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Nach Abgang vom CEO

Raiffeisen zündet die nächste Stufe

Die Bankengruppe ist zur Nummer zwei der Schweiz ­aufgestiegen – und kaum einer hat es gemerkt. Das soll sich ändern.

Dirk Schütz

KapitänRaiffeisen-Präsident Thomas A. Müller in den Büros im «Circle» am Flughafen Zürich.

Kapitän: Raiffeisen-Präsident Thomas A. Müller in den Büros im «Circle» am Flughafen Zürich.

Paolo Dutto für BILANZ

Das Bankenparadies liegt in Muotathal. Die Gemeinde im Kanton Schwyz zählt laut letzter Messung genau 3589 Einwohner. Aber sie hält einen speziellen Rekord: den höchsten Marktanteil einer Bank in der Schweiz. 90 Prozent des Finanzgeschäfts liegen bei nur einem Haus: der Raiffeisen Muotathal, beheimatet in einem grau-beigen Zweckbau im Zentrum des Dorfes. Von einem solchem Marktanteil darf die UBS nicht einmal träumen.

Die Grossbank ist gar nicht vertreten in der Gemeinde, die sich auf ihrer Webseite ein eigenes Wörterbuch mit genau 11'845 Begriffen zum «Erhalt des Muotathaler Dialekts» gönnt. Die restlichen zehn Prozent Marktanteil bleiben der Filiale der Schwyzer Kantonalbank. Doch deren Wachstumschancen sind übersichtlich.

«Wir sind sehr gut im Dorf vernetzt und unterstützen viele Vereine und Anlässe im Bereich Sport und Kultur», betont Bankchef Bruno Betschart. 15 Mitarbeiter zählt die Bank, dazu sechs Verwaltungsräte, alle lokal verwurzelt: sechs Betscharts, vier Schelberts, zwei Gwerder – die dominierenden Namenslinien des Ortes. «Ich bin mit anderen Betscharts in der Bank nicht verwandt», lacht der Bankchef. «Raiffeisen hat Richtlinien, an welche wir uns halten.» 

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Dirk Schütz

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