Sie gelten als bequem und wenig karriereorientiert: Die Generation Y stellt so manche HR-Abteilung vor besondere Herausforderungen. Doch wie ticken junge Absolventen? Bilanz.ch hat nachgefragt.
Pascal Scheiber,
Mathias Ohanian
Junge Bewerber auf dem Absolventenkongress: Work-Life-Balance ist wichtig. Staufenbiel Institut RMS
FΓΌr viele HR-Abteilungen ist die sogenannte Generation Y ein RΓ€tsel. Aufgewachsen mit digitaler Technologie und sozialen Medien stellen die zwischen 1980 und 1998 Geborenen Personaler oft vor besondere Herausforderungen. Dabei ist das VerstΓ€ndnis fΓΌr den Nachwuchs wichtig: Schon heute macht die Generation Y rund ein Viertel aller ArbeitskrΓ€fte in Firmen aus β in zehn Jahren sollen es ΓΌber drei Viertel sein.
Auf dem Absolventenkongress am Freitag buhlten grosse Firmen wie die SBB, Postfinance, UBS oder Accenture um den Nachwuchs. Kleinere Arbeitgeber wie der Softwarespezialist IPT aus Zug waren ebenfalls vertreten. Insgesamt kamen in der Messe ZΓΌrich rund 3000 Absolventen und Firmenvertreter zusammen, um sich zu beschnuppern β und potenzielle Zusammenarbeiten auszuloten.
Work-Life-Balance steht hoch im Kurs
Bilanz.ch befragte sowohl Arbeitgeber als auch Absolventen. Ein Ergebnis der Interviews unter Firmen: Den Experten in den Personalabteilungen scheint klar, dass derNachwuchs heute besonders gefΓΆrdert werden mΓΆchte und Arbeitseinsatz zwar nicht scheut β dafΓΌr aber auch immer wieder einen Ausgleich haben mΓΆchte.
Doch deckt sich diese EinschΓ€tzung mit der RealitΓ€t? TatsΓ€chlich steht die Work-Life-Balance bei vielen Absolventen heute sehr hoch im Kurs, wie die Videoumfrage unter Jungbewerbern zeigt.
Der Eindruck vom Absolventenkongress bestΓ€tigt damit bereits existierende Studien: So sind finanzielle Anreize laut einer Erhebung von Universum fΓΌr Schweizerinnen und Schweizer weniger relevant als fΓΌr junge Menschen in anderen LΓ€ndern rund um den Globus. Besonders wichtig ist demnach hingegen, dass die Vorgesetzten ihnen Eigenverantwortung ΓΌbertragen.
Was die Work-Life-Balance angeht, haben die Schweizer Millennials demnach ebenfalls klare PrioritΓ€ten: Teilzeitarbeit wird viel hΓΆher gewertet als im internationalen Vergleich, ebenso flexible Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen sowie die MΓΆglichkeit, Γberstunden zu kompensieren.