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ESG

Anlagen mit grüner Etikette sind in Mode. Aber ist auch drin, was draufsteht? Die Gegenbewegung nimmt Fahrt auf

Der Hype um Nachhaltigkeit hat die Finanzindustrie voll erfasst. Die rasante Vergrünung sorgt für Kritik und Konfusion. Die Gegner freuen sich.

Erich Gerbl

Illustration ESG Bilanz 10

In der Europäischen Union war Ende Juni erstmals mehr Geld in Nachhaltigkeits-Fonds angelegt als in herkömmliche Produkte.

Benjamin Güdel für BILANZ

Der Machtwechsel erfolgte still und weitgehend unbemerkt. Laut einer Untersuchung des Fondsanalysehauses Morningstar war in der Europäischen Union Ende Juni mit 4180 Milliarden Euro erstmals mehr Geld in Fonds angelegt, die ESG und Nachhaltigkeit in ihren Anlageprozess integrieren, als in herkömmliche Produkte. Allein im zweiten Quartal wurden in der EU 183 als nachhaltig ausgewiesene Anlagefonds auf den Markt gebracht. 669 bereits bestehende Fonds wurden neu als grün beworben.

«In allen Bereichen der Investmentbranche wird über Nachhaltigkeit gesprochen», sagt Rachel Whittaker, Head of SI Research bei Robeco. Waren es bisher vor allem Aktienfonds, die auf Nachhaltigkeit setzten, breitet sich nun der Ansatz auf Anleihen und Privatmarktanlagen aus – in jüngster Zeit wird gar über nachhaltige Hedgefonds und grüne Rohstofffonds nachgedacht.

Ein riesiger Hype

ESG-Ansätze haben sich nach einem jahrelangen Boom an den Finanzmärkten endgültig durchgesetzt. Kaum ein Asset Manager, der sich nicht seiner ESG-Kompetenz rühmt und zahlreiche «grüne» Produkte ins Schaufenster stellt. ESG (Environment, Social, Governance), früher noch erklärungsbedürftig, ist in der Finanzindustrie mittlerweile Standard.

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Erich Gerbl
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