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Peter Diethelm will als neuer Supermarkt-Chef das Kerngeschäft der Migros wieder auf Kurs bringen. Dabei braucht der für seine aufbrausende Art bekannte Ostschweizer diplomatisches Geschick.
Das neue Machtgefüge: Peter Diethelm wird zu einem der einflussreichsten Akteure innerhalb des Migros-Universums.
Dan CermakWer ist bei der Migros nun eigentlich der Chef? Peter Diethelm zeigt auf Mario Irminger, der im Mai die Leitung des Migros-Genossenschafts-Bundes (MGB) übernommen hat. Das ist die Zentrale des Grossverteilers. Irminger und Diethelm sitzen nebeneinander in einem Konferenzraum im obersten Stock des Migros-Turms in Zürich – mit Blick auf die ganze Innenstadt.
Beim Gespräch mit BILANZ zeigen sich die beiden locker im Umgang miteinander. Bei der Fahrt im Lift von der Chefetage in den Supermarkt feixen sie über die seltsamen Verläufe der Grenzen zwischen den Genossenschaften Zürich und Ostschweiz. Statt der Kantonsgrenzen gilt eine eher willkürlich anmutende Aufteilung des Gebiets. Da blicken selbst Migros-Insider kaum durch. In der Migros-Filiale angekommen, laufen sie mit grossen Schritten nebeneinander zum Fototermin vor den Regalen mit typischen Migros-Produkten. Die beiden bestanden auf Bildern im Supermarkt. Schliesslich verdiene die Migros dort ihr Geld und nicht im Büroturm.
Die Chef-Frage drängt sich bei der Migros auf. Denn das Machtgefüge innerhalb des Grossverteilers hat sich verschoben. Der Ostschweizer Diethelm wird zu einem der einflussreichsten Akteure des Migros-Universums. Als frisch erkorener Leiter der neu ins Leben gerufenen Supermarkt AG wird er für die Migros-Läden in der ganzen Schweiz verantwortlich sein. Er soll das schlingernde Kerngeschäft des orangen Riesen wieder auf Vordermann bringen. Im Gegensatz zum ehemaligen Denner-CEO Irminger ist Diethelm in der Öffentlichkeit bisher kaum bekannt.
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