Guten Tag,
Wie man bei der Rückholaktion von Sergio Ermotti zur UBS wieder einmal lernen konnte: Nichts geht über den Wert der Erfahrung. Wer schon alles gesehen hat, kann die irritierenden Wirrungen der Gegenwart fundierter ableuchten.

Christiane Binder
Ging früher in Abschleppschuppen und musste nervigen Verehrern noch nie eine schallern: Christiane Binder hat schon vieles, wenn nicht alles gesehen.
Gisela Goppel / Kombinatrotweiss für BonanzaDarf man sich über Velofahrer aufregen? In bestimmten Kreisen zumindest setzt dann Schnappatmung ein. Velofahrer:innen heisst das! Oder: Velofahrende. Persönlich ist mir das egal. Streit lohnt nicht. Mir von oben herab anzuhören, «ihr Boomer kapiert das halt nicht», noch weniger. Ist eh falsch.
Das «-Innen»-Problem wurde in den 80er Jahren bereits wütend diskutiert, grüne Gruppen adressierten Briefe an die lieben «MitgliederInnen». Irgendwann schlief das wieder ein. Grammatikalische Verrenkungen. Zu sperrig im Alltag. Und was hatte das mit mir zu tun? Die Idee, werweisswer müsse mich als Frau «sichtbar» machen, finde ich anmassend.
Es käme sowieso niemand auf die Idee, sich unter Velofahrern etwas anderes als eine bunt gemischte Gruppe vorzustellen. Männer, Junge, Alte, massenhaft Frauen und Mädchen. Frauen sind sichtbar und in einer Weise präsent, die in den 70er Jahren unvorstellbar war. Als Mehrheit sah man Frauen vormittags durch die Läden schwärmen, um Essen zu fassen für Ernährer und Kinder.
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