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Tim Cook hat Apple zum Konzern der Superlative geformt. Die Abhängigkeit von China? Das Drohen der Kartellwächter? Dafür gibt es Lösungen.


Matthias Hohensee,
Jörn Petring
Tim Cook mit Gästen einer Ladeneröffnung in LA: Kein zweiter Steve Jobs.
imago images/ZUMA WireDer schwarz gekleidete Superagent eilt über das Dach des Gebäudes und seilt sich ab. Er schneidet ein Loch in die Fensterfront und drängt sich durch Lüftungsschächte, dringt endlich vor ins Geheimlabor von Apple und entwendet einen für Macs reservierten Chip, den er ungerührt in ein iPad einsetzt. Dann zieht sich der Held die Maske vom Kopf – und enttarnt sich als freundlicher, älterer Herr mit grauen Haaren und schwarz eingefasster Brille: Tim Cook.
Der brave Konzernchef als Hauptdarsteller eines Werbevideos à la «Mission Impossible»? Das hätte vor zehn Jahren noch skurril und durchgeknallt, fast lächerlich gewirkt. Als der kommissarische Chef Cook im August 2011 den schwerkranken Steve Jobs an der Spitze des Konzerns ablöst, traut ihm kaum jemand Drive, Story und Spektakel, sprich: unternehmerisches Popcornkino, zu. Cook sei zu bürokratisch, zu blass, zu langweilig, heisst es in der Branche. Er könne Abläufe optimieren, aber keine neuen Wege einschlagen, Kulissen schieben, aber nicht Regie führen.
Sechs Wochen später stirbt der legendäre Gründer. Steve Jobs hat das US-amerikanische Unternehmen seit 1976 aufgebaut und zur Weltmarke geführt, durch Krisen gelotst, vor dem Untergang gerettet und zum globalen Dominator der mobilen Netzwirtschaft geformt. Apple, das ist Steve Jobs. Steve Jobs, das ist Apple. Und Tim Cook? Ist der Anfang vom Ende Apples, unkte man an der Wall Street.
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