Am SIHH zeigen sich die Luxusbrands von der Marktlage kaum beeindruckt. Die erste Uhrenmesse des Jahres wartet mit zahlreichen Neuerungen auf. Auch kleine Hersteller lassen sich nicht lumpen.
Die 27. Ausgabe der Genfer Luxusuhrenmesse Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) hat begonnen.RMSEin Hauptthema der Ausgabe 2017 sind Autos, wie hier bei Richard Mille aus dem Kanton Jura...RMS... oder den Genfern Baume & Mercier.RMSDie Luxushersteller tun alles, um sich im besten Licht zu präsentieren.RMSViele Stände der Fachmesse gleichen Boutiquen in einer Luxusmall.RMSWobei der neue Stand von IWC eigentlich eher an die Eingangshalle eines barocken Schlosses erinnert.RMSDoch im Mittelpunkt des Interesses stehen die Uhren der 30 Aussteller.RMSAus aller Welt ist das Fachpublikum zur ersten Luxusuhrenmesse des Jahres angereist.RMSCartier zeigt beispielsweise diese schöne Frauenuhr.RMSEin Sammlerstück ist das Modell Pin-Up von Ulysse Nardin.RMSAudemars Piguet ist an der Messe ebenso vertreten...RMS... wie Baume & Mercier und auch...RMS... Montblanc.RMSEin neues Modell von Montblanc.RMSDetails der Meisterwerke zeigen sich erst beim genauen Hinschauen.RMSDieses Modell von Roger Dubuis hat durchschlagende Kraft.RMSDie SIHH nimmt dieses Jahr 13 kleine Hersteller auf, die im «Carré des Horlogers» ausstellen.RMSHier sind Rebellen wie H. Moser & Cie aus Schaffhausen vertreten. Das ist die Uhr aus gehärtetem Vacherin-Käse.RMSRomain Jérôme hat Uhren zu beliebten Games wie Donkey Kong...RMS... oder Space Invaders designt.RMSAvantgarde bei Urwerk.RMSDie SIHH 2017 läuft noch bis am Freitag 20. Januar.RMSAm Freitag ist die Messe erstmals in ihrer Geschichte auch dem breiten Publikum zugänglich.
Bilder: Gabriel Knupfer/Lisa Burth/KeystoneRMS
2016 war für die Schweizer Uhrenhersteller ein schwieriges Jahr. Die Exporte der Branche gingen um 10 Prozent zurück und bei den Luxusherstellern waren die Einbussen noch höher, bestätigte der Präsident des Verbandes der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH), Jean-Daniel Pasche, letzte Woche. Teilweise mussten einst exportierte Uhren sogar in die Schweiz rückimportiert werden, um die Preise hoch zu halten.
Von der schwierigen Situation vieler Hersteller ist indes am Salon International de la Haute Horlogerie (SIHH) wenig zu spüren. An der 27. Ausgabe der jeweils ersten Uhrenmesse des Jahres zeigen die Hersteller zahlreiche Neuheiten – darunter extrem komplizierte Ausnahmeobjekte zu fantastischen Preisen.
Kombination von Minutenrepetition und Tourbillon
So zeigt etwa die Richemont-Firma Cartier ein neues Modell der Mysterious-Kollektion. Die «Rotonde de Cartier Minute Repeater Mysterious Double Tourbillon» soll mehr als 500'000 Franken kosten und ist auf 50 Exemplare limitiert. Der Preis hat seinen Grund: Es gilt als grosse Herausforderung in der Uhrmacherei, Minutenrepetitionen mit einem Tourbillon zu kombinieren, insbesondere wenn dies in einem schönen und tragbaren Gehäuse umgesetzt werden soll.
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Sogenannte Repetitionen – Komplikationen bei denen die Uhr auf Wunsch durch Betätigen eines Hebels oder Knopfes die Zeit schlägt – sind vor allem bei Sammlern beliebt. Am SIHH zeigen neben Cartier noch vier weitere Hersteller die schwierige technologische Spielerei, wie das «Manager Magazin» berichtet. Die Kombination mit einem Tourbillon – einer komplexen Vorrichtung zum Ausgleich der Ganggenauigkeit – hat neben Cartier auch Vacheron Constantin im Angebot.
Gehäuse aus Käse
Technologische Errungenschaften gibt es auch im «Carré des Horlogers» der kleinen Manufakturen zu sehen. H. Moser aus Schaffhausen hat nach eigenen Angaben zum ersten Mal eine Uhr zu 100 Prozent in der Schweiz hergestellt. Der Clou: Das Gehäuse besteht aus gehärtetem Vacherin-Käse. Die Uhr soll zu Gunsten der unabhängigen Schweizer Zulieferer der Uhrenbranche versteigert werden. Wer sie gleich mitnehmen möchte, müsste die exorbitante Summe von 1'081'291 Franken auf den Tisch legen.
Urwerk, eine kleine Genfer Firma, präsentiert für knapp 100'000 Franken eine Jubiläumsausgabe zum 20-jährigen Bestehen. Nicht fehlen darf dabei die sogenannte Satelliten-Zeitanzeige, bei der Stunden und Minuten auf kleinstem Raum im rechten Teil der Uhr angezeigt werden.
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«Einfachere und kostengünstigere Uhren»
Neben den extrem teuren Sammlerstücken gibt es am SIHH des Jahres 2017 aber noch eine gegenläufige Tendenz. Die Hersteller wollen auch für Einsteiger wieder interessant werden. Reine Protzobjekte finden laut Experten keinen Anklang mehr. So hat etwa Montblanc für den SIHH eine «Timewalker» für rund 3000 Franken aufgelegt.
«Wir stellen derzeit eine steigende Nachfrage nach einfacheren und kostengünstigeren Uhren fest», sagte FH-Präsident Pasche im Vorfeld der Messe.