Guten Tag,
Innerhalb der nächsten 15 Monate wird der Bundesrat im Vergleich zum Anfang der letzten Legis-laturperiode nicht mehr zu erkennen sein. Der eine (der Beste) wurde abgewählt und durch eine noch Bessere ersetzt. Der andere (der Halbe) trat politisch geschwächt, aber körperlich gestärkt zurück und wurde durch den entzauberten Zauberlehrling des Besten ersetzt.
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Der Reigen ging weiter. Es trat der Sonnenkönig zurück (encore meilleur) und wurde durch den Leisen (Pssst!) ersetzt. Und nun erfreut uns ein Doppelrücktritt, der durch den Schatten-Bundesrat und den FDP-Präsidenten (den Pokerspieler) taktisch erzwungen wurde. Sowohl der sanfte Poet (der Unerreichte) als auch der libysche Buchhalter (das Rumpelstilzchen) erlösen uns, und alles wird besser ... Wirklich?
Da streiten sich mindestens vier Damen bei der SP, wobei dies selbst der eigenen Bundesrätin zu viel ist (die Nächste). Bei der FDP kandidieren die einen am rechten (die Bösen), die anderen am linken Ufer (die Netten), wobei der Ausgang unklar erscheint. Bei der SVP bewerben sich im Ge-heimen mindestens fünf Politiker (die Geisterfahrer), selbst die Grünen werden wohl noch eine Saftwurzel schicken. Und die CVP? Gott erbarme sich unser!
Bevor es einem auf diesem Karussell schwindlig wird, stellt sich die Frage, ob nicht ein System-wechsel von Vorteil wäre. Diese Frage drängte sich schon vor längerem auf, so forderte Alt-Ständerätin Vreni Spoerry vor Jahren die Listenwahl des Bundesrates. Bei dieser Variante würde nicht ein Bundesrat nach dem anderen einzeln gewählt (was Tür und Tor für taktische Spielchen öffnet), sondern es würden alle gleichzeitig auf einer Liste gewählt.
Wetten, dass sich manche Runde auf dem Karussell erübrigt hätte?
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