Von:
Andreas Schmid
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Keystone
 

Lohnvergleich: Der Bonus bringts

Im BILANZ-Online-Lohnvergleich haben 16 000 Lohnbezüger ihr Salär offengelegt. Mehr als jeder Vierte bezog einen Bonus.

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Lohnbezüger profitieren von der florierenden Wirtschaft und streichen satte Boni ein. Von den 16 026 Lohnbezügern, die sich beim BILANZ-Online-Vergleich eintrugen, gaben 4766 an, eine individuelle Leistungsprämie erhalten zu haben. Die ausbezahlten Summen sind stattlich – 17164 Franken im Schnitt.

Die höchsten Boni wurden im Beratungssektor (27294 Franken) bezahlt. Allerdings kommen in diesen Sparten weniger Angestellte in den Genuss von Sonderzahlungen als etwa im Bankensektor, dafür werden höhere Beträge ausgeschüttet. Bei den Banken werden die Leistungen der Angestellten auf breiter Ebene mit Prämien honoriert. Bei den über 1000 Lohnbezügern aus der Bankenbranche, die beim BILANZ-Lohnvergleich einen Bonus ausgewiesen haben – das sind 50 Prozent der in diesem Sektor Registrierten –, macht dieser durchschnittlich 22860 Franken aus. Die höchste in der Auswertung erscheinende Bonussumme von 850000 Franken stammt aus der Sparte Beratung, den zweitgrössten Betrag von 750000 Franken hat ein Banker bezogen.

Wenn überhaupt, werden die Beschäftigten in der Land- und Forstwirtschaft, im Sektor Persönliche Dienstleistungen, in der Sicherheitsbranche, in der Sparte Personenverkehr sowie in der Recycling-Industrie mit bescheidenen Sonderzahlungen belohnt. In diesen Berufen machen die Boni zwischen 5100 und 9300 Franken aus.

Von den über 16000 Einträgen im BILANZ-Lohnvergleich stammen zwei Drittel von Männern, ein Drittel von Frauen. Die Unterschiede zwischen Frauen und Männern sind nach wie vor frappant, die registrierten Männer verdienen pro Monat 6926 Franken, die Frauen nur 5195 Franken. Allerdings ist die Schere gegenüber der letzten Auswertung vom November 2006 kleiner geworden. Damals standen 7317 Franken bei den Männern 5065 Franken bei den Frauen gegenüber. Die Maximallöhne dagegen haben sich noch weiter auseinanderbewegt. Der höchste gemeldete Frauenlohn liegt bei monatlich 36000 Franken, der bestverdienende Mann gab einen Monatslohn von 97500 Franken an. Im November standen 16334 Franken als höchstes Frauensalär 36000 Franken Maximallohn bei den Männern gegenüber.

Trotz den neu erfassten Toplöhnen ist der Durchschnittslohn über alle Sparten und für beide Geschlechter um knapp 300 Franken auf 6307 Franken pro Monat gesunken. Das entspricht jedoch gegenüber dem vom Bundesamt für Statistik angegebenen mittleren Salär aller Werktätigen in der Schweiz weiterhin einem um fast 800 Franken höheren Lohn. Zu begründen ist dieser Umstand damit, dass sich überdurchschnittlich viele Gutverdienende an der BILANZ-Lohnerhebung beteiligten.

Im Vergleich zwischen den Branchen beziehen die in der Telekomindustrie Beschäftigten mit monatlich 8010 Franken den höchsten Durchschnittslohn. Es folgen in der Rangliste die Sparte Revision (7741 Franken), die Uhren- und Feinmechanik-Branche (7731 Franken) und der Beratungssektor (7652 Franken). Mit einem Schnitt von 7168 Franken aus über 2000 Einträgen bestätigt sich der Bankensektor als Hochlohnbranche.

Die niedrigsten Löhne ergeben die Einträge aus dem Bereich Persönliche Dienstleistungen (4167 Franken), der Land- und Forstwirtschaft (4797 Franken), dem Sektor Gastronomie und Tourismus (4970 Franken), dem Detailhandel (5246 Franken) sowie der Textilindustrie (5298 Franken). Für tiefe Saläre arbeiten auch die Beschäftigten in der Logistik- und Transportbranche (5433 Franken) sowie im Gesundheitswesen (5442 Franken). Im Baugewerbe werden laut BILANZ-Statistik monatlich 5622 Franken bezahlt.

Fast jeder fünfte Lohnbezüger, der sein Salär deklariert hat, verfügt über einen Universitätsabschluss. Der Durchschnittslohn der Akademiker beträgt 8088 Franken, bei jenen mit Nachdiplomstudium sogar 8628 Franken. Die Beschäftigten mit Fachhochschulabschluss verdienen monatlich 7598 Franken, diejenigen mit höherer Fachausbildung 6871 Franken. Demgegenüber müssen sich die Angestellten mit abgeschlossener Berufslehre – diese Kategorie macht mit 5999 Einträgen den grössten Teil der Registrierten aus – mit einem Lohn von 5000 Franken pro Monat begnügen.

Die grösste Anziehungskraft übt der BILANZ-Vergleich auf die 30- bis 39-Jährigen aus; 6213 Einträge kommen von ihnen. Aus der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen haben 5907 Personen ihre Salärdaten offengelegt. 2648 Werktätige sind es bei den 40- bis 49-Jährigen. Der Durchschnittslohn steigt mit dem Alter, bei den 20- bis 29-Jährigen ist er mit 4867 Franken am tiefsten, bei den über 50-Jährigen mit 8061 Franken am höchsten. Das gleiche Bild ergibt sich, wenn die Saläre nach Dienstalter aufgeschlüsselt werden. Je länger jemand dabei ist, desto mehr verdient er.

Die besten Löhne werden nicht etwa in Zürich bezahlt. Mit 6808 Franken sind die Saläre in der Wirtschaftsmetropole tiefer als am Genfersee, wo pro Monat durchschnittlich 7377 Franken zu verdienen sind. Schweizer, die im Ausland tätig sind, werden dort mit 7309 Franken Lohn entschädigt. Auch im Tessin wird der Zürcher Wert überboten, 6909 Franken beträgt das Monatssalär dort. Einschränkend gilt es festzuhalten, dass Zürich mit 6416 Einträgen repräsentativer dargestellt sein dürfte als die anderen geografischen Kategorien, in die sich weniger Beschäftigte eintrugen.

Mit Abstand am tiefsten liegt der durchschnittliche Lohn in der Ostschweiz (5597 Franken), während zwischen der Zentralschweiz (6149 Franken), dem Mittelland (5995 Franken) und der Nordwestschweiz (5962 Franken) lediglich geringfügige Differenzen auszumachen sind.

BILANZ-Lohnvergleich

Um mehr Transparenz in die Lohndiskussion zu tragen, offeriert die Bilanz einen Lohnrechner. Er ist aufgeschaltet auf der Website www.bilanz.ch/lohn. Der Rechner soll Ihnen exakte Salärdaten bieten - unter Berücksichtgung von Branche, Alter, Dienstjahr, Hierarchie. Damit Sie eine nützliche Vergleichsmöglichkeit haben.

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