Meistgelesen

Roger Federer: Luxus-Heim ist endlich fertig
Einzug

Swimmingool, Cheminée, rahmenlose Fenster mit Blick auf See und Berge und eine Glaskuppel: Das neue Luxus-Heim von Roger Federer in Wollerau ist bezugsbereit. Kostenpunkt: 10 Millionen Franken. Mehr...

Regionen

Gleich vier der insgesamt 15 neuen Reichsten sind im Kanton Zürich wohnhaft. An erster Stelle steht eine prominente Familie, die mit Schokolade ihr Geld macht. Mehr...

VonStefan Lüscher
Kolumne

Die besten Business-Geschenke zum Danke sagen. Eine Tradition, die nie aus dem Trend kommt. Mehr...

VonNel-Olivia Waga*
Vermögen

2014 war für viele Milliardäre ein glückliches Jahr: Sie steigerten ihr Reichtum um mehrere Milliarden Dollar. Doch im Club der Milliardäre gibt es 2014 auch Verlierer. Mehr...

VonDominic Benz
Who is who: Rolando Benedick
Handel

Er ist in einem Alter, in dem sich andere längst dem Golfen oder dem Rosenzüchten verschrieben haben: Rolando Benedick mischt noch wacker mit an der Valora-Spitze. Mehr...

Denner: Discount im frischen Kleid
Strategie

Backstation und Frischprodukte: Denner-Chef Mario Irminger baut den Discounter zum Vollanbieter um. Bei der Muttergesellschaft Migros wird dies nicht nur gern gesehen. Mehr...

VonUeli Kneubühler
Auftritt

Der Startanlass unter dem Motto «Früher war alles besser!» des HSG Alumni Seniors Chapter lockte über 300 ehemalige HSG-Absolventen im Alter von über 60 Jahren ins ausgebuchte Zürcher Kunsthaus. Mehr...

Anzeige

Sulzer: Neuer CEO mit Beigeschmack

Der Industriekonzern Sulzer hat einen neuen CEO gefunden. Der Verwaltungsrat ernannte Klaus Stahlmann zum Konzernchef. Direkt zum Antritt muss sich der Deutsche erklären - denn seinen vorherigen Arbeitgeber hat er im Zuge einer Korruptionsaffäre verlassen.

21.02.2012

Klaus Stahlmann wird den Industriekonzern Sulzer ab Mittwoch leiten. Der Verwaltungsrat habe den 51-Jährigen zum neuen Chief Executive Officer (CEO) ernannt, teilte Sulzer mit. Stahlmann übernimmt die Aufgabe von Interims-CEO Jürgen Brandt, der sich wieder auf sein Amt als Sulzer-Finanzchef konzentriert.

Stahlmann verfüge über «umfassende globale Erfahrungen» in vielen Schlüsselmärkten von Sulzer und habe einen starken Leistungsausweis in der Führung von Unternehmen, heisst es in der Mitteilung weiter. Der ehemalige Sulzer-CEO Ton Büchner war im November 2011 als CEO zum niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel abgewandert.

Derweil war Stahlmann ab 2010 bis im Februar 2011 als CEO von MAN Diesel und Turbo tätig. Er legte seine Ämter in der Folge einer Korruptionsaffäre jedoch nieder, die den Dax-Konzern bereits seit dem Jahr 2009 erschüttert hatte. Medienberichten zufolge hatte damals die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen gegen Stahlmann «in Bezug auf Bestechung und andere Vorwürfe» eingeleitet. Zuvor hatte die Korruptionsaffäre bereits zum Rücktritt mehrerer MAN-Spitzenmanager, darunter des Vorstandsvorsitzenden Hakan Samuelsson, geführt.

«Beigeschmack» trotz «eingehender Analyse»

In der Mitteilung am Morgen wurde der VR-Präsident von Sulzer, Jürgen Dormann, mit den Worten zitiert, dass der Verwaltungsrat «nach eingehender Analyse überzeugt ist, dass Klaus Stahlmann die hohen Anforderungen von Sulzer an die Integrität und Compliance erfüllt».

Die Analysten der Zürcher Kantonalbank lobten ebenfalls am Morgen  in ihrem Aktien-Newsletter Stahlmanns «breite Erfahrung aus verwandten Industrien», sprachen in Bezug auf den Abgang bei MAN aber von einem «bitteren Beigeschmack». Allerdings habe das Amtsgericht München die Ermittlungen nach Zahlung einer Geldauflage eingestellt und es sei davon auszugehen, dass Sulzer den Kandidaten betreffend der Bestechungsvorwürfe auf Herz und Nieren geprüft habe.

Am Nachmittag äusserte sich Stahlmann dann selbst vor Medien in Zürich. Als er im Februar 2011 von Ermittlungen gegen ihn wegen Bestechung und anderen Vorwürfen erfahren habe, sei er sofort zurückgetreten, sagte er.

Zahlung von 275'000 Euro

Stahlmann war demnach ins Visier der Münchner Staatsanwaltschaft geraten, weil eine Rechnung für ein Geschäft in Kasachstan aus dem Jahr 2005 - also vor seiner Zeit bei MAN - mit seiner Unterschrift beglichen wurde. Mit dem Geschäft an sich, das möglicherweise einen «korruptiven Hintergrund» hatte, habe er nichts zu tun gehabt, beteuerte der Industriekapitän.

Er habe seine Unterschrift auf Anraten eines von MAN angefragten Juristen gegeben, sagte Stahlmann. Seinen Hut genommen habe er, um sich ganz dem Ermittlungsverfahren widmen zu können. Mit einer Zahlung von 275'000 Euro habe er nun erreichen können, dass dieses beendet werde. Dies sei keine Busse gewesen, sondern eine Auflage.

Die Zahlung ebnete Stahlmann den Weg zum Chefsessel des geschichtsträchtigen Weltkonzerns Sulzer. Der Maschinenbau- und Technologiekonzern hätte nicht das offizielle Ende der Ermittlungen abwarten könnten, um Stahlmann nach Winterthur holen zu können, wie Verwaltungsratspräsident Jürgen Dormann im Gespräch mit Journalisten sagte.

Dormann kandidiert erneut

Für den Verwaltungsrat bestehen keine Zweifel an der Integrität des neuen Sulzer-Chefs. Die Ermittlungen der Münchner Justiz seien «einige Holprigkeiten gewesen, die zur Verzögerung geführt haben», sagte Dormann. Sulzer wende ein «Null-Toleranz-Prinzip» in Sachen Korruption an und habe es auch nicht nötig, krumme Geschäfte zu machen, betonte er.

Am Rande der Medienkonferenz gab Jürgen Dormann (Jahrgang 1940) bekannt, an der Generalversammlung am 5. April für ein weiteres Jahr im Verwaltungsrat kandidieren zu wollen.

(tno/muv/rcv/sda/awp)

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema
Links: 

Klaus Stahlmann wird den Industriekonzern Sulzer ab Mittwoch leiten. Der Verwaltungsrat habe den 51-Jährigen zum neuen Chief Executive Officer (CEO) ernannt, teilte Sulzer mit. Stahlmann übernimmt die Aufgabe von Interims-CEO Jürgen Brandt, der sich wieder auf sein Amt als Sulzer-Finanzchef konzentriert.

Stahlmann verfüge über «umfassende globale Erfahrungen» in vielen Schlüsselmärkten von Sulzer und habe einen starken Leistungsausweis in der Führung von Unternehmen, heisst es in der Mitteilung weiter. Der ehemalige Sulzer-CEO Ton Büchner war im November 2011 als CEO zum niederländischen Chemiekonzern Akzo Nobel abgewandert.

Derweil war Stahlmann ab 2010 bis im Februar 2011 als CEO von MAN Diesel und Turbo tätig. Er legte seine Ämter in der Folge einer Korruptionsaffäre jedoch nieder, die den Dax-Konzern bereits seit dem Jahr 2009 erschüttert hatte. Medienberichten zufolge hatte damals die Staatsanwaltschaft München Ermittlungen gegen Stahlmann «in Bezug auf Bestechung und andere Vorwürfe» eingeleitet. Zuvor hatte die Korruptionsaffäre bereits zum Rücktritt mehrerer MAN-Spitzenmanager, darunter des Vorstandsvorsitzenden Hakan Samuelsson, geführt.

«Beigeschmack» trotz «eingehender Analyse»

In der Mitteilung am Morgen wurde der VR-Präsident von Sulzer, Jürgen Dormann, mit den Worten zitiert, dass der Verwaltungsrat «nach eingehender Analyse überzeugt ist, dass Klaus Stahlmann die hohen Anforderungen von Sulzer an die Integrität und Compliance erfüllt».

Die Analysten der Zürcher Kantonalbank lobten ebenfalls am Morgen  in ihrem Aktien-Newsletter Stahlmanns «breite Erfahrung aus verwandten Industrien», sprachen in Bezug auf den Abgang bei MAN aber von einem «bitteren Beigeschmack». Allerdings habe das Amtsgericht München die Ermittlungen nach Zahlung einer Geldauflage eingestellt und es sei davon auszugehen, dass Sulzer den Kandidaten betreffend der Bestechungsvorwürfe auf Herz und Nieren geprüft habe.

Am Nachmittag äusserte sich Stahlmann dann selbst vor Medien in Zürich. Als er im Februar 2011 von Ermittlungen gegen ihn wegen Bestechung und anderen Vorwürfen erfahren habe, sei er sofort zurückgetreten, sagte er.

Zahlung von 275'000 Euro

Stahlmann war demnach ins Visier der Münchner Staatsanwaltschaft geraten, weil eine Rechnung für ein Geschäft in Kasachstan aus dem Jahr 2005 - also vor seiner Zeit bei MAN - mit seiner Unterschrift beglichen wurde. Mit dem Geschäft an sich, das möglicherweise einen «korruptiven Hintergrund» hatte, habe er nichts zu tun gehabt, beteuerte der Industriekapitän.

Er habe seine Unterschrift auf Anraten eines von MAN angefragten Juristen gegeben, sagte Stahlmann. Seinen Hut genommen habe er, um sich ganz dem Ermittlungsverfahren widmen zu können. Mit einer Zahlung von 275'000 Euro habe er nun erreichen können, dass dieses beendet werde. Dies sei keine Busse gewesen, sondern eine Auflage.

Die Zahlung ebnete Stahlmann den Weg zum Chefsessel des geschichtsträchtigen Weltkonzerns Sulzer. Der Maschinenbau- und Technologiekonzern hätte nicht das offizielle Ende der Ermittlungen abwarten könnten, um Stahlmann nach Winterthur holen zu können, wie Verwaltungsratspräsident Jürgen Dormann im Gespräch mit Journalisten sagte.

Dormann kandidiert erneut

Für den Verwaltungsrat bestehen keine Zweifel an der Integrität des neuen Sulzer-Chefs. Die Ermittlungen der Münchner Justiz seien «einige Holprigkeiten gewesen, die zur Verzögerung geführt haben», sagte Dormann. Sulzer wende ein «Null-Toleranz-Prinzip» in Sachen Korruption an und habe es auch nicht nötig, krumme Geschäfte zu machen, betonte er.

Am Rande der Medienkonferenz gab Jürgen Dormann (Jahrgang 1940) bekannt, an der Generalversammlung am 5. April für ein weiteres Jahr im Verwaltungsrat kandidieren zu wollen.

(tno/muv/rcv/sda/awp)


Die aktuelle BILANZ

Glencore feiert teuerste Schweizer Weihnachtsparty. Lesen

Josef Ackermann: Viel Verständnis für Putin. Lesen

Spielzeugmarkt Schweiz: Migros klarer Marktführer. Lesen

Kurze Stippvisite: Dani Graf verlässt Twitter. Lesen

Dunkle Wolken über dem Schweizer Automarkt. Lesen

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die BILANZ alle zwei Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis:

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Mobile lesen