Abo
Scheuer Milliardär

Mephisto-Gründer Michaeli: «Es ist mein Baby»

Martin Michaeli hat mit Mephisto eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Jetzt öffnet sich der Schuhkönig.

Dirk Schütz

Mephisto-Gründer Martin Michaeli steht vor einem Spiegel

FAN DER ALTEN WELT «Wir sind ein europäischer Hersteller, darauf sind wir sehr stolz.»

Kostas Maros für BILANZ

Die Lounge im Hercules Club in Zürich. Martin Michaeli präsentiert sich als Patron alter Schule: blauer Anzug, dunkelgraue Krawatte, nur das Schuhwerk sportlich – ein weiss besohlter Wildlederschuh aus eigener Kollektion. Zur Vorbereitung hat er uns seine Autobiografie zukommen lassen, die er nur an Freunde und Bekannte verschickt. Titel: «Wohin mich meine Schuhe trugen». Die Antwort: zu einem Vermögen von mehr als einer Milliarde Franken – und einer sehr speziellen Erfolgsgeschichte.

Sie geben selten Interviews, obwohl Sie Ihren Erfolg durchaus der Öffentlichkeit präsentieren könnten. Warum so scheu?

Ich habe mir alles selbst erarbeitet, mir hat niemand etwas geschenkt. Darüber rede ich in meinem Umfeld schon sehr offen, und ich bin stolz darauf. Aber ich muss das nicht an die grosse Glocke hängen.

Sie haben mit Mephisto eine der Top-5-Schuhfirmen in Europa aufgebaut, in Frankreich sind Sie die klare Nummer eins. Können Sie sich jetzt mit 86 Jahren zurücklehnen?

Ich wohne seit 18 Jahren in der Schweiz, fahre aber jeden Monat für drei Tage in unseren Betrieb nach Sarrebourg in Lothringen. Ich muss Kontakt halten, es ist mein Baby. Meine beiden Kinder sind in der Firma, es läuft auch ohne mich. Aber als Gründer kann man nie ganz loslassen.

Über die Autoren
Dirk Schütz
Dirk Schütz
Dirk Schütz

Werbung