Meistgelesen

Gehälter

Die Luftfahrtbranche steckt im Wandel. Und auch die Piloten sollen den Umbruch mittragen. So fordern Fluglinien wie Air France KLM, Lufthansa und Swiss unter anderem Zugeständnisse beim Lohn. Mehr...

Ernst Tanner: Lindts Goldhase
Machtnetz

Die Ostertage werden die Kassen wieder klingeln lassen für Lindt & Sprüngli. Kaum ein CEO ist so lang im Amt, so erfolgreich und so mächtig wie Ernst Tanner. Mehr...

VonMarc Kowalsky
Turmprojekt

Remo Stoffel plant in Vals das höchste Gebäude Europas. Mit dem 300-Millionen-Franken-Projekt will der Investor einen neuen Impuls setzen und verzichtet dabei ganz auf Fremdkapital. Ein Interview. Mehr...

VonMarc Iseli
«Wir senken nicht kopflos unsere Preise»
Luxus-Hotellerie

Die Frankenstärke und das Bankgeheimnis-Ende stellt die Luxus-Hotellerie vor grosse Hürden. Der Präsident von Swiss Deluxe Hotels über Luxus-Schnäppchenjäger, mögliche Massnahmen und deutsche Gäste. Mehr...

Interview vonCorinna Clara Röttker
Ranking

Mit dem 6. Platz zählt Zürich weiterhin zu den wichtigsten Finanzzentren der Welt. Doch in der Liga der Grössten spielt die Limmatstadt nicht mit. Vielmehr droht der Bedeutungsverlust. Mehr...

VonMarc Iseli

Louis Vuitton vor Gucci, Chanel und Rolex: Interbrand hat für ­BILANZ die zwanzig teuersten Luxusmarken der Welt ermittelt – und die Kriterien, die den Wert eines Brands in die Höhe treiben. Mehr...

VonMarc Kowalsky
Vergleich

Kleider, Schuhe, Elektronik – das sind die Artikel, die Schweizer am liebsten Online kaufen. Doch wie sind die Versand- und Rückgabebedingungen von Zalando und Co. für Schweizer Nutzer? Ein Vergleich. Mehr...

VonKaren Merkel

Anzeige

Kuoni: Ausgeflogen

Unruhe beim Reisegiganten: Zwei weitere Kaderleute ­verlassen die Firma. Der Druck aufs Management steigt.

VonKarin Kofler
22.05.2013

Die Nachricht ist frisch, das Profil auf LinkedIn noch nicht aufdatiert: «Chief Human Resources Officer» steht bei Alexander Brochiers Profil noch immer. Passé. Nach sechs Jahren im Amt ist Brochiers Job laut Kuoni-Sprecher Peter Brun nicht mehr nötig. «Die Aufgaben der Supportfunktionen auf Konzern­ebene haben sich verändert respektive gibt es nicht mehr, nachdem die Transformation der Kuoni-Gruppe weitgehend abgeschlossen ist.»

Mit Transformation meint Brun die Wandlung Kuonis vom klassischen Reiseveranstalter, der Badeferien-Arrangements verkauft, zum Reisedienstleister mit globalen Services wie Visa-Beschaffung, Landdienstleistungen etc. Brochiers Job als HR-Chef des Konzerns übernimmt zusätzlich der Head of HR der Division VFS Global, Bernard Martyris. Dasselbe Schicksal – ein schnelles Adieu – widerfährt Lucio Pompeo. Auch er wurde 2007 geholt und zeichnete für den Bereich Corporate Development zuständig. «Transformation, Restrukturierung, Umbau» – da habe der frühere McKinsey-Mann mitgewirkt, heisst es bei Kuoni. Auch Pompeos Dienste sind nicht mehr gefragt. Beide haben Kuoni bereits verlassen.

Das Kuoni-Management steht unter Handlungsdruck. Der Reisekonzern wies 2012 rote Zahlen aus, weil das verlustbringende Geschäft in Europa endlich abgestossen wurde. In der Schweiz, wo das traditionelle Touroperating noch eine starke Stellung hat, sind Umsätze und Margen rückläufig. Das globale Reisebusiness steckt durch die Online-Revolution im fundamentalen Wandel.

Brochier und Pompeo sind nicht die ersten Abgänge. Vor wenigen Wochen verliess Europa-Chef Leif Larsen die Konzernleitung, zuvor gingen ein paar Kaderleute bei Kuoni Schweiz von Bord, darunter die stellvertretende Länderchefin und der Finanzchef.

CEO Peter Rothwell muss liefern. Profitiert hat er lange vom zögerlichen Verwaltungsrat. Der starke Mann im Gremium, David Schnell, Repräsentant der Hauptaktionärin Kuoni und Hugentobler Stiftung, ist ein exquisiter Finanzexperte, aber nicht der globale Touristikstratege. VR-Präsident Henning Boysen setzte auf Ruhe. Damit ist es bei Kuoni nach Verlusten definitiv vorbei.

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema
Stichworte:
Kuoni Peter Rothwell

Die Nachricht ist frisch, das Profil auf LinkedIn noch nicht aufdatiert: «Chief Human Resources Officer» steht bei Alexander Brochiers Profil noch immer. Passé. Nach sechs Jahren im Amt ist Brochiers Job laut Kuoni-Sprecher Peter Brun nicht mehr nötig. «Die Aufgaben der Supportfunktionen auf Konzern­ebene haben sich verändert respektive gibt es nicht mehr, nachdem die Transformation der Kuoni-Gruppe weitgehend abgeschlossen ist.»

Mit Transformation meint Brun die Wandlung Kuonis vom klassischen Reiseveranstalter, der Badeferien-Arrangements verkauft, zum Reisedienstleister mit globalen Services wie Visa-Beschaffung, Landdienstleistungen etc. Brochiers Job als HR-Chef des Konzerns übernimmt zusätzlich der Head of HR der Division VFS Global, Bernard Martyris. Dasselbe Schicksal – ein schnelles Adieu – widerfährt Lucio Pompeo. Auch er wurde 2007 geholt und zeichnete für den Bereich Corporate Development zuständig. «Transformation, Restrukturierung, Umbau» – da habe der frühere McKinsey-Mann mitgewirkt, heisst es bei Kuoni. Auch Pompeos Dienste sind nicht mehr gefragt. Beide haben Kuoni bereits verlassen.

Das Kuoni-Management steht unter Handlungsdruck. Der Reisekonzern wies 2012 rote Zahlen aus, weil das verlustbringende Geschäft in Europa endlich abgestossen wurde. In der Schweiz, wo das traditionelle Touroperating noch eine starke Stellung hat, sind Umsätze und Margen rückläufig. Das globale Reisebusiness steckt durch die Online-Revolution im fundamentalen Wandel.

Brochier und Pompeo sind nicht die ersten Abgänge. Vor wenigen Wochen verliess Europa-Chef Leif Larsen die Konzernleitung, zuvor gingen ein paar Kaderleute bei Kuoni Schweiz von Bord, darunter die stellvertretende Länderchefin und der Finanzchef.

CEO Peter Rothwell muss liefern. Profitiert hat er lange vom zögerlichen Verwaltungsrat. Der starke Mann im Gremium, David Schnell, Repräsentant der Hauptaktionärin Kuoni und Hugentobler Stiftung, ist ein exquisiter Finanzexperte, aber nicht der globale Touristikstratege. VR-Präsident Henning Boysen setzte auf Ruhe. Damit ist es bei Kuoni nach Verlusten definitiv vorbei.


Die aktuelle BILANZ

Sika: Parteipräsidenten für PR-Kampagne missbraucht. Lesen

Burkhalter und Leuthard: Die Jobschaffer beim Bund. Lesen

Das sind die besten Geldmanager. Lesen

Migros-Tochter Mibelle will nach Indien. Lesen

73 Millionen Franken für Sergio Marchione. Lesen

Bill Gates spendet eine Milliarde in der Schweiz. Lesen

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die BILANZ alle zwei Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis:

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Mobile lesen