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Putins Politik lässt Russlands Geldadel bluten

Präsident Putin zeigt Muskeln und demonstriert Grossmacht-Politik. Das kommt vor allem dem russischen Geldadel teuer zu stehen - Milliarden wurden verbrannt. Welche Oligarchen am meisten einbüssten.

Marc Iseli

Viele reiche Russen haben dieses Jahr durch Putin viel Geld verloren – Alexey Mordaschow ist einer von zweien, bei denen das anders ist. Das Vermögen des Tui-Grossaktionärs erhöhte sich um 1.4 Milliarden auf 13.1 Milliarden Dollar. Damit ist er auf Platz 80 der reichsten Personen weltweit – und der fünftreichste Russe. Mordaschow gilt als Vorzeige-Oligarch und Putin-Liebling.
Renova-Chef Viktor Vekselberg hat es zwar schlechter erwischt als Putin-Liebling Mordaschow. Er büsst 447.4 Millionen ein. Im Vergleich zum Rest der russischen Oligarchen darf er sich aber glücklich schätzen: 13 müssen grössere Einbrüche hinnehmen.
Ausserdem bleibt dem Grossaktionär von Sulzer und OC Oerlikon ein Vermögen von fast 15 Milliarden Dollar. Er bleibt zweitreichster Russe.
Michail Prochorow verlor eine halbe Milliarde Dollar. 2009 galt er als reichster Russe. Heute ist er mit einem Vermögen von 12.3 Milliarden Dollar nicht einmal mehr in den Top 3. Sein Abstieg ist auch ein politischer: Ein Moskauer Schmuddelblatt berichtete im Sommer über angebliche Sexskandale des Ex-Präsidentschaftskandidaten.
Prochorow darf sich aber über sportliche Erfolge freuen. Sein Basketball-Team, die «Brooklyn Nets», gehört zu den Top-Mannschaften der NBA.
Noch schlechter hat es Roman Abramowitsch erwischt: Obschon ihn das deutsche Magazin «Stern» einst als «wichtigsten Oligarchen im System Putin» und als «Kassenwart des Kremls» bezeichnete, verlor er rund 650 Millionen Dollar.
Mit einem Vermögen von 13.7 Milliarden Dollar bleibt er aber der drittreichste Russe hinter Vekselberg und Usmanov. Abramowitsch ist dick im Nickelgeschäft. Man kennt ihn aber besser als Inhaber vom britischen Fussballklub Chelsea F.C.
Platz fünf der grössten Verlierer geht an Gennadi Timtschenko, der sogar persönlich auf der US-Sanktionsliste steht. 4.2 Milliarden hoch ist der Vermögensverlust des Russen, der auch einen finnischen Pass besitzt und im Kanton Genf wohnhaft ist. Timtschenko ist einer der Gründer des in der Schweiz domizilierten Rohwarenhändlers Gunvor und war bis vor kurzem noch Miteigentümer.
Wladimir Lissin verliert zwar 4.6 Milliarden, bleibt aber der reichste Stahlbaron Russlands. Sein Vermögen: 9.9 Milliarden Dollar. Lissin startete seine Karriere einst in einer sibirischen Kohlemine. Anfang der 90er-Jahre, nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion, witterte er seine grosse Chance und kaufte sich in das Stahlunternehmen Novolipetsk ein, das er seit 1998 führt. Er ist ein Waffennarr und präsidiert den Russischen Schiessverein.
Alischer Usmanow beklagt den drittgrössten Verlust: 4.8 Milliarden Dollar. Das dürfte icn nicht weiter schmerzen. Als Eigentümer der Investmentholding USM kontrolliert er den grössten russischen Eisenerzproduzenten Metalloinvest und das Verlagshaus Kommersant. Mit einem Vermögen von 15.4 Milliarden ist er der reichste Russe – und auf Platz 54 weltweit.
Platz zwei der Putin-Verlierer: Andrei Melnitschenko. Nach dem Zerfall der Sowjetunion gründete der heute 42-jährige Wechselstuben und machte später mit seiner daraus entstandenen MDM Bank in der Rubelkrise 1998 sein erstes Vermögen. Die jetztige Krise stibitzt ihm 4.9 Milliarden Dollar.
Gold für den grössten Verlust bekommt Leonid Michelson. Um fünf Milliarden ist der Oligarch erleichtert worden. Dem Chef und Grossaktionär des zweitgrössten russischen Gaskonzerns Novatek bleiben nur noch schlappe 12.2 Milliarden Dollar. Bilder: Bloomberg/Keystone/Wikipedia Datenstand: 12. November 2014 Quelle: Bloomberg
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Viele reiche Russen haben dieses Jahr durch Putin viel Geld verloren – Alexey Mordaschow ist einer von zweien, bei denen das anders ist. Das Vermögen des Tui-Grossaktionärs erhöhte sich um 1.4 Milliarden auf 13.1 Milliarden Dollar. Damit ist er auf Platz 80 der reichsten Personen weltweit – und der fünftreichste Russe. Mordaschow gilt als Vorzeige-Oligarch und Putin-Liebling. RMS

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In einer Machtdemonstration hat Russland am Donnerstag vier Kriegsschiffe seiner Pazifikflotte vor die Küste Australiens verlegt. Tags zuvor warnte der dänische UNO-Vizegeneralsekretär Jens Anders Toyberg-Frandzen vor einem dauerhaften Bruch der Waffenruhe in der Ostukraine, nachdem die Meldung kursierte, dass russische Truppen in die Ukraine gezogen seien.

Es ist klar: Putin zeigt Muskeln und demonstriert Grossmacht-Politik. Eben dieses Gebaren schwächt aber die russische Wirtschaft. Die Ukraine-Krise hat eine massive Kapitalflucht ausgelöst. Weil Anleger und Unternehmer nicht mehr in den Rubel, sondern in den Dollar investiert haben, stürzte die russische Währung ab. Der massive Wertverlust des Rubels, der niedrige Ölpreis und die zunehmend drückenden Sanktionen des Westens zerfressen die Leistungskraft.

Viele Milliarden in wenigen Wochen verbrannt

Das führt auch zu einem dramatischen Vermögensschaden. Gemäss den tagesaktuellen Daten von Bloomberg gehören 17 Russen zu den 200 reichsten Menschen der Welt. Lediglich zwei dieser Oligarchen haben im Vergleich zum Vorjahr mehr Geld in der Tasche. Die übrigen 15 machten in den vergangenen zwölf Monaten allesamt Verluste – dieses Minus summiert sich auf fast 36 Milliarden Dollar.

Beeindruckend: Noch Anfang September notierte die Jahresbilanz von fünf russischen Oligarchen im Plus. Die Verluste all jener Milliardäre mit einer roten Bilanz summierte sich auf knapp 26 Milliarden Dollar – seitdem steht also ein zusätzliches Minus von rund 40 Prozent. Seit Anfang September sind zudem zwei russische Oligarchen aus dem Ranking der 200 reichsten Menschen der Welt wegen hoher Verluste herausgefallen.

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Vekselberg verliert fast eine halbe Milliarde Dollar

Und: Viktor Vekselbergs Jahresbilanz lag Anfang September noch im Plus. Dies gilt heute nicht mehr: Der Investor verlor in den vergangenen zwölf Monaten fast eine halbe Milliarde Dollar. Damit ist der Renova-Chef, der mit seiner Beteiligungsgesellschaft grosse Aktienpakete an den Industriefirmen Sulzer und OC Oerlikon hält, aber noch gut bedient. Nur drei russische Oligarchen haben es besser erwischt; und Vekselberg bleibt der zweitreichste Russe hinter Usmanow.

Zu den grössten Verlierern gehört Gennadi Timtschenko, der auch auf der US-Sanktionsliste steht. 4,2 Milliarden Dollar hat der Russe, der auch einen finnischen Pass besitzt und im Kanton Genf wohnhaft ist, binnen Jahresfrist eingebüsst. Timtschenko ist einer der Gründer des in der Schweiz domizilierten Rohwarenhändlers Gunvor und war bis vor kurzem noch Miteigentümer.

Grösster Verlierer: Leonid Michelson

Am meisten verlor aber Leonid Michelson, nämlich fünf Milliarden Dollar. Damit hat der Chef und Grossaktionär des zweitgrössten russischen Gaskonzerns Novatek innerhalb eines Jahres knapp ein Drittel seines Vermögens eingebüsst.

Am zweitmeisten büsste Andrei Melnitschenko ein. Nach dem Zerfall der Sowjetunion gründete der heute 42-jährige Wechselstuben und machte später mit seiner daraus entstandenen MDM Bank in der Rubelkrise 1998 sein erstes Vermögen. Die jetzige Krise kostet aber auch ihn knapp ein Drittel seines Vermögens. Mit nunmehr 9,8 Milliarden Dollar bleibt er trotzdem auf Platz 123 der reichsten Menschen auf der Welt.

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