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Nach dem Verkauf seiner Avaloq hat Francisco Fernandez bereits wieder zwei neue Milliardenfirmen am Start.
Marc Kowalsky
Nachdem er bei der verkauften Avaloq nur noch eine Nebenbeschäftigung als VR hat, steckt Fernandez seine Zeit und Energie in Start-ups.
PDWer Francisco Fernandez dieser Tage auf den sozialen Medien begegnet, sieht ihn meist umgeben von teuren – häufig alten – Autos. Seitdem er vor zwei Jahren die von ihm aufgebaute Avaloq für über zweieinhalb Milliarden Franken an die japanische NEC verkauft hat, scheint der 59-Jährige das Leben zu geniessen.
Der Schein trügt. «Ich bin nicht der Typ, der jetzt an Stränden herumliegt», sagt er selber: «Ich muss arbeiten, dann bin ich glücklich.» Und so hat der Unternehmer bereits wieder zwei neue Einhörner am Start: Auf Anraten von Fernandez hat der schwedische Serial Entrepreneur Matthias Hjelmstedt die ursprünglich in London angedachte Firma Utopia Music in Zug gegründet und auch dort das Hauptquartier errichtet. Als dies geschehen war, investierte Fernandez. «Die Musikindustrie ist total fragmentiert, outdated, nicht digitalisiert – viel schlimmer als die Bankenindustrie vor 30 Jahren», hat Fernandez festgestellt.
Utopia Music entwickelt eine Softwareplattform für das Management von Urheberrechten: «Der Musikindustrie entgeht enorm viel Geld, weil die Royalties nicht effizient eingesammelt und nicht effizient ausgezahlt werden.» Utopia hat eine Technologie entwickelt, um alle Radio- und TV-Stationen zu analysieren, und Kollaborationen mit Streamingdiensten abgeschlossen: «Wir wissen: Wer spielt was wann wo.» 600 Mitarbeiter hat Utopia, 60 davon in Zug, der Umsatz beträgt schon über 400 Millionen Franken und wächst jedes Jahr im dreistelligen Prozentbereich. «Utopia ist bereits jenseits des Unicorns», sagt Teilhaber Fernandez. Gewinne erwirtschaftet sie nicht, alle Einkünfte werden in das weitere Wachstum gesteckt. Der Exit soll nicht vor 2026 erfolgen.
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