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Kuoni: Ausgeflogen

Unruhe beim Reisegiganten: Zwei weitere Kaderleute ­verlassen die Firma. Der Druck aufs Management steigt.

VonKarin Kofler
21.05.2013

Die Nachricht ist frisch, das Profil auf LinkedIn noch nicht aufdatiert: «Chief Human Resources Officer» steht bei Alexander Brochiers Profil noch immer. Passé. Nach sechs Jahren im Amt ist Brochiers Job laut Kuoni-Sprecher Peter Brun nicht mehr nötig. «Die Aufgaben der Supportfunktionen auf Konzern­ebene haben sich verändert respektive gibt es nicht mehr, nachdem die Transformation der Kuoni-Gruppe weitgehend abgeschlossen ist.»

Mit Transformation meint Brun die Wandlung Kuonis vom klassischen Reiseveranstalter, der Badeferien-Arrangements verkauft, zum Reisedienstleister mit globalen Services wie Visa-Beschaffung, Landdienstleistungen etc. Brochiers Job als HR-Chef des Konzerns übernimmt zusätzlich der Head of HR der Division VFS Global, Bernard Martyris. Dasselbe Schicksal – ein schnelles Adieu – widerfährt Lucio Pompeo. Auch er wurde 2007 geholt und zeichnete für den Bereich Corporate Development zuständig. «Transformation, Restrukturierung, Umbau» – da habe der frühere McKinsey-Mann mitgewirkt, heisst es bei Kuoni. Auch Pompeos Dienste sind nicht mehr gefragt. Beide haben Kuoni bereits verlassen.

Das Kuoni-Management steht unter Handlungsdruck. Der Reisekonzern wies 2012 rote Zahlen aus, weil das verlustbringende Geschäft in Europa endlich abgestossen wurde. In der Schweiz, wo das traditionelle Touroperating noch eine starke Stellung hat, sind Umsätze und Margen rückläufig. Das globale Reisebusiness steckt durch die Online-Revolution im fundamentalen Wandel.

Brochier und Pompeo sind nicht die ersten Abgänge. Vor wenigen Wochen verliess Europa-Chef Leif Larsen die Konzernleitung, zuvor gingen ein paar Kaderleute bei Kuoni Schweiz von Bord, darunter die stellvertretende Länderchefin und der Finanzchef.

CEO Peter Rothwell muss liefern. Profitiert hat er lange vom zögerlichen Verwaltungsrat. Der starke Mann im Gremium, David Schnell, Repräsentant der Hauptaktionärin Kuoni und Hugentobler Stiftung, ist ein exquisiter Finanzexperte, aber nicht der globale Touristikstratege. VR-Präsident Henning Boysen setzte auf Ruhe. Damit ist es bei Kuoni nach Verlusten definitiv vorbei.

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Kuoni Peter Rothwell

Die Nachricht ist frisch, das Profil auf LinkedIn noch nicht aufdatiert: «Chief Human Resources Officer» steht bei Alexander Brochiers Profil noch immer. Passé. Nach sechs Jahren im Amt ist Brochiers Job laut Kuoni-Sprecher Peter Brun nicht mehr nötig. «Die Aufgaben der Supportfunktionen auf Konzern­ebene haben sich verändert respektive gibt es nicht mehr, nachdem die Transformation der Kuoni-Gruppe weitgehend abgeschlossen ist.»

Mit Transformation meint Brun die Wandlung Kuonis vom klassischen Reiseveranstalter, der Badeferien-Arrangements verkauft, zum Reisedienstleister mit globalen Services wie Visa-Beschaffung, Landdienstleistungen etc. Brochiers Job als HR-Chef des Konzerns übernimmt zusätzlich der Head of HR der Division VFS Global, Bernard Martyris. Dasselbe Schicksal – ein schnelles Adieu – widerfährt Lucio Pompeo. Auch er wurde 2007 geholt und zeichnete für den Bereich Corporate Development zuständig. «Transformation, Restrukturierung, Umbau» – da habe der frühere McKinsey-Mann mitgewirkt, heisst es bei Kuoni. Auch Pompeos Dienste sind nicht mehr gefragt. Beide haben Kuoni bereits verlassen.

Das Kuoni-Management steht unter Handlungsdruck. Der Reisekonzern wies 2012 rote Zahlen aus, weil das verlustbringende Geschäft in Europa endlich abgestossen wurde. In der Schweiz, wo das traditionelle Touroperating noch eine starke Stellung hat, sind Umsätze und Margen rückläufig. Das globale Reisebusiness steckt durch die Online-Revolution im fundamentalen Wandel.

Brochier und Pompeo sind nicht die ersten Abgänge. Vor wenigen Wochen verliess Europa-Chef Leif Larsen die Konzernleitung, zuvor gingen ein paar Kaderleute bei Kuoni Schweiz von Bord, darunter die stellvertretende Länderchefin und der Finanzchef.

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