Abo

Das sind die Reichsten der Kantone 2020

Ernesto Bertarelli in Bern, Familie Hayek in Aarau: In fast jedem Kanton lebt einer der 300 Reichsten. Eine Landkarte der besonderen Art.

Ernesto Bertarelli
Ernesto Bertarelli, hier mit Ehefrau Kirsty, besitzt das grΓΆsste VermΓΆgen im Kanton Bern. Amelia Troubridge

Werbung

Die Reichsten der Schweiz wohnen verteilt ΓΌber fast alle Kantone, und die Quelle ihres VermΓΆgens unterscheidet sich so stark wie die Landschaften, in denen sie leben. Auch die GrΓΆsse ihres VermΓΆgens variiert deutlich: Familie Hayek im Kanton Aarau bringt es auf 3,25 Milliarden Franken, Familie Blocher im Nachbarkanton ZΓΌrich bereits auf 15,5 Milliarden.
Unerreicht bleibt natΓΌrlich die ewige Nummer eins: Das VermΓΆgen der Ikea-Erben Kamprad summiert sich auf 55,5 Milliarden Franken. Sie leben in der Westschweiz im Kanton Waadt.

Es gibt nur wenige Kantone, in denen keiner der Reichsten seinen Wohnsitz hΓ€lt. Genauer sind es deren vier: NeuchΓ’tel, Jura, Uri und Appenzell Innerrhoden.

Ein Wahlschweizer ist der neue Reichste in GraubΓΌnden

Ein neuer Wahlschweizer hat es gleich in seinem Kanton an die Spitze geschaft: der Weissrusse Andrey Melnichenko; sein VermΓΆgen wird auf 14,5 Milliarden geschΓ€tzt. Nach dem Niedergang der Sowjetunion als Bankier zu Wohlstand gekommen, leitet er heute von St.  Moritz aus russische Industriekonzerne, die in den Wirtschaftszweigen DΓΌnger, Bergbau, Kohle und Energie tΓ€tig sind. Damit ist er der Reichste im Kanton GraubΓΌnden.

Partner-Inhalte

Der Zuzug Melnichenkos ist einer der GrΓΌnde, warum das VermΓΆgen der 300 Reichsten auch 2020 zulegen konnte. Nach dem Knick in Folge der Finanzkrise 2008 brauchte es sechs Jahre, um eine Steigerung zu Vorkrisenzeiten zu erreichen.

Im Corona-Jahr steht unter dem Strich dagegen ein Plus von 5 Milliarden Franken. Gemessen am GesamtvermΓΆgen von 707 Milliarden, das BILANZ in diesem Jahr den 300 Reichsten der Schweiz zurechnet, bedeutet dies allerdings gerademal eine Steigerung um 0,7  Prozentpunkte.
Die Zunahme wird noch durch einen anderen Umstand relativiert: Wird die Gesamtsumme um die diesjΓ€hrigen Mutationen – zehn neue Personen, dementsprechend zehn AbgΓ€nge – bereinigt, dann hΓ€tten die 300 Reichsten sogar elf Milliarden Franken eingebΓΌsst.
Gut also, dass sich Melnichenko zum Umzug in die Schweiz entschlossen hat.

Werbung

Werbung