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Bereit für die Extra-Meile: Die elf Hotelmitarbeiter des Jahres 2020

Hotellerie geht nur mit Menschen. BILANZ befragte 195 Experten, welche guten Geister in Schweizer Hotels zu den Besten gehören.

Claus Schweitzer

Sanja Jovanovic, Romantik Hotel Hornberg, Saanenmöser

Auch für das Hauswirtschaftsteam geht es heute darum, herauszuspüren, wieviel Nähe und Distanz jeder einzelne Gast wünscht: Sanja Jovanovic (r.), Housekeeper des Jahres 2020, vom Romantik Hotel Hornberg.

PD

«Die Mitarbeitersituation hat sich unversehens umgekehrt», sagt Mark Jacob, Direktor des Dolder Grand. «Bis Anfang dieses Jahres sah es in der Branche zunehmend danach aus, dass es in Zukunft schwierig werden würde, für jede Position qualifizierte Mitarbeiter zu finden.» Fast alle Schweizer Hoteliers beklagten vor der Corona-Ära den Mangel an empathischen, verlässlichen und effizienten Menschen, die sich für einen Beruf im Gastgewerbe begeistern wollen. Dadurch fehlte den Hoteliers auch ein gewisses Druckmittel, um desinteressierte oder nachlässige Mitarbeiter wieder auf Kurs zu bringen, weil diese nur allzu gut wussten, dass ohne sie gar nichts mehr lief.

Angesichts des absehbaren Endes der Kurzarbeit und der ungewissen Entwicklung des Tourismus ab dem Herbst droht nun ungezählten Hotelmitarbeitern die Entlassung. Kurzfristig betrachtet, führt dies dazu, dass die Hoteliers heute unter den besten Fachkräften auswählen können. Und dass die Mitarbeiter, denen der Ernst der Lage im Frühjahr vielleicht noch nicht so richtig bewusst war, ihre Tätigkeit im Hotel plötzlich sehr viel mehr zu schätzen wissen – vor allem, wenn ihnen eine gewisse Job-Sicherheit vonseiten verantwortungsbewusster Hotelbetriebe geboten wird.

So behielt beispielsweise der Hof Weissbad im Appenzellerland alle Mitarbeitenden über das ganze apokalyptische Frühjahr bei durchgehend 100 Prozent ihres Lohns. Dasselbe lässt sich über die Häuser der Tschuggen-Gruppe, das Beau-Rivage Palace in Lausanne und weitere Hotels sagen. Doch befürchtet Mark Jacob einen langfristigen Bumerangeffekt: «Viele gute Mitarbeiter überlegen derzeit, aus dem Beruf auszusteigen. Diese werden uns fehlen, wenn die Zeiten wieder besser werden.»

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