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Das einst totgesagte Luxuslabel ist erfolgreicher denn je – dank einer Koreanerin in der Schweiz mit Faible für deutsche Designer.

Corinna Clara Röttker
No Understatement: Bei MCM dreht sich alles um das Logo, das legendäre Monogramm.
Timothy SchaumburgWeisse Wände, schlichte Einrichtung. Kein Logo, keine Taschen, kein sonstiger Schnickschnack. Einen Hinweis, dass es sich hier um das kreative Designzentrum von MCM inmitten von Berlin handelt, sucht man auf dem zugegeben spärlichen Bildschirmausschnitt beim Videocall vergebens. Vielmehr entsteht der Eindruck: In den Räumlichkeiten der Modemarke, bei der sich sonst alles um das fette Logo – das legendäre Monogramm mit dem Lorbeerzweig – und die mit viel Gold verzierten, cognacfarbenen Taschen dreht, dominiert der Minimalismus in Reinkultur.
So auch beim komplett in Schwarz gehüllten Gesprächspartner, Chefdesigner Dirk Schönberger. «Ich bin, was meinen eigenen Geschmack angeht, sehr minimalistisch veranlagt. Umso spannender ist es, mit einer Marke wie MCM zu arbeiten, die so laut, verspielt und manchmal auch sehr provokant ist.»
Seit zwei Jahren ist der gebürtige Kölner Global Creative Officer bei der Marke, die 1976 in München gegründet und 2005 von Sung-joo Kim gekauft wurde – der in der Schweiz lebenden, verstossenen und enterbten Tochter eines koreanischen Industriemilliardärs. Damals schien MCM mausetot, was Zukunftsaussichten, Finanzen und Image anging.
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