Abo
Votum

USR III: Eine schallende Ohrfeige für den Bundesrat

Das Nein zur USR III ist für Bundesrat und Parlament eine selten Ohrfeige, denn es ist die erste Abstimmungsschlappe seit 2014 - und angesichts der Tragweite eine der schwersten seit vielen Jahren.

ueli-maurer_0.jpg
Ueli Maurer: Für den federführenden Finanzminister ist die Abfuhr besonders ärgerlich.Keystone RMS

Werbung

Das Nein zur Unternehmenssteuerreform III ist für Bundesrat und Parlament die erste Abstimmungsschlappe seit 2014 - und angesichts der Tragweite, die der Vorlage zugemessen wurde, eine der schwersten seit vielen Jahren.

Besonders ärgerlich dürfte das Nein zur USR III für den federführenden Finanzminister Ueli Maurer sein, ging doch in den Augen der Kommentatoren schon die letzte gescheiterte Behördenvorlage auf seine Kappe: In seiner Zeit als Verteidigungsminister liessen die Stimmenden im Mai 2014 den Kauf des Gripen-Kampfjets abstürzen.

Zugleich hiess das Volk gegen den Willen der Bundesbehörden die Pädophilen-Initiative gut. Im Februar zuvor hatten Landesregierung und Parlament bereits mit dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative ein Debakel erlebt, an dem sie bis heute zu kauen haben. Medien verglichen die historische Bedeutung des Entscheids mit jener des EWR-Neins von 1992.

Nicht im Sinne Bundesberns fielen 2013 das Nein zu einer teureren Autobahnvignette und 2012 das Ja zur Zweitwohnungsinitiative aus. Eine bittere Pille für Bundesrat und Parlament war 2012 auch die wuchtige Ablehnung (76 Prozent Nein) der Managed-Care-Vorlage zum Krankenversicherungsgesetz.

Ähnlich massiv lehnten die Stimmenden 2010 die Senkung des BVG-Umwandlungssatzes ab. Nur haarscharf schrammten der Bundesrat und das Parlament 2008 mit der Unternehmenssteuerreform II an einer Niederlage vorbei. Der Ja-Vorsprung betrug weniger als 20'000 Stimmen.







Partner-Inhalte

Linke bodigt Steuerpaket

Die Erleichterung im Bundeshaus war umso grösser, als die Stimmenden vier Jahre zuvor zusammen mit der AHV-Reform ein Steuerpaket versenkt hatten. Es war ein Denkzettel für das bürgerliche Lager, das sich damals nach dem Wahlsieg der SVP im Vorjahr - ähnlich wie nach den letzten Nationalratswahlen - auf einem Höhenflug wähnte.

Insgesamt verloren Bundesrat und Parlament 2004 nicht weniger als 8 von 13 Abstimmungsvorlagen. So lehnte das Volk gegen ihren Willen auch den Gegenvorschlag zur Avanti-Initiative, die Änderung des Obligationenrechts (Mietrechts) und die erleichterte Einbürgerung der zweiten und dritten Ausländergeneration ab und stimmte der Verwahrungsinitiative zu.

(sda/ccr)
Sehen Sie in der Bildergalerie unten, wer zu den reichsten Parlamentariern im Bundeshaus zählt:
Margret Kiener Nellen

Das sind die reichsten Parlamentarier: Platz 5: Margret Kiener Nellen (SP/BE) Die «Weltwoche» machte die Steuerveranlagung 2011 des Ehepaars Kiener-Nellen publik.Vermögen: 10 Millionen Franken
Andreas Glarner

Platz 5: Andreas Glarner (SVP/AG) Gründer der Airproduct, die er an den Würth-Konzern verkaufte. Gründer der Careproduct Vermögen: 10 Millionen Franken
Céline Amaudruz

Platz 5: Céline Amaudruz (SVP/GE) Ihre Familie besitzt 9,5 Prozent der Groupe Minoteries.Vermögen: 10 Millionen Franken
Franz Grüter

Platz 4: Franz Grüter (SVP/LU) Gründer mehrerer Internetfrmen. Miteigentümer Green.ch. Vermögen: 20 Millionen Franken
Ruedi Noser

Platz 3: Ruedi Noser (FDP/ZH)Unternehmer, Noser Group Vermögen: 50 Millionen Franken
Hans Grunder

Platz 3: Hans Grunder (BDP/BE) Unternehmer, Grunder Ingenieure Vermögen: 50 Millionen Franken
Marcel Dobler

Platz 3: Marcel Dobler (FDP/SG) Digitec-Gründer Vermögen: 50 Millionen Franken
Thomas Matter
Hermann Hess

Platz 2: Hermann Hess (FDP/TG) Immobilienunternehmer und Retter der Bodenseeschifffahrt Vermögen: 150 Millionen Franken
Magdalena Martullo-Blocher
1 / 10
RMS

Werbung