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Management

Wieso die Generation Z mächtiger wird – und was das für Arbeitgeber bedeutet

Die Jungen sind mächtiger, als Babyboomer oder Millennials es waren. Arbeitgeber müssen damit umgehen. Und Vor­gesetzte lernen, anders zu führen.

Jannik Deters,

Svenja Gelowicz,

Dominik Reintjes

d

Die Jungen fordern hohe Gehälter und Sabbaticals, verabscheuen Hierarchien und fühlen sich niemandem verbunden. Die Firmen müssen es schlucken.

Text: Copyright «WirtschaftsWoche»; Illustration: Dmitri Broido; Fotos: Getty Images

Jo Dietrich und Yaël Meier kommen mit dem Zug aus Zürich und steuern Haus Lämmerbuckel an, ein Bildungszentrum von Mercedes-Benz zu Füssen der Schwäbischen Alb, auf halber Strecke zwischen Stuttgart und Ulm: Hier versammeln sich Führungskräfte zur Nachhilfe, hier lassen sich Managerinnen und Manager belehren – von Dietrich (25) und Meier (22). Das Thema der beiden Coaches: Wie müsst ihr umgehen mit Leuten wie uns? Wie gewinnt ihr die Generation Z für euch?

Manche empfinden es als Provokation: Die Youngsters erklären den Arrivierten die Welt? Das muss ja wohl ein Witz sein. Wie gross das Missverständnis ist, bemerkt Dietrich an diesem Tag im Mai schon in den ersten Minuten: Eine Teilnehmerin sagt spitz, sie habe eigene Kinder, die sie zum Thema befragen könne – «warum müssen wir uns die auch bei der Arbeit an den Tisch holen?».

Jo Dietrich kennt das. Ignoranz, Überheblichkeit, Realitätsverweigerung – typische Phänomene in Chefetagen. Dietrichs und Meiers Job ist es, solche Vorbehalte und Grobheiten abzubauen. Und Personalern zu erklären, dass sie besser nicht mehr als Lehrer und Prüfer auftreten, sich stattdessen als Werber und Bittsteller verstehen, wollen sie den Nachwuchs nicht schon beim Einstellungsgespräch verprellen. Die Machtverhältnisse wollen es nun mal so. Das Angebot an Arbeitskräften ist knapp, die Nachfrage gross.
 

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