte aufgebaut», sagt Elias Läderach. «Mit der internationalen Expansion können wir nun die Kirsche draufsetzen.»

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