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Michael Pieper hat um den Küchenbauer Franke eines der grössten Schweizer Industrie-Imperien geschmiedet. Jetzt steht er vor der grössten Herausforderung: Wie regle ich die Nachfolge?
KAFFEE VOM EIGENTÜMER Michael Pieper in einer Modellküche am Hauptsitz. Franke ist weltweit die Nummer eins bei Spülen und beliefert McDonald’s, Ikea oder Burger King mit kompletten Systemküchen.
Joseph Khakshouri für BILANZEs gibt eine Anekdote über Michael Pieper, die längst zum Inventar der Firma gehört. Als er im fernen Jahr 1989 den Chefposten beim Küchenbauer Franke übernahm, kam er am ersten Tag um acht Uhr ins Büro, und fast alle seiner Unterstellten waren da. Am nächsten Tag fuhr er um sieben Uhr vor, es war fast niemand da. Am Folgetag kam er wieder um sieben Uhr – und alle waren da. Am nächsten Tag: sechs Uhr, am zweiten Tag waren alle da. Schliesslich pendelte er sich auf fünf Uhr Arbeitsbeginn ein.
Heute fährt er immer noch fast jeden Tag um fünf Uhr auf das weiträumige Firmengelände im aargauischen Aarburg. «Wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, um vier Uhr aufzustehen, kann man das nicht mehr ändern», lacht der 75-Jährige in seinem grossräumigen Besprechungszimmer im vierten Stock des Franke-Hauptsitzes. Der Blick schweift über das weite Firmenareal, das er in den letzten 30 Jahren vollständig neu konzipierte.
Aus dem Küchenbauer Franke hat er mit Zähigkeit und grossem Einsatz eine der grössten Industriegruppen der Schweiz geschmiedet. Artemis, benannt nach der griechischen Göttin der Jagd, nennt er seine Holding, in der alles zusammenläuft – es war der Name des Segelbootes, mit dem sein Vater und sein verstorbener Bruder einst Rekorde auf dem Meer jagten. Beide nahmen für die Schweiz sogar an den Olympischen Spielen teil.
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