Abo
BILANZ-Briefing

Kein Notenbank-Chef verdient so viel wie Thomas Jordan

Für SNB-Chef Thomas Jordan lohnt sich der Job allemal: Im Vergleich zu anderen Notenbank-Chefs liegt sein Salär klar vorn. Und der SNB-Chef hat noch einen weiteren Vorteil gegenüber seinen Kollegen.

Dirk Schütz

So viel verdienen die Notenbank-Chefs:US-Notenbank-Chefin Janet Yellen bringt es umgerechnet auf 200'000 Franken.
Euro-Hüter Mario Draghi bekommt ein Salär in Höhe von umgerechnet 420'000 Franken.
Mark Carney verdient als Lenker der Bank of England umgerechnet 1 Million Franken.
Klar vorne liegt beim Salär Thomas Jordan. Der SNB-Chef bezieht 1,1 Millionen Franken in einer sehr stabilen Währung. Bilder: Keystone
1 / 4
So viel verdienen die Notenbank-Chefs:US-Notenbank-Chefin Janet Yellen bringt es umgerechnet auf 200'000 Franken. RMS

Werbung

Welcher Notenbanker muss am härtesten arbeiten für sein Geld? Als Nationalbank-Chef Thomas Jordan gestern einmal mehr seinen Entscheid verkündete, alles beim Alten zu belassen, kursierte die Frage: Wie viel müssen die zwei Herren und eine Dame im Direktorium eigentlich für ihr Geld arbeiten? Wer in die heiligen Hallen am Hauptsitz an der Zürcher Börsenstrasse vorgelassen wird, mag sich die gleiche Frage stellen: Lange Gänge, schallschluckenden Wände, tiefe Teppiche, Friedhofsruhe. Der grösstmögliche Gegensatz zum Handelsraum einer Geschäftsbank.

Beim Salär klar vorne

Lohnen tut sich der Job für Jordan allemal. Der Franken ist die siebtgrösste Währung der Welt, doch beim Salär liegt Jordan klar vorn. Er bezieht, 1,1 Millionen Franken in einer sehr stabilen Währung. Central-Banking-Queen Janet Yellen aus den USA bringt es dagegen umgerechnet auf nur 200'000 Franken, Euro-Hüter Mario Draghi auf 420'000, und Mark Carney, der Lenker der Bank of England mit Clooney-Aura, auf immerhin 1 Million.
Auch müssen die Kollegen mit mehr als zehn Direktoriumsmitgliedern ringen, und die Sitzungsprotokolle werden veröffentlicht. Diesen Ärger hat Jordan nicht. Und seine Jobsicherheit ist grösser: Yellens Mandat läuft im nächsten Jahr aus, Draghi muss 2019 abtreten, auch Carney wird dann gehen. Der 54jährige Jordan darf sich dagegen, gröbere Verfehlungen ausgeschlossen, auf eine Verrentung im Jahr 2028 freuen. Happy Swiss Central bankers!

Partner-Inhalte

Dieser Text ist ein Auszug aus dem BILANZ-Briefing von Chefredaktor Dirk Schütz – dem wöchentlichen Blick auf die Köpfe der Wirtschaft aus unserer exklusiven Insider-Perspektive. Abonnieren Sie hier Ihr wöchentliches Briefing.
Sehen Sie in der Bildergalerie unten, was die Schwiezer CEOs 2016 verdient haben:
So viel haben Schweizer Chefs 2016 verdient:Platz 41: Magdalena Martullo - CEO von EMS-Chemie
Die Familieneigentümerin zahlt sich mit 1,3 Millionen Franken einen bescheidenen Lohn aus. Das ist immerhin 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Ranking ist sie im übrigen die einzige weibliche Geschäftsführerin.
Platz 34: Christian Buhl - CEO von GeberitDie Gewinnsteigerung des Sänitärtechnikkonzerns Geberit kommt auch der Geschäftsleitung und den Aktionären des Sanitärtechnikkonzerns zugute. Geberit-Chef Buhl hat 2016 mit 2,3 Millionen Franken 28 Prozent mehr verdient als im Vorjahr.
Platz 25: Patrick Frost - CEO von Swiss Life
Swiss-Life-Chef Patrick Frost hat im vergangenen Jahr 3,82 Millionen Franken Salär erhalten. Der Basislohn ist gesunken, die Boni sind gestiegen.
Platz 17: Nick Hayek - CEO von Swatch
Swatch-Chef Hayek hat im Jahr 2016 Vergütungen von insgesamt 6,13 Millionen Franken erhalten. Das sind rund 700'000 Franken weniger als noch im Vorjahr. Dabei betrug der Basislohn von Hayek unverändert 1,5 Millionen Franken. Der Rest der Vergütung setzt sich aus Boni, Aktienoptionen sowie Pensionsleistungen und weiteren Sozialleistungen zusammen.
Platz 17: Alexander Friedman - CEO von GAM
Der GAM-Chef hat 2016 ebenfalls 6,1 Millionen Franken verdient. Im Vergleich zum Lohn 2015 sind das ganze 23 Prozent mehr.
Boris Collardi
Platz 15: Christian Mumenthaler - CEO von Swiss Re
Der seit Anfang Juli 2016 amtierende Konzernchef des Rückversicherers Swiss Re, Christian Mumenthaler, hat im vergangenen Jahr insgesamt 6,25 Millionen Franken verdient.
Platz 14: Bracken Darrell - CEO von Logitech
Auch für Bracken Darrell gab es mit 7,1 Millionen Franken mehr als das Jahr zuvor. Die Lohnerhöhung beträgt 11 Prozent.
Gleich viel war für den CEO von Partners Group André Frei drin: Auch er wurde 2016 mit 7,1 Millionen Franken entlöhnt.
Auch der CEO von Actelion Jean-Paul Clozel hatte mit 7,1 Millionen Franken die gleiche Lohnabrechnung. An der Börse war die kleine Pharmafirma Actelion der Überflieger.
Platz 13: David Arnott - CEO von Temenos
Mit den Softwareaktien liessen sich gute Gewinne erzielen. Chef David Arnott wird dafür auch fürstlich entlöhnt: 7,3 Millionen Franken erhielt er für seine letztjährige Arbeit.
Platz 12: Ernst Tanner - CEO von Lindt & SprüngliLindt & Sprüngli-Konzernchef Tanner hat im vergangenen Jahr eine Gesamtvergütung von 7,7 Millionen Franken eingestrichen. Das ist gleich viel wie im Vorjahr.
Platz 11: Julián Díaz González - CEO von Dufry
Das Jahr zuvor hat er zwar noch 2 Prozent mehr verdient, mit einem Lohn von 7,5 Millionen Franken kann man sich jedoch schlecht beklagen.
Platz 10: Mario Greco - CEO von ZurichDer Italiener hat im vergangenen Jahr 7,8 Millionen Franken verdient. Das Grundgehalt belief sich auf 1,3 Millionen Franken. Zudem erhielt Greco eine bar ausgezahlte Antrittsprämie und leistungsbezogene Aktien im Wert von 4,2 Millionen Franken, die im Jahr 2019 definitiv zugeteilt werden.
Platz 9: Erik Fyrwald - CEO von SyngentaErik Fyrwald erhält fürs letzte Geschäftsjahr einen Lohn von 8,4 Millionen Dollar. Ein Grossteil davon – 5,6 Millionen – soll die ihm entgangene Vergütung beim vorherigen Arbeitgeber Univar im Zuge des Wechsels zu Syngenta kompensieren.
Platz 8: Eric Olsen - CEO von LafargeHolcim
In seinem ersten vollen Jahr erhielt Eric Olsen das achthöchste Gehalt aller SMI-Chefs, nämlich 9 Millionen Franken. Hoffentlich profitieren bald auch die Aktionäre.
Platz 7: Ulrich Spiesshofer - CEO von ABB
Der Lohn des Elektrokonzern-Chefs stieg 2016 auf knapp 9,3 Millionen Franken, nach 9,1 Millionen Franken im Jahr davor.
Platz 6: Richard Lepeu - CEO von Richemont
Vor seiner Pension im März hat der Richemont-Chef 2016 9,7 Millionen Franken verdient. Das sind ganze 32 Prozent weniger als noch 2015.
Platz 5: Paul Bulcke - CEO von Nestlé (bis Ende 2016)Der Nestlé-Chef hat in seinem letzten Jahr als CEO vor Pensionskassen- und AHV-Beiträgen 9,01 Millionen Franken nach 9,07 Millionen Franken im Vorjahr verdient. Die Aktienanteile waren zwar weniger wert als im Vorjahr, dafür erhielt Bulcke höhere Pensionskassenbeiträge. Mit Sozialversicherungsbeiträgen kam Bulcke auf 11,21 Millionen Franken.
Platz 4: Tidjane Thiam - Chef der Credit Suisse
Der Bankmanager hat im letzten Jahr 11,9 Millionen Franken bekommen - im 2015 hatte er für sechs Monate Arbeit noch 4,6 Millionen Franken erhalten. Nach einer freiwilligen Reduktion des Bonus hat sich sein Verdienst allerdings auf 10,24 Millionen Franken verringert. Thiam verdiente damit letztes Jahr weniger als der UBS-Chef Sergio Ermotti.
Platz 3: Joe Jimenez - CEO von NovartisDer Novartis-Chef hat 2016 insgesamt 10,6 Millionen Franken verdient. Novartis verwendet für die Bezifferung des Gehalts neu die sogenannte «realisierte Kompensation». Der Wert der gesamten Entschädigung, die dem CEO in 2016 zugesprochen wurde, wird mit knapp 12 Millionen Franken ausgewiesen. Darin sind auch Boni enthalten, die erst 2018 bezogen werden können.
Platz 2: Severin Schwan - CEO von Roche
Der Pharmariese ist an der Börse ein solider Wert - aber auch nicht mehr. Severin Schwan kam trotzdem gut weg: Sein Lohn betrug 12,3 Millionen Franken, dies ist 8 Prozent weniger als das Jahr zuvor.
Platz 1: Sergio Ermotti - CEO der UBS
Trotz durchschnittlicher Börsenperformance über die Jahre leistet sich die UBS den teuersten CEO der Schweiz. Er kostete die Bank ganze 13,7 Millionen Franken. Bilder: Keystone
1 / 23
So viel haben Schweizer Chefs 2016 verdient:Platz 41: Magdalena Martullo - CEO von EMS-Chemie Die Familieneigentümerin zahlt sich mit 1,3 Millionen Franken einen bescheidenen Lohn aus. Das ist immerhin 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Ranking ist sie im übrigen die einzige weibliche Geschäftsführerin. Keystone
Über die Autoren

Werbung