Zwei Wochen nach seinem Amtsantritt ist Donald Trump erstmals an die Grenzen seiner Macht gestossen. Die neue Erfahrung versetzte ihn in Rage. Die Entscheidung des US-Bundesrichters James Robart im WestkΓΌstenstaat Washington, seine Einreiseverbote vorlΓ€ufig aufzuheben, sei Β«lΓ€cherlichΒ» und werde gekippt werden, wΓΌtete der US-PrΓ€sident. Und er verhΓΆhnte Richter Robart auch persΓΆnlich - indem er ihn als Β«sogenanntenΒ» Richter bezeichnete.
Bei aller Wut beugte sich Trump aber vorerst dem Richterspruch, der seinen eine Woche zuvor verhΓ€ngten Einreisebann gegen BΓΌrger muslimischer Staaten sowie gegen alle FlΓΌchtlinge vorlΓ€ufig landesweit kassierte.
James Robart nahezu unbekannt
Vielen Amerikanern war James Robart (69) vor dem vergangenen Samstag kein Begriff. Der Bundesrichter, der Donald Trumps Einreiseverbote vorerst blockierte und ihm damit eine empfindliche Schlappe bescherte, hat aber schon frΓΌher Aufsehen erregt und gezeigt, dass er Kontroversen nicht scheut.
So sorgte er im vergangenen Sommer fΓΌr Schlagzeilen, als er in einer mΓΌndlichen Verhandlung ΓΌber angeordnete Reformen bei der Polizei in Seattle leidenschaftlich gegen die Diskriminierung von Schwarzen sprach. Β«Black Lives matterΒ» erklΓ€rte er und ΓΌbernahm damit das Motto der Proteste gegen Polizeigewalt.
Auch Rechtsstreitigkeiten wie jetzt mit der Trump-Regierung ΓΌber die Einreiseverbote sind Robart nicht vΓΆllig fremd: Er hat in seiner beruflichen Vergangenheit wiederholt asiatische FlΓΌchtlinge vertreten.
Einst von PrΓ€sident George Bush nominiert
Der bΓ€rtige Jurist, der zu seiner Robe gern eine farbenfrohe Fliege trΓ€gt, wurde 2004 vom damaligen republikanischen PrΓ€sidenten George W. Bush als Richter am Bundesgericht im westlichen Gerichtsbezirk des Staates Washington nominiert. Der Senat bestΓ€tigte ihn einstimmig - und Vertreter aller Parteien lobten ihn damals in hΓΆchsten TΓΆnen.
Dies nach Angaben der Β«Washington PostΒ» auch, als er in einer AnhΓΆrung sagte: Β«FΓΌr Menschen zu arbeiten, die dringende BedΓΌrfnisse und Probleme haben, bei denen man ihnen helfen kann, ist der am stΓ€rksten befriedigende Aspekt der Arbeit als Anwalt.Β»
Recht und Fairness
Robart hatte vor seiner Berufung ins Bundesgericht lange Jahre in einer privaten Anwaltskanzlei gearbeitet. Die Β«Washington PostΒ» beschreibt ihn als einen nachdenklichen Mann und intensiven ZuhΓΆrer, der aber auch eine humorvolle Seite habe. Und der wiederholt betont hat, dass er seine Aufgabe nicht darin sehe, der einen oder anderen politischen Seite zu Gefallen zu sein: Es gehe allein um Recht und Fairness.
Robart ist verheiratet. Er und seine Frau haben als Pflegeeltern sechs asiatischen Kindern ein Zuhause gegeben.
Sehen Sie in der Bildergalerie unten, das Β«Who is whoΒ» der Schweizer WirtschaftsanwΓ€lte:
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