Mitarbeiter verklagt CS wegen Datenlieferung - Bank verteidigt sich

Die Credit Suisse hat im Zuge des Steuerstreits Daten von Mitarbeitern an die USA geliefert - das hat ein juristisches Nachspiel vor der Bundesanwaltschaft. Die Grossbank spricht von einer «zulässigen Koopertion».

07.08.2012

Die Herausgabe von Daten Schweizer Bankangestellter an die US-Behörden hat ein weiteres juristisches Nachspiel. Ein Mitarbeiter der Credit Suisse hat eine Strafklage bei der Bundesanwaltschaft eingereicht.

Dies sagte der Genfer Anwalt Alec Reymond, der den Mitarbeiter vertritt, dem Westschweizer Radio RTS. Zudem sei ein Genfer Gericht eingeschaltet worden, um die Dokumente und Auskünfte zu erhalten, die an die USA geliefert worden waren.

Es gehe auch darum, den schriftlichen Beweis zu sehen, dass der Bundesrat die Autorisation gegeben haben, auf die sich die Banken berufen, erklärte der Anwalt. Weitere Klagen könnten laut Reymond folgen. «Andere unserer Klienten schicken sich an, den gleichen Weg zu gehen», sagte Reymond. Man könne daher weitere juristische Schritte in den nächsten Wochen und Monaten erwarten.

Im Mai hatte ein ehemaliger Kaderangestellter der HSBC Private Bank (Suisse) in Genf bereits eine Strafanzeige eingereicht. Ehemalige Angestellte der CS und der HSBC reichten zudem bei den Genfer und Zürcher Justizbehörden Gesuche ein, um die Dokumente, die sie betreffen, sowie die Autorisation zur Lieferung der Daten zu erhalten.

CS: Alles rechtens

Die Credit Suisse berief sich in einer Stellungnahmen am Montagabend erneut auf den Bundesratsentscheid vom April. «Wir haben die rechtlichen Grundlagen dafür umfassend geprüft und sowohl mit dem SIF (Staatssekretariat für internationale Finanzfragen) als auch der Finma (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) abgesprochen», schrieb die CS. Dabei habe sich gezeigt, dass «diese Kooperation zulässig ist».

Die CS wies weiter darauf hin, dass seit Anfang April 2012 «in der Steuerangelegenheit keine Schweizer Bankmitarbeitenden von den USA mehr angeklagt» wurden. Die Datenübergabe sei auch im «Interesse der Bankmitarbeitenden». Sie könne «zu einer Entspannung der Situation» beitragen, schreibt die Grossbank.

Die grosse Mehrheit der CS-Angestellten habe sich an Gesetze und Regeln gehalten und habe deshalb nichts zu befürchten, selbst wenn ihr Name auftauche in den an die USA gelieferten Unterlagen, versicherte die CS weiter. Man habe die Mitarbeiter mehrfach entsprechend informiert.

«Bei der allergrössten Mehrheit von Mitarbeitenden führte diese Information zu einer realistischen Einschätzung der Situation», schrieb CS-Sprecher Marc Dosch.

(vst/laf/tno/sda)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

Die Herausgabe von Daten Schweizer Bankangestellter an die US-Behörden hat ein weiteres juristisches Nachspiel. Ein Mitarbeiter der Credit Suisse hat eine Strafklage bei der Bundesanwaltschaft eingereicht.

Dies sagte der Genfer Anwalt Alec Reymond, der den Mitarbeiter vertritt, dem Westschweizer Radio RTS. Zudem sei ein Genfer Gericht eingeschaltet worden, um die Dokumente und Auskünfte zu erhalten, die an die USA geliefert worden waren.

Es gehe auch darum, den schriftlichen Beweis zu sehen, dass der Bundesrat die Autorisation gegeben haben, auf die sich die Banken berufen, erklärte der Anwalt. Weitere Klagen könnten laut Reymond folgen. «Andere unserer Klienten schicken sich an, den gleichen Weg zu gehen», sagte Reymond. Man könne daher weitere juristische Schritte in den nächsten Wochen und Monaten erwarten.

Im Mai hatte ein ehemaliger Kaderangestellter der HSBC Private Bank (Suisse) in Genf bereits eine Strafanzeige eingereicht. Ehemalige Angestellte der CS und der HSBC reichten zudem bei den Genfer und Zürcher Justizbehörden Gesuche ein, um die Dokumente, die sie betreffen, sowie die Autorisation zur Lieferung der Daten zu erhalten.

CS: Alles rechtens

Die Credit Suisse berief sich in einer Stellungnahmen am Montagabend erneut auf den Bundesratsentscheid vom April. «Wir haben die rechtlichen Grundlagen dafür umfassend geprüft und sowohl mit dem SIF (Staatssekretariat für internationale Finanzfragen) als auch der Finma (Eidgenössische Finanzmarktaufsicht) abgesprochen», schrieb die CS. Dabei habe sich gezeigt, dass «diese Kooperation zulässig ist».

Die CS wies weiter darauf hin, dass seit Anfang April 2012 «in der Steuerangelegenheit keine Schweizer Bankmitarbeitenden von den USA mehr angeklagt» wurden. Die Datenübergabe sei auch im «Interesse der Bankmitarbeitenden». Sie könne «zu einer Entspannung der Situation» beitragen, schreibt die Grossbank.

Die grosse Mehrheit der CS-Angestellten habe sich an Gesetze und Regeln gehalten und habe deshalb nichts zu befürchten, selbst wenn ihr Name auftauche in den an die USA gelieferten Unterlagen, versicherte die CS weiter. Man habe die Mitarbeiter mehrfach entsprechend informiert.

«Bei der allergrössten Mehrheit von Mitarbeitenden führte diese Information zu einer realistischen Einschätzung der Situation», schrieb CS-Sprecher Marc Dosch.

(vst/laf/tno/sda)

Meistgelesen

Ranking

Es sind Regionen mit wirtschaftlicher Macht, zum Teil stärker als ganze Staaten: Ein Überblick zu den stärksten Wirtschaftsregionen der Welt. Mehr...

Hier ist es teurer als in St.Tropez
Strandbar

Ein grosser Pool umgeben von weissen Betten und Cabanas: Im Niki Beach Club in mexikanischen Cabo San Lucas ist alles ähnlich wie in den anderen Nikki Beach Clubs – jedoch nur ein bisschen teurer. Mehr...

VonKaya Müssig («World's Luxury Guide»}
Spenden

Eric Tveter nahm die Herausforderung der BILANZ zur Ice Bucket Challenge an. Der Chef von UPC Cablecom machte es mal anders und zudem auch aus ganz persönlichen Gründen. Mehr...

Verurteilung

Das Zürcher Obergericht hat den früheren Swiss-Life-Finanzdirektor Dominique Morax wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung zum zweiten Mal verurteilt - doch nun mit einer deutlich höheren Ersatzforderung. Mehr...

Volvo lanciert limitierte Erstedition des XC90
Neuheit

In Stockholm präsentierte Volvo erstmals die Zukunft der schwedischen Traditionsmarke. Nun kündigte der Autobauer eine limitierte Erstedition des XC90 an - mit nummerierten Trittbrettern und Emblem. Mehr...

Berufswelt

Der Einsatz von digitalen Technologien hat schon heute Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt: Immer häufiger wird der Mensch durch die Maschine ersetzt. Doch es gibt auch Potenzial für neue Berufe. Mehr...

VonLukas Rohner
Kampfzone Büro: Muss ich einen Ausstand geben?
Kolumne

Ich verabschiede mich demnächst aus einer Firma, bei der ich kurz und nicht sehr gerne gearbeitet habe. Muss ich trotzdem einen Abschiedsapero machen? S.H. aus L. Mehr...

VonKarin Kofler


Die aktuelle BILANZ

Zweiter Sarasin-Banker verhaftet. Lesen

Sommaruga: Rohstofffirmen an die kurze Leine. Lesen

Alnatura Schweiz: Gegner wird Begleiter. Lesen

Schweizer Sporthilfe: Viel Kosten, kaum Sport. Lesen

Jornod hält an seiner «exekutiven» Rolle fest. Lesen

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die BILANZ alle zwei Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis:

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Mobile lesen