Der neue Chef Björn Gulden muss die Sportmarke wieder cool machen
Die Mitarbeiter sind verunsichert, das Vertriebskonzept ist unklar, die Aktie am Boden – und ein veritabler Skandal noch längst nicht aufgearbeitet.
Stephan Knieps,
Henryk Hielscher
Ausgelatscht Das Adidas-Erfolgsrezept funktioniert nicht mehr. Neo-Chef Björn Gulden soll dem Sportartikelhersteller nun eine frische Strategie verpassen. Keystone
Björn Gulden wirkt gefasst. Er ist schwarz gekleidet, Regentropfen perlen auf seiner Kapuze ab. Es ist der 9. November, der Morgen nachdem der Adidas-Aufsichtsrat entschieden hat, Gulden zum neuen Vorstandsvorsitzenden zu machen. Gulden (57), zu dem Zeitpunkt noch Chef des kleineren Rivalen Puma, postet dieses Foto von sich auf Instagram. Es sieht aus, als würde er an eine Beerdigung gehen.
«Morgenjogging im Regen», schreibt Gulden unter das Bild. «Emotionaler Tag und eine kurze Nacht! Verstehe, dass einige enttäuscht sind …» Das Leben, dichtet er weiter, sei «zu kurz, um sich Sorgen zu machen! Lebe, wenn du kannst!»