Die Mitarbeiter des grössten Schweizer Küchenanbieters Bruno Piatti sind schlechte Nachrichten gewohnt: Innerhalb von fünf Jahren haben sie fast die Hälfte ihrer Arbeitskolleginnen und -kollegen verloren. Rund 500 Angestellte gab es bei Piatti und Forster Schweizer Stahlküchen, als der Bauausrüster AFG Arbonia-Forster 2014 das Geschäft an Alno verkaufte.
Am Mittwoch haben die noch gut 270 Angestellten der Gesellschaft eine weitere beunruhigende Botschaft erhalten: Ihr deutscher Mutterkonzern Alno ist zahlungsunfähig und soll saniert werden.
Bei der Lieferung hapert es
Die Schweizer Tochter ist zwar von diesem Insolvenzverfahren ausgenommen und somit nicht direkt betroffen. Die Probleme der deutschen Mutter machen der Bruno Piatti AG dennoch zu schaffen. Denn die Piatti Küchen werden seit 2015 in Deutschland produziert und zurzeit ist die Qualität der Lieferungen unbefriedigend, wie Bruno-Piatti-Präsident Serkan Tavasli sagte. «Das belastet das Geschäft.»
Ein weiterer Stellenabbau in der Schweiz ist laut Serkan Tavasli aber nicht geplant. «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.» Das Unternehmen habe viele Aufträge, und alles hänge nun davon ab, ob Alno gerettet werden könne.
Bis Ende Monat wird Forster verkauft
Als Teil seiner Sanierung will sich Alno auch von der Schweizer Marke Forster trennen. Seit März sucht der Konzern einen Käufer für den bekannten Thurgauer Küchenhersteller. Nun hat Alno einen Interessenten gefunden. «Der Kaufvertrag ist unterschrieben», so Tavasli. Werden die Vollzugsbedingungen erfüllt, soll Forster noch im Juli an den neuen Besitzer übergehen. Der will laut Tavasli die Forster-Küchen weiterhin in Arbon am Bodensee produzieren und alle gut 90 Mitarbeiter weiterbeschäftigen.
Wer der Käufer ist, kann Piatti-Präsident Tavasli nicht sagen. Als möglicher neuer Eigentümer wurde in den Medien der Ex-Alno-Chef Max Müller gehandelt. Der Schweizer Manager ist Ende Mai überraschend an der Spitze des deutschen Konzerns abgelöst worden. Der abrupte Abgang warf Fragen auf, denn eigentlich hatte der langjährige Konzernlenker noch einen Arbeitsvertrag bis Ende 2018. Müller kann die finanzielle Schieflage seines Ex-Konzerns nicht nachvollziehen, wie er zu handelszeitung.ch sagte. «Ich verstehe nicht, was da abläuft.»
Müller ist weiterhin Grossaktionär
Ob er der unbekannte Käufer von Forster Küchen ist, wollte Müller nicht sagen. Die Zahlungsunfähigkeit des deutschen Grosskonzerns lässt den Schweizer Manager nicht kalt: Er ist über seine Holding und privat zu über 6 Prozent an Alno beteiligt – und hat vom deutschen Küchenbauer noch ein Darlehen von gut acht Millionen Euro zugute.
Diese Firmen streiche 2017 Stellen:
Diese Firmen streichen im Jahr 2017 Stellen in der Schweiz:Ringier schliesst Ende 2018 die Zeitungsdruckerei im Luzerner Vorort Adligenswil. Betroffen sind 172 Mitarbeiter. RMS Der Pharmakonzern Roche will in Kaiseraugst AG 235 Stellen streichen. Teile der Verpackungseinheit sollen an andere Standorte verlegt werden. RMS Die Freiburger Saint-Paul-Gruppe, die unter anderem die Tageszeitung «La Liberté» verlegt, will in ihren Druckereien 25 bis 30 Stellen streichen. RMS Meyer Burger baut in Thun ab. 180 Jobs sind gefährdet. RMS Die Liquidierung der Schweizer Airberlin-Tochter Belair ist beschlossene Sache. Rund 220 Mitarbeiter verlieren ihre Stellen. RMS Der Pflanzenextrakte-Hersteller Frutarom erwägt, die Produktion am Standort in Wädenswil ZH einzustellen. 59 der 75 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter droht die Kündigung. RMS Der Bankensoftware-Hersteller Avaloq plant einen grösseren Stellenabbau. In vier Schweizer Service-Zentren werden bis zu 60 Jobs abgebaut. Am stärksten betroffen sind die Standorte im Tessin. RMS Die Uhrenfirma Maurice Lacroix enlässt aus wirtschaftlichen Gründen acht Mitarbeitende im Werk in Saignelégier JU. RMS Die beiden Traditionsmarken Fogal und Lahco of Switzerland stehen vor dem Konkurs. Das Unternehmen, welches hinter den Marken steht, hat beim Bezirksgericht Meilen die Bilanz deponiert. Betroffen sind 35 Mitarbeiter. RMS Im Kanton St.Gallen sind 55 Stellen vom Abbau bedroht: Die Nestlé-Glacé-Tochter Froneri will in der Schweiz 55 Stellen abbauen. Keystone Die Ostschweiz am Sonntag erscheint nur noch im Internet. Die Presto Presse-Vertriebs AG wird deshalb zwischen 150 bis 200 Zeitungsverträgern kündigen. RMS Edwards Lifesciences schliesst ihre Produktion im luzernischen Horw. 250 Vollzeitstellen gehen bis Mitte 2018 in der Luzerner Vorortsgemeinde verloren. RMS Der grösste Schweizer Küchenbauer Bruno Piatti hat Insolvenz angemeldet. 250 Jobs stehen auf dem Spiel. RMS Die Glasfabrik AGC VIM hat angekündigt, den Betrieb an ihrem Standort in Moutier einzustellen. Davon betroffen sind rund 102 Mitarbeiter. RMS Der Industrie- und Rüstungskonzern Ruag entlässt an den Standorten in Thun, Bern und Zürich insgesamt 39 Mitarbeitende. Keystone Images Drehmaschinenhersteller Tornos hat rund einem Dutzend Angestellten gekündigt. Die Gewerkschaft Unia befürchtet einen weiteren Abbau. RMS Die Nestlé-Tochter Nestlé Skin Health will die Produktion in ihrer Fabrik im solothurnischen Egerkingen einstellen. Das kann bis zu 190 Jobs kosten. RMS Evolva zieht die Reissleine und baut gegen 80 Stellen ab. Das soll die Betriebskosten um 30 Prozent reduzieren. RMS Manor baut am Hauptsitz in Basel bis zu 200 Stellen ab. Damit will das Unternehmen auf Veränderungen am Markt reagieren. RMS Das Modehaus Globus streicht 30 Arbeitsplätze in den Filialen - Entlassungen soll es nicht geben. Im letzten Mai hatte Globus bereits 80 Stellen in der Zentrale in Spreitenbach abgebaut. RMS Tamedia legt die Redaktionen von «20 minutes» und «Le Matin» zusammen. Sechs Personen werden entlassen, darunter vier Journalisten. RMS Die aargauische Firma BL Fenster AG mit Hauptsitz in Veltheim hat ihren Betrieb eingestellt. Über 60 Mitarbeiter verlieren ihre Stelle. RMS Der Öl- und Gasförderer Addax Petroleum schliesst seinen Standort in Genf. Über 170 Mitarbeiter müssen um ihre Stelle fürchten. RMS Die Papierfabrik Utzenstorf schliesst. 200 Angestellte sind betroffen. Ein Sozialplan wird erstellt. RMS Die Firma Aerni verlagert die Produktion von Kunststofffenstern nach Mazedonien. Rund 20 Angestellte in Arisdorf BL verlieren deshalb ihren Job. RMS Bombardier baut 650 Arbeitsplätze in der Schweiz ab, meldet Unia. Vor allem in Unia und Villeneuve sollen Jobs gekürzt werden. RMS GE streicht zusätzliche 99 Stellen bei Alstom in Birr. 2016 war bereits der Abbau von 1300 Jobs angekündigt. RMS Emmi schliesst seine YoBars in Zürich und Luzern per Ende September 2017. Von dieser Schliessung sind fünf Vollzeit- und zehn Teilzeitmitarbeiter betroffen. RMS Die SIX Gruppe verlagert 100 Stellen nach Polen. Auf Entlassungen in der Schweiz will die Börsenbetreiberin aber verzichten. RMS Die Schifffahrtsgesellschaft NLM am Lago Maggiore wird seine 34 Schweizer Angestellten zum 31. Dezember 2017 entlassen. RMS Das Zürcher Fintech Centralway Numbrs entlässt 40 Mitarbeiter - um ihre Jobs weltweit zu vergeben. Das Unternehmen lässt vor allem Programmierer gehen. RMS Swisscom-Tochter Localsearch kürzt 40 von rund 850 Arbeitsplätzen. Abgebaut wird vor allem im Stammgeschäft, dafür werden andere Geschäftsbereiche erweitert. RMS Landis+Gyr baut am Hauptsitz in Zug bis zu 60 Stellen ab. Im Gegenzug werden in Prag und in Nürnberg neue Teams aufgebaut. RMS Der Baumaschinenhersteller Ammann verlegt 130 Jobs vom Hauptsitz in Langenthal ins Ausland. Den Abbau begründet das Unternehmen mit dem Preisdruck und dem starken Franken. RMS Der Baukonzern Implenia streicht Jobs in der Region Bern, Basel und Südostschweiz. Die Rede ist von Überkapazitäten im Tiefbau und einem Abbau in zweistelliger Höhe. RMS Der Pharmakonzern Novartis will in den nächsten anderthalb Jahren am Hauptsitz in Basel rund 500 Stellen streichen. Gleichzeitig werden auch 350 neue Arbeitsplätze geschaffen. RMS Beim Bekleidungskonzern Charles Vögele stehen im Zusammenhang mit der Übernahme durch den italienischen Modekonzern OVS weitere rund 160 Entlassungen an. RMS Die Migros baut in der Zentrale von Globus in Spreitenbach AG rund 80 der 400 Stellen ab. Die Stellen gehen wegen der Reorganisation des Modegeschäfts verloren. RMS Gemalto, der holländische Besitzer der früheren Trüb AG im Aargau, plant die Auslagerung eines Teils der Produktion ins Ausland. Bis zu 55 Angestellte könnten den Job verlieren. RMS Die Uhrengruppe MGI mit ihren Aushängeschildern Movado und Ebel streicht Jobs zusammen - schweigt aber über die Grösse. RMS Das irische Medizinaltechnikunternehmen Medtronic schliesst Ende 2018 seinen Standort in Neuenburg. Betroffen sind 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. RMS Advaltech will Werk in Uetendorf BE schliessen. Der Entscheid trifft 25 Mitarbeitende. RMS Der US-Laborausrüster Thermo Fisher plant die Verlagerung eines Teils der Fabrik in Ecublens (VD) in die Tschechische Republik und die Streichung von 106 der 165 Stellen. RMS Die Schweizer Modekette Yendi ist Pleite. Betroffen sind 500 Angestellte. RMS Der Industriekonzern Dätwyler legt das Management für Distributionsmarken in Manchester zusammen. 90 Arbeitsplätze aus mehreren Ländern werden nach England verlagert. Uster verliert 50 Stellen. RMS Der Pharmakonzern Elanco baut im Teil «Tiermedizin» 48 der 260 Stellen ab. RMS Die Bank am Bellevue setzt 23 Personen vor die Tür. RMS Das Bundesamt für Informatik (BIT) streicht gegen 60 Stellen. Dies weil das Parlament das Budget zusammengestrichen hatte. RMS Bei der Zeitung «Il Caffè» werden vier Stellen gestrichen. RMS Bei Walo Bertschinger steht ein Standort in Genf vor dem Aus. Betroffen sind 40 Personen. RMS Der Verlag Editions Atlas macht gleich ganz dicht. 60 Leute sind ohne Job. RMS Die Glarner Rüesch Bau AG in Niederurnen ist pleite. 50 Angestellte verlieren ihre Arbeit. RMS Der Schweizer Klimatechnikhersteller Walter Meier fusioniert mit Tobler Haustechnik. Resultat: Bis zu 120 Jobs fallen weg. Es soll zu keinen Kündigungen kommen. RMS Die Fraubrunnen AG, eine Berner Traditions-Möbelfabrik mit über 100-jähriger Firmengeschichte, schliesst Ende März ihre Tore. 55 Stellen gehen verloren. RMS Bei der Credit Suisse geht der Jobabbau 2017 weiter: Gemäss den Präsentationsunterlagen sollen im laufenden Jahr 5500 Stellen verschwinden, wobei es vermutlich vor allem externe Angestellte trifft. 2016 hatte die Bank bereits 7250 Vollzeitstellen gestrichen. RMS Inapa Schweiz: Um die 50 Jobs sollen nach der Übernahme durch die schwedische Papyrus wegfallen. Die Bestätigung der Zahl durch das Unternehmen steht aus. RMS Die Swisscom baut mehr Jobs ab: Anstatt wie zuvor angekündigt 700 Stellen, sollen einem Sparprogramm jetzt 1000 Stellen zum Opfer fallen. RMS Das Westschweizer Wochenmagazin «L'Hebdo» von Ringier Axel Springer Schweiz wird eingestellt. 37 Journalisten verlieren ihren Job. Zum Verlag gehören unter anderem die Handelszeitung, die Bilanz und die Beobachter-Gruppe. RMS Der Versicherungskonzern Zurich Insurance will die Sparschraube in seinen Schweizer Einheiten stärker anziehen und weitere 123 Stellen streichen. Dabei wird es zu 71 Entlassungen oder Frühpensionierungen kommen. In Grossbritannien baut Zurich 240 Stellen ab. RMS Der amerikanische Parfüm- und Kosmetikkonzern Coty plant in Genf den Abbau von bis zu 210 Stellen. RMS Der Uhrenkonzern Fossil streicht am Europasitz Basel Stellen. Einige der knapp 250 Mitarbeitenden müssen gehen. RMS