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Mercedes-AMG-Chef: «Das geniale Arschloch hat bei uns keinen Platz»

Toto Wolff, Chef des Formel-1-Teams Mercedes-AMG, über Gehaltskürzungen für Fahrer und das Foto seines Erzrivalen, das er immer bei sich hat.

Marc Kowalsky

Toto Wolff mit seinem Fahrzeug auf dem Dach einer Parkgarage

Seriensieger: «Die vergangenen Erfolge, das Ausruhen auf Lorbeeren haben keinerlei Wert. Es zählt nur der nächste Titel»: Toto Wolff.

Paolo Dutto für BILANZ

Im Zürcher Pfingstweid-Parkhaus – erbaut in den siebziger Jahren – geht es eng zu und her. Die Kurvenradien sind sehr knapp bemessen, die Rampen steil, die Durchfahrt fordert ein wachsames Auge und einen ruhigen Fuss auf dem Gaspedal. Erst recht, wenn man mit einer Mercedes S-Klasse in der Langversion unterwegs ist. «Ich bitte um Verständnis, dass wir ausnahmsweise nicht durch die Kurven gedriftet sind», scherzt Marc Langenbrinck von Mercedes Schweiz, als er Toto Wolff auf dem obersten Parkdeck absetzt. Wolff kam gerade aus England eingeflogen: Sein Formel-1-Team Mercedes-AMG ist in Brackley nahe London stationiert.

Herr Wolff, ärgert es Sie, dass der FC Bayern München Ihnen immer anderthalb Schritte voraus ist?
Toto Wolff: Nanu, inwiefern?

Die Bayern haben jetzt acht Mal in Folge die Meisterschaft gewonnen und sind auf dem Weg zur neunten. Ihr Team Mercedes-AMG hat erst sieben Mal in Folge die Formel 1 gewonnen, Lewis Hamilton sechs Mal.
Ich habe grössten Respekt vor der Leistung der Bayern, nicht nur wegen ihrer sportlichen Erfolge, sondern auch, weil sie als eines der ganz wenigen Top-Teams der Welt seit jeher auch wirtschaftlich erfolgreich sind und nahezu keine Schulden haben. Aber es gibt dann doch einen Unterschied: Sie sind acht Mal hintereinander deutscher Meister geworden und jetzt einmal Club-Weltmeister – wir sieben Mal Weltmeister (schmunzelt).

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