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Fifa-Boni: Von wegen 30 Millionen

«30 Millionen für Blatter und Freunde», empörten sich die ­Gazetten. Tatsächlich verdienen die Fifa-Granden deutlich ­weniger – durchaus marktübliche Saläre.

VonStefan Barmettler
17.05.2012

Vor dem Fifa-Kongress, der am 25. Mai in Budapest angepfiffen wird, gibt es in der Journaille kein Halten mehr. Die «Rundschau» setzte die Marke und behauptete flugs: «29,5 Millionen Boni für Blatter und Freunde». Die TV-Rechercheure waren im Finanzbericht 2011 auf Seite 94 offenbar auf eine heisse Spur gestossen: Da werden als «kurzfristig fällige Leistungen» ans Topkader 29,5 Millionen Dollar (25 Millionen Franken) ausgewiesen. Die Tageszeitungen zogen sofort nach. «Fast 30 Millionen Boni für Fifa-Funktionäre», titelte der «Tages-Anzeiger», und ein Zürcher Privatradio verkündete prompt, Blatter habe sich selbst einen 30-Millionen-Bonus zugeschanzt. Der Skandal war perfekt, die Entrüstung gross.

Bloss nimmt sich die präsidiale Bonusrealität ungleich bescheidener aus. Sepp Blatter bezieht ein Basissalär von 1,2 Millionen Franken – zusammen mit dem Bonus dürfte er 2011 auf rund zwei Millionen Franken kommen.

Doch auch die 29,5 Millionen Boni «für Blatter und Freunde» (Schweizer Fernsehen) sind zu relativieren. Der Fifa-Finanzbericht wird nämlich nach IFRS-Buchhaltungs-Standard publiziert. Gemäss IFRS umfassen jene «kurzfristig fälligen Leistungen», die in den Medien zum Blatter-Bonus mutierten, folgende Komponenten: Löhne, Gehälter, Sozialversicherungsprämien, Ferien- und Krankengeld sowie eine Gewinn- und ­Erfolgsbeteiligung.

Das kritisierte Gesamtpaket in dreis­sigfacher Millionenhöhe beinhaltet also nicht die Boni von «Blatter und Freunden», sondern die Gesamtentlöhnung der Fifa-Chefetage und der Exekutivmitglieder – insgesamt 35 Leute. Pro Kopf ergibt dies ein Kompensationspaket von 760 000 Franken.

Damit liegt die Fifa im Vergleich weit unter den Salären, welche in der Privatwirtschaft üblich sind. Gemäss einer Studie von Ethos bezog das Topmanagement im Schweizer Finanzsektor Saläre und Boni von 4,7 Millionen Franken, im Nicht-Finanzsektor waren es 2,5 Millionen – pro Kopf. Kurz: dreimal so viel wie bei der Fifa.

Basierend auf seinen 2-Millionen-Einkünften dürfte Blatter 600 000 Franken an Einkommenssteuern abliefern, davon 200 000 Franken allein in der Stadt Zürich. Versöhnt dafür wird er jährlich mit einem Dankesbrief von Finanzvorstand Martin Vollenwyder, wie Blatter stolz erzählt. Keinen Zugriff hat der Fiskus hingegen auf die Goodies, die dem König des runden Leders sonst noch zuteil werden: ­Limousine, Privatjet, Nobelhotels, Diners. Sie dürfen als Reisespesen und Repräsentationskosten verbucht werden. 

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Vor dem Fifa-Kongress, der am 25. Mai in Budapest angepfiffen wird, gibt es in der Journaille kein Halten mehr. Die «Rundschau» setzte die Marke und behauptete flugs: «29,5 Millionen Boni für Blatter und Freunde». Die TV-Rechercheure waren im Finanzbericht 2011 auf Seite 94 offenbar auf eine heisse Spur gestossen: Da werden als «kurzfristig fällige Leistungen» ans Topkader 29,5 Millionen Dollar (25 Millionen Franken) ausgewiesen. Die Tageszeitungen zogen sofort nach. «Fast 30 Millionen Boni für Fifa-Funktionäre», titelte der «Tages-Anzeiger», und ein Zürcher Privatradio verkündete prompt, Blatter habe sich selbst einen 30-Millionen-Bonus zugeschanzt. Der Skandal war perfekt, die Entrüstung gross.

Bloss nimmt sich die präsidiale Bonusrealität ungleich bescheidener aus. Sepp Blatter bezieht ein Basissalär von 1,2 Millionen Franken – zusammen mit dem Bonus dürfte er 2011 auf rund zwei Millionen Franken kommen.

Doch auch die 29,5 Millionen Boni «für Blatter und Freunde» (Schweizer Fernsehen) sind zu relativieren. Der Fifa-Finanzbericht wird nämlich nach IFRS-Buchhaltungs-Standard publiziert. Gemäss IFRS umfassen jene «kurzfristig fälligen Leistungen», die in den Medien zum Blatter-Bonus mutierten, folgende Komponenten: Löhne, Gehälter, Sozialversicherungsprämien, Ferien- und Krankengeld sowie eine Gewinn- und ­Erfolgsbeteiligung.

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