Griechenland: Geldregen über Athen

Der Niarchos-Clan aus St. Moritz lässt sich den Athener Kulturpalast 566 Millionen Euro kosten.

VonWalter Pellinghausen
23.10.2012

Seit einigen Tagen wird im 42 Hektar grossen Stavros-Niarchos-Park im Herzen von Athen gegraben. Für 566 Millionen Euro errichtet dort eine Arbeitsgemeinschaft der Baukonzerne Terna aus Griechenland und Impregilo aus Italien das künftige Wahrzeichen der Hauptstadt – das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center. Im Gebäude mit 85 000 Quadratmeter Nutzfläche werden dereinst sowohl die Staatsoper als auch die Nationalbibliothek Platz finden. Entworfen hat das Prunkstück der italienische Stararchitekt Renzo Piano (75), der unter anderem das Zentrum Paul Klee in Bern entwarf.

Die gesamte Bausumme spendiert eine Stiftung, die nach dem legendären Reeder mit letztem Wohnsitz in St. Moritz benannt ist. Gestorben ist Stavros Niarchos 1996 in Zürich, wo bis heute etliche Kunstwerke aus seiner berühmten Sammlung im Kunsthaus deponiert sind.

Im Engadin residieren seit Jahrzehnten seine drei Erben, die Söhne Philip (58) und Spyros Niarchos (57) sowie Tochter Maria Isabelle Gouazé. Neben der Niederlassungsbewilligung haben sie auch Villen am Suvrettahang sowie den umfänglichen Grundbesitz rund um die Häuser ihrer Grand Hotels Engadinerkulm Holding übernommen. Für ihre diversen Stiftungen sicherten sie sich die Unterstützung durch den früheren CS-Bankier Kurt Arnold, der auch bei der Schweizerischen Bankiervereinigung mitmischte.

Die Finanzierung des Kulturpalastes mit umgerechnet fast 700 Millionen Franken ist zwar die bislang grösste Einzelspende aus den gemeinnützigen Niarchos-Kassen. Gegen eine Milliarde Franken haben die Erben jedoch schon in den letzten 15 Jahren für unterschiedlichste Projekte in der ganzen Welt spendiert, oft auch in der Schweizer Wahlheimat. So gab es im letzten Jahr Zuschüsse gleich an drei Universitäten, nämlich Basel, Freiburg und ­Zürich. In Basel finanziert die Foundation mit griechischen Wurzeln eine Übersetzung von Homers «Ilias» ins Englische. 

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Seit einigen Tagen wird im 42 Hektar grossen Stavros-Niarchos-Park im Herzen von Athen gegraben. Für 566 Millionen Euro errichtet dort eine Arbeitsgemeinschaft der Baukonzerne Terna aus Griechenland und Impregilo aus Italien das künftige Wahrzeichen der Hauptstadt – das Stavros Niarchos Foundation Cultural Center. Im Gebäude mit 85 000 Quadratmeter Nutzfläche werden dereinst sowohl die Staatsoper als auch die Nationalbibliothek Platz finden. Entworfen hat das Prunkstück der italienische Stararchitekt Renzo Piano (75), der unter anderem das Zentrum Paul Klee in Bern entwarf.

Die gesamte Bausumme spendiert eine Stiftung, die nach dem legendären Reeder mit letztem Wohnsitz in St. Moritz benannt ist. Gestorben ist Stavros Niarchos 1996 in Zürich, wo bis heute etliche Kunstwerke aus seiner berühmten Sammlung im Kunsthaus deponiert sind.

Im Engadin residieren seit Jahrzehnten seine drei Erben, die Söhne Philip (58) und Spyros Niarchos (57) sowie Tochter Maria Isabelle Gouazé. Neben der Niederlassungsbewilligung haben sie auch Villen am Suvrettahang sowie den umfänglichen Grundbesitz rund um die Häuser ihrer Grand Hotels Engadinerkulm Holding übernommen. Für ihre diversen Stiftungen sicherten sie sich die Unterstützung durch den früheren CS-Bankier Kurt Arnold, der auch bei der Schweizerischen Bankiervereinigung mitmischte.

Die Finanzierung des Kulturpalastes mit umgerechnet fast 700 Millionen Franken ist zwar die bislang grösste Einzelspende aus den gemeinnützigen Niarchos-Kassen. Gegen eine Milliarde Franken haben die Erben jedoch schon in den letzten 15 Jahren für unterschiedlichste Projekte in der ganzen Welt spendiert, oft auch in der Schweizer Wahlheimat. So gab es im letzten Jahr Zuschüsse gleich an drei Universitäten, nämlich Basel, Freiburg und ­Zürich. In Basel finanziert die Foundation mit griechischen Wurzeln eine Übersetzung von Homers «Ilias» ins Englische. 

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