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Börse

Geplatzte Blase im Tech-Sektor – wie weiter?

Bei spekulativen Technologieaktien ist wegen der steigenden Zinsen eine Blase geplatzt. In dem Scherbenhaufen befinden sich einige Kostbarkeiten.

Erich Gerbl

ys

Die Party an der Nasdaq ist beendet. 

Felice Bruno für BILANZ

Technologie-Investor Stefan Waldhauser ist seit mehr als drei Jahrzehnten im Geschäft. In dieser Zeit erlebte der 55-Jährige vier Börsencrashs – doch so einen Abverkauf unter seinen Anlagen wie am 11. Mai hat der deutsche Wikifolio-Trader noch nicht erlebt.

An diesem Tag stürzte Upstart um fast 58 Prozent in die Tiefe – und dies nicht von einem Allzeithoch aus, sondern nachdem sich der Kurs des kalifornischen Fintechs seit Jahresbeginn bereits halbiert hatte. Den Crash löste ein Quartalsergebnis aus. Die an der Nasdaq kotierte Firma präsentierte ihren Investoren zwar eine unerwartet hohe Umsatzsteigerung von 156 Prozent, reduzierte jedoch die Erlösprognose fürs Gesamtjahr wegen der steigenden Zinsen etwas. Schlechte Nachrichten werden an den Börsen derzeit nicht akzeptiert und mit brutalen Sell-offs quittiert.

Nicht nur die Aktionäre von Upstart stehen vor einem Scherbenhaufen. Während die technologielastige US-Börse Nasdaq von Jahresbeginn bis zum 18. Mai um ein Drittel zurückging, rauschte ein Viertel der 3759 Indexmitglieder um mehr als 50 Prozent in die Tiefe. «Im unprofitablen Teil des Marktes hat es richtig gescheppert», sagt Marcus Poppe, Fondsmanager bei DWS. Bei Investoren, die zur Jahrtausendwende schon im Geschäft waren, kommen düstere Erinnerungen an die Dotcom-Blase auf, als die Nasdaq in eineinhalb Jahren 80 Prozent an Wert einbüsste.

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Erich Gerbl
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