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Kahlschlag

Darum streicht Schindler 120 Stellen

Schwerer Schlag für den Werkplatz Schweiz: Der Lifthersteller Schindler streicht am Hauptsitz in Ebikon 120 Stellen. Vor allem zwei Bereiche sind betroffen.

Sulzer
Der japanische Autobauer Honda streicht 55 von 85 Jobs an seinem Genfer Hauptsitz.
Der Schindler-Konzern streicht 120 Stellen am Hauptsitz in Ebikon LU. Der Lifthersteller kann nach eigenen Angaben seine Produktion von Aufzugskomponenten nicht mehr genügend auslasten.
Richemont
750 Jobs will Zurich wegsparen. Damit wird das Sparprogramm intensiviert, denn beim Versicherungskonzern gingen 2015 Umsatz und Gewinn drastisch zurück.
Bank
PetroplastVinora Das Verpackungsunternehmen gibt die Produktion in Andwil SG auf. 90 Stellen gehen verloren. Im Werk in Jona SG sind weitere Jobs gefährdet.
Der starke Franken und eine schwache Nachfrage haben Bucher dazu gezwungen, 60 Jobs aus Niederweningen ins Ausland auszulagern.
Credit Suisse: Im Vorjahr hat Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam «den grössten Jobabbau des Landes angekündigt»: Nun fallen 4000 Stellen der Umstrukturierung der Grossbank zum Opfer.
Swisscom: CEO Urs Schaeppi streicht Hunderte Stellen beim grössten Schweizer Telco. Es würden mehrere hundert Stellen vor allem in den unterstützenden Bereichen gestrichen, teilte die Firma am 4. Februar mit: «Swisscom geht davon aus, dass im laufenden Jahr rund 700 Mitarbeiter als Folge der Reduktionen vor allem bei unterstützenden Bereichen den Sozialplan beanspruchen werden.»
Die Sauter-Gruppe will in Basel bis zu 100 Stellen abbauen. Viele Angestellte sollen einen Job in Deutschland angeboten bekommen. Das in der Gebäudeautomatisierung tätige Unternehmen kämpft mit der Frankenstärke.
Der Outdoor-Ausrüster Black Diamond zieht von Basel nach Tirol – 35 Mitarbeiter sind von der Sitzverlegung betroffen.
Die angespannte Lage im Energiesektor fordert ihren Tribut im Berner Oberland. Das Wasserkraftunternehmen KWO streicht 50 Stellen.
Aufgrund der anhaltenden Überkapazitäten sowie der ungünstigen Wechselkurssituation stellt die Ziegler Papier AG in Grellingen BL die Produktion ein, wie das Unternehmen am 13. Januar mitteilte. 100 Mitarbeiter sind von der Schliessung betroffen.
Die GE-Tochter Alstom wird in der Schweiz 1300 Stellen kürzen. Dies gab das Unternehmen am 13. Januar bekannt.
Die Zürcher Filiale des Spielsachenhändlers Pastorini schliesst per 27. Februar. 18 Personen verlieren ihre Jobs.
Condair ist ein Hersteller von Luftbefeuchtern mit Sitz in Pfäffikon SZ. Das Unternehmen streicht 41 Stellen und verlegt ein Montagewerk vom Zürichsee in die Nähe von Hamburg. Dort wird die Produktion der Firma konzentriert.
Der Jobabbau war im vergangenen Jahr ungewöhnlich gross: Tausende Jobs wurden in der Schweiz abgebaut, vor allem von Unternehmen aus der Industrie. Nach der Aufgabe des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank standen exportorientierte durch den stärkeren Franken unter Druck.
PR/Keystone
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Der zunehmend globalen Ausrichtung des Schweizer Liftherstellers Schindler fallen am Hauptsitz Ebikon 120 Stellen in der Produktion zum Opfer. Die Gewerkschaft Unia reagiert mit Empörung und spricht von einem Know-How-Verlust.

Schindler bezeichnete in einer Mitteilung vom Dienstag den Stellenabbau als Neuausrichtung der Produktion in Ebikon. Dort würden mit rund 200 Mitarbeitern Aufzugskomponenten für den globalen Markt produziert.

Hohen Produktionskosten und Asien-Boom

Wegen der hohen Produktionskosten in der Schweiz, der Verschiebung der Märkte nach Asien und des Ausbaus der dortigen Produktion könne die Fabrik in Ebikon nicht mehr ausgelastet werden, erklärte Schindler-Sprecherin Barbara Schmidhauser schriftlich auf Anfrage. Es seien immer mehr konzerninterne Aufträge ins Ausland abgewandert.

Tatsächlich ist bei Schindler das Asiengeschäft in den letzten Jahren immer wichtiger geworden. Die Region Asien-Pazifik hat mittlerweilen einen Umsatzanteil von 33 Prozent erreicht, 65 Prozent aller Neuanlagen wurden in dieser Boom-Region geordert. Schindler müsse den Märkten folgen und dort produzieren, wo die Nachfrage steige, erklärte Schmidhauser.

Konkurrenzfähigkeit sichern

Der Schindler-Konzern bekennt sich nach eigenen Angaben trotz dieser Entwicklung zum Standort Ebikon. Um die Konkurrenzfähigkeit des Werkes dauerhaft zu sichern, solle die Produktion gestrafft und das Werk zu einem globalen Kompetenzzentrum für Spezialanfertigungen werden, heisst es in der Mitteilung.

Die Mehrheit der Stellen fallen dieser «dauerhaften Lösung» aber zum Opfer. Bis Ende 2017 sei in der Fabrik in Ebikon der Abbau von 120 Stellen vorgesehen, teilte Schindler mit. Ein Teil des Abbaus könne durch natürliche Fluktuation, interne Transfers und vorzeitige Pensionierungen erreicht werden.

Das Unternehmen kann Kündigungen nicht ausschliessen. Schindler verfüge für diesen Fall über einen gut ausgestatteten Sozialplan, heisst es in der Mitteilung. Das Unternehmen wolle mit den Sozialpartnern eine verantwortungsvolle und faire Lösung für die Mitarbeiter finden. In der vom Stellenabbau betroffenen Fabrik arbeiten auch 16 Lehrlinge. Diese seien von den Massnahmen nicht betroffen, teilte Schindler mit.



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Unia kritisiert Gewinnmaximierung

Die Gewerkschaft Unia reagierte mit Empörung auf den angekündigten Stellenabbau. Mit der Verlagerung von Produktionsstellen nach China und Indien marginalisiere Schindler seine Produktion in der Schweiz und provoziere einen enormen Know-How-Verlust, von dem der ganze Industrieplatz Schweiz betroffen sei.

Schindler hatte 2015 bei einem Umsatz von 9,4 Milliarden Franken einen Gewinn von 747 Millionen Franken erzielt. Unia wirft dem Unternehmen vor, auf dem Buckel von Spezialisten in Ebikon eine weitere Gewinnsteigerung anzustreben. Schindler habe volle Auftragsbücher. Die mangelnde Auslastung sei deswegen hausgemacht.

Der Stellenabbau war von Schindler noch vor Börsenschluss mitgeteilt worden. Während des Handels dürfen eigentlich keine börsenrelevanten Informationen kommuniziert werden. Unia hatte aber zuvor mitgeteilt, dass Schindler 120 Personen entlasse.



(sda/ccr)

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