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Waden­beisser

Das ist das Machtnetz von Cevian-Gründer Förberg

Mit Lars Förberg im Board von ABB 
wird der aktivistische Investor Cevian 
den Druck erhöhen – von innen. Das sind seine Verbündeten und Gegner.

Marc Kowalsky

Mit 99,21 Prozent wurde Lars Förberg Mitte April in den VR von ABB gewählt. Nichts erinnerte mehr an den erbitterten Kampf, den sich Förbergs Beteiligungsgesellschaft Cevian und ABB während fast zweier Jahre geliefert hatten. Das ist sein Machtnetz:
Die Gegner:ABB-CEO Ulrich Spiesshofer prüfte zwar – sehr langwierig – die Forderung Förbergs nach Abspaltung der Sparte Stromerzeugung, wollte jedoch letztlich (und vermutlich von Anfang an) davon nichts wissen. Das persönliche Verhältnis zwischen den beiden hat sich nach anfänglichen Spannungen inzwischen normalisiert. Spiesshofer droht das gleiche Schicksal wie anderen Chefs von Firmen, die nicht nach Cevians Vorstellung performen...
Bei Panalpina musste neben neun Kaderleuten schliesslich auch Konzernleiterin Monika Ribar gehen, die heutige VR-Präsidentin der SBB und VR bei Sika.
Ihr vorgesehener Nachfolger, der damalige Asienchef Marco Gadola, flüchtete sich zum Zahnimplantatehersteller Straumann, wo er bis heute CEO ist.
Beim Baukonzern Bilfinger musste Roland Koch über die Klinge springen, vorher immerhin Ministerpräsident von Hessen.
Die Verbündeten:Wichtigster Verbündeter im ABB-VR wird Jacob Wallenberg sein: Der grösste Anteilseigner von ABB hat das gleiche Interesse an steigenden Aktienkursen wie Förberg und unterstützte seine Wahl ins Board.
ABB-VR Matti Alahuhta kennt Förberg bereits von der gemeinsamen Arbeit im Board von Volvo Trucks.
Dort sitzt auch Hanne de Mora, die in einem früheren Leben bei McKinsey der Mastermind hinter der Hunter-Strategie der Swissair war und heute in Zürich die von ihr gegründete Managervermittlung A-Connect führt.
Gut ist der Draht auch zu Volvo-Chairman Carl-Henric Svanberg, dem früheren CEO von Ericsson und heutigen Präsidenten von BP.
Bei Panalpina haben sich der damalige VR-Präsident Rudolf Hug (Bild) und der Vertreter des Hauptaktionärs Ernst Göhner Stiftung, Roger Schmid, lobend über Förbergs Arbeit geäussert. Er half auch beim Turnaround des grössten dänischen Geldinstituts Danske Bank mit.
Dort arbeitete er im Board eng zusammen mit Präsident Ole Andersen, Chairman von Bang & Olufsen, …
… und dem ehemaligen SAP-Chef und zukünftigen Aufsichtsratspräsidenten von Siemens, Jim Snabe.
Privat ist Förberg befreundet mit Fredrik Reinfeldt, der von 2006 bis 2014 schwedischer Ministerpräsident war.Bilder: Keystone/zvg
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Mit 99,21 Prozent wurde Lars Förberg Mitte April in den VR von ABB gewählt. Nichts erinnerte mehr an den erbitterten Kampf, den sich Förbergs Beteiligungsgesellschaft Cevian und ABB während fast zweier Jahre geliefert hatten. Das ist sein Machtnetz: RMS

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Das Abstimmungsergebnis war von nordkoreanischer Klarheit: Mit 99,21 Prozent wurde Lars Förberg (51) am Gründonnerstag in den VR von ABB gewählt. «Welcome to the club, Lars», gratulierte VR-Präsident Peter Voser freundlich, «it’s great to have you on board.» Nichts erinnerte mehr an den erbitterten Kampf, den sich Förbergs Beteiligungsgesellschaft Cevian und ABB während fast zweier Jahre geliefert hatten: vornehmlich um die Abspaltung der Sparte Power Systems, insgesamt aber um eine bessere Performance des grössten Schweizer Industriekonzerns mit 34 Milliarden Dollar Umsatz und 132'000 Mitarbeitern.

Druck sukzessive erhöhen

Die Zukunft wird ruhiger werden. Zum einen, weil sich weitere Auseinandersetzungen nun nicht mehr in der Öffentlichkeit, sondern ausschliesslich im Boardroom von ABB abspielen werden. Zum anderen, weil Förberg erst einmal auf Krawall verzichten dürfte. Sich einarbeiten, kritische Fragen stellen, sich Respekt verschaffen, Verbündete im VR suchen wird seine Aufgabe für die nächsten Quartale sein. Wenn ABB in dieser Zeit nicht markante Fortschritte macht, wird Förberg den Druck auf CEO Ulrich Spiesshofer sukzessive erhöhen.
Noch nie hat hierzulande ein Unternehmen dieser Grösse einen aktivistischen Investor ins Board gelassen. Dass VR-
Präsident Voser in der Auseinandersetzung mit Cevian nie klar Stellung bezogen hat und sich auch der Wahl von Förberg nicht widersetzte, ist geschickt: Welche Ideen auch immer 
der Schwede ins Gremium bringt, Voser kann sie sich nun zu eigen machen. Hätte er abgeblockt, wäre seine Präsidentschaft allein mit Spiesshofer und dessen Erfolg – oder Misserfolg – verknüpft. So aber hält sich Voser alle Optionen offen.

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Wer die Verbündeten und Gegner von Cevian-Gründer Förberg sind, sehen Sie in der Bildergalerie oben.
Das vollständige Machtnetz von Lars Förberg lesen Sie in der aktuellen «Bilanz»-Ausgabe. Darin finden Sie auch folgende Geschichte:

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