Guten Tag,
Freitag, 18.00 Uhr: Die Resultate des EU-Stresstests für Banken wurden offiziell publiziert. Die Finanzwelt hatte sich gefragt, ob die bereits im Vorfeld gerüchteweise bekannt gewordenen Resultate bestätigt würden? Sie wurden.
Werbung
Viel interessanter ist jedoch die Tatsache, dass die Banken bloss einen politisch korrekten Stress zu bewältigen hatten. Man könnte fast schon meinen, das Resultat sei bereits im Vorfeld festgelegt worden. Es wurden brav diejenigen Sparkassen und Banken als nicht stressresistent beurteilt, von denen dies bereits im Vorfeld gemutmasst wurde. Die französische Wirtschafts- und Finanzministerin war sich bereits im Vorfeld sicher, dass die französischen Banken den Stresstest bestehen würden.
Folglich könnte man – politisch ganz unkorrekt – diesen Test als Anti-Stresstest betiteln. Die Börse soll ja nicht kurzfristig reagieren müssen, die Anleger sollen ihr Geld ja nicht von ihren Bankkonten abheben (deshalb der späte Publikationszeitpunkt!). Die Bürger (und Steuerzahler) sollen in der Sommerzeit auch so wenig wie möglich mit diesen Resultaten beunruhigt werden. Und die Politiker sollen schliesslich während ihrer wohl verdienten Ferien nicht gestresst werden.
Doch diese politische Rechnung ging nicht auf: Schon am Montag nach der Publikation der Ergebnisse wurden die Schweizer Banktitel höher gehandelt. Offenbar schenkt der politisch unabhängige Markt den Schweizer Verhältnissen mehr Vertrauen.
Die Brüsseler Scheinwelt wird – ganz stressfrei – ad absurdum geführt.
Kein Stress? – Keine Relevanz!
Werbung