Der Fall Stilli ist ein Weckruf für die Branche. Viele Hoteliers versuchten in den vergangenen Jahren, Modernisierungen und Betriebskosten über den Verkauf von
Luxusferienwohnungen zu finanzieren. Das Modell funktioniert nur bei euphorischer oder zumindest sicherer Nachfrage. Das sei, auch wegen der angenommenen Zweitwohnungsinitiative, passé, sagt Patrick Kullmann, Hotelexperte und Absolvent der Ecole hôtelière de Lausanne: «Damit geraten viele dieser Finanzierungsformen ins Wanken und hängen nun von der weiteren Umsetzung ab.» Eintrittsbarrieren für neue Investoren hätten sich erhöht, woraus sich ein gewisser Investitionsstau in Ski- und Bergregionen ergebe. Gefragt seien neue Geschäftsmodelle mit innovativen Finanzierungsarten, so Kullmann, «da es wahrscheinlich ist, dass die Verkaufsfinanzierung für Ferienwohnungen künftig nicht mehr gleich attraktiv sein wird wie in der Vergangenheit».