• Motor: Elektromotor mit Benziner als «Range Extender»
  • Leistung: 150 PS / 111 kW
  • Höchstgeschwindigkeit: 161 km/h
  • Beschleunigung: Von 0 auf 100 km/h in 9 Sekunden
  • Verbrauch: 1,6 Liter (Werksangabe)
  • Richtpreis: ab 50 900 Franken

Das erinnert stark an die bundesweit verordnete Begeisterung für die Fussball-WM der Frauen: Weil sie in Deutschland ­stattfand, mussten sie alle gut finden. Auch Männer. Und wer sich bei faden ­Flanken, müden Schüssen und flauen Zweikämpfen langweilte, der wurde als Ewiggestriger oder Macho abge­stempelt.

Damit kann ich leben, denn in der Automobilbranche sieht es ähnlich aus: Wer die aktuellen Elektroautos mit ihrer beschränkten Reichweite nicht mag, gilt zwar nicht als Macho, aber ebenfalls als Ewiggestriger. Und genau davon will Opel mit dem Ampera profitieren. Wie? Die Stufenhecklimousine fährt in den allermeisten Fällen rein elektrisch. Doch bevor den Akkus der Saft ausgeht, startet der Wagen automatisch seinen Range Extender – einen kleinen Benziner, der in erster Linie dafür da ist, einen Generator anzutreiben und so während der Fahrt die Batterien mit Strom zu versorgen.

So schafft der von Opel als «Revolution» positionierte Ampera wie ein normales Auto rund 500 Kilometer und nimmt die Angst vor dem Ende der Reichweite. Aber auch sonst fährt sich der Ampera wie ein normales Auto: Zwar sieht das Cockpit mit den beiden grossen Monitoren und dem von einem Düsenjet entlehnten Schaltknauf ein bisschen aus wie dasjenige von Raumschiff «Enterprise». Doch wer sich einmal an die seltsamen Schalter auf der Mittelkonsole und die vielen optischen Sparhilfen gewöhnt hat, findet sich im ­Ampera gut zurecht.

Nur dass man nach dem Druck auf die Starttaste nichts hören kann, ist noch immer ungewohnt. Umso er­freulicher ist der lautlose Vortrieb, der wirklich Spass macht und im besten Fall 80 Kilometer anhält. Cool: Wer in der Stadt als Stromer glänzen will, kann per Knopfdruck die nötige Energie für den Citybummel konservieren.

Der Verbrauch liegt laut vorläufigen Messungen im Schnitt bei 1,6 Litern auf 100 Kilometer. Das ist aber eine Illusion, wie Tests mit dem Chevrolet Volt längst bewiesen haben – und der Ampera ist ja nichts anderes als ein frisch eingekleideter Chevrolet Volt.

Fazit: «Der nächste Meilenstein der ­Mobilität», schreibt die deutsche Opel. Das passt. Auch wenn der Meilenstein in den USA gebaut wurde.

 

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