Ratings & Rankings Die BILANZ ordnet die Welt und publiziert regelmässig Rankings & Ratings in ganz unterschiedlichen Bereichen: Brandings, Vermögen, Fonds, Geschäftsberichte, Hotels, CEO, Airlines und viele mehr. Zum Dossier...

Das Golf-Ranking 2012: Bratwurst statt Kaviar

Erstmals seit 20 Jahren sind in Europa weniger Golfer unterwegs. In der Schweiz haben vor allem die ­sogenannten Discount-Golfer ­Aufwind – das widerspiegelt sich auch im neunten Golf-Ranking der BILANZ.

VonStefan Waldvogel
10.04.2012

Er wolle doch nicht auf dem Golfplatz seinen Angestellten begegnen, beschwerte sich ein Genfer Geschäftsmann beim Clubbesitzer Henri-Ferdinand Lavanchy. Danach durften die «Discount-Golfer» oder «Clubfreien» eine Zeit lang nicht mehr auf dem edlen Platz von Bonmont spielen. Der Anfang Jahr verstorbene Adecco-Gründer Lavanchy selber hat in den vergangenen Jahren eingesehen, dass die Spieler, die nicht in einem Club organisiert sind, eine wichtige Einnahmequelle für die etablierten Golfclubs sind.

Mittlerweile ist beinahe jeder dritte ­Golfer in der Schweiz nicht mehr Mitglied in einem klassischen Club, sondern zahlt für jede Runde, die er irgendwo spielt, eine sogenannte Green Fee. «Die Aufnahmegebühren sind seit Jahren unter Druck, und viele Clubs suchen neue ­Mitglieder», sagt Raphael ­Weibel, Betreiber von Golf Emmental und Vorstandsmitglied im Schweizerischen Golfverband (ASG).

Mitgliederzahl schwindet

Europa im Krisenmodus, tiefere Banker-Boni, eine lahmende Börse: Das geht auch an der Golfbranche nicht spurlos vorbei. Ende 2011 waren knapp 4,4 Millionen Golferinnen und Golfer in europäischen Verbänden registriert – 46 000 weniger als im Vorjahr, wie eine Übersicht des Beratungsriesen KPMG zeigt. Nach jahrelangem Boom waren die Zahlen damit erstmals rückläufig. Allerdings verläuft die Entwicklung in ­Europa ­unterschiedlich: Vor allem dort, wo die grössten wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegen, gab es laut KPMG einen deutlichen Rückgang. Im mit Abstand grössten Golfmarkt, Grossbritannien und Irland, sank die Zahl der registrierten Spieler um 42 700. In Schweden waren 21 000 Leute weniger in den Clubs, und Spanien verlor etwa 10 000 Members.

In der Schweiz geht es zwar noch aufwärts – es wurde ein Plus von 3,6 Prozent auf gut 82 700 Mitglieder verzeichnet. Doch auch hier spitzt sich der Kampf um Kunden und Einnahmen zu. «Die Clubs rund um Zürich sind alle voll, dort müssen Golfer eher notgedrungen mit sogenannten Public-Golf-Karten versuchen, eine Abschlagszeit zu bekommen. In vielen anderen Regionen bemühen sich die Golfplätze, damit sie die hohen Fixkosten wieder hereinholen», sagt Weibel. Er spricht von rund 1,5 bis 2,5 Millionen Franken Betriebskosten für einen durchschnittlichen 18-Loch-Platz. Dabei ist die Saison in der Schweiz bloss etwa acht Monate lang, und jede Abschlagszeit, die nicht verkauft werden kann, «ist wie ein nicht gebrauchtes Hotelbett für immer weg», wie Weibel vergleicht.

Man spüre auch in der Schweiz eine eher gedrückte Gemütslage, fügt der Platzbetreiber an. Das gelte für Private, aber auch im wichtigen Geschäft mit Firmenturnieren. Hier würden die Einladungen von Kunden deutlich reduziert und vor allem punkto Gastronomie rustikaler ausgerichtet: «Es geht klar zurück zum Ursprünglicheren – Bratwurst statt Kaviar –, und das spüren die Golfclubs natürlich in ihrer Rechnung», so Weibel, der seit 20 Jahren im Geschäft ist.

10 000 Migros-Golfer

Da also die klassischen Einnahmen unter Druck geraten, sind die clubfreien Spieler plötzlich willkommener. Das spüre man deutlich, sagt Pascal Germanier, Generalsekretär des Verbands der unabhängigen Golfer (ASGI), der mit knapp 16 000 Mitgliedern grössten Anspruchsgruppe im Schweizerischen Golfverband. «Auch langjährige Privatclubs zeigen immer mehr Interesse daran, mit uns zusammenzuarbeiten.» Die Clubs merkten, dass sie bald einmal zu wenig Mitglieder haben könnten. «Mit den unabhängigen Golfern kommen sie zu jüngeren Gästen, und nicht wenige unserer Mitglieder wechseln im Lauf der Jahre zu einem Club», so Germanier.

Bei den ASGI-Mitgliedern spürt man bis dato keine Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheit: 2500 Eintritte stehen jährlich 1500 Austritten gegenüber. Allerdings hat die ASGI mit der ­Migros seit fünf Jahren einen Konkurrenten im Kampf um unabhängige Golfer. Die ­Migros ist der grösste Platzbetreiber der Schweiz. Neben den sechs eigenen Anlagen bietet der Grossverteiler zusätzlich eine noch günstigere Alternative zur ASGI. Für bloss 250 Franken pro Jahr können die Inhaber der ASG GolfCard Migros auf fast allen Plätzen spielen. Mittlerweile hat der Grossverteiler gut 10 000 GolfCards verkauft, und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.

Stabile Top 5

Galten die «Discount-Golfer» lange Zeit als Spieler zweiter Klasse, so sind sie heute in der Szene anerkannt. Seit 2008 sind die Migros- und die ASGI-Golfer vollwertige Mitglieder im Golfverband. Man kenne und respektiere sich, sagt Verbandsvorstand Raphael Weibel. Es sei keineswegs so, dass unabhängige Golfer einfach weniger Geld hätten. Sogar die Edelmarke Jaguar musste über die Bücher. Jahrelang waren die clubfreien Golfer bei Jaguar-Turnieren nicht zugelassen.

Auf die Saison 2012 hin hat der langjährige Co-Sponsor des Golfverbands seine Politik geändert. «Nun sind an den Jaguar-Turnieren auch die Mitglieder der ASGI und die Members der ASG GolfCard Migros teilnahmeberechtigt», sagt Jaguar-Schweiz-Chef Stephan Vögeli. Jaguar geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Premium-Marke präsentiert ihre jüngsten Modelle in den ­Migros-Golfparks als offizieller Partner und organisiert ein zusätzliches Turnier unter dem Motto «Golf & Drive by Jaguar and Land Rover». «Dort können auch Nicht-Turnierspieler unsere Autos testen, und wir erreichen so ein deutlich jüngeres Publikum», begründet Vögeli die überraschende Zusammenarbeit.

Auf der diesjährigen neunten BILANZ-Liste der golfspielenden Manager sind Veränderungen in Richtung der Public Golfer allerdings erst zaghaft zu beobachten. Wer viel Geld für die Aufnahme in einen Prestigeclub investiert hat, wird ihm in der Regel sein Golferleben lang treu bleiben. So sind auch dieses Jahr die beiden Zürcher Edelclubs Schönenberg und Zumikon in der Liste klar am stärksten vertreten.

Kurt Egloff: Bester Neuzugang

An der Spitze des Rankings steht schon seit längerem Thomas Gottstein. Der CS-Direktor galt früher als einer der besten Golfjunioren Europas und spielt ein Handicap von null, also faktisch auf Profiniveau. Gegenüber dem Vorjahr hat er sich minim verschlechtert. Auch das Handicap des Zweitplatzierten, Alois Egger, ist um 0.2 höher als im Jahr zuvor. Benedikt Goldkamp, CEO von Phoenix Mecano, bleibt der beste Golfer unter den Chefs börsenkotierter Firmen. Der ehemalige deutsche Juniorennationalspieler hielt sein Handicap von 2.2 und verteidigt seinen Podiumsplatz. Unter den Top 5 der golfenden Manager konnte sich nur Sportvermarkter Dominik Senn verbessern, er überholte nun Benoît Dumont. Der VR-Präsident von J.P. Morgan Suisse spielt auch mit 60 Jahren immer noch mit Handicap 2.7.

Dieses Jahr gab es bei sogenannten Single-Handicappern (alle unter 10.0) keinen neuen Namen auf der Liste. Bester Neuzugang ist Kurt Egloff, Verkaufschef von BMW Schweiz, mit Handicap 10.3. Im Team von Golfstar Colin Montgomerie gewann Egloff im Herbst das Pro-­Am-Turnier in Crans-Montana. Neu auf der Liste figuriert auch Jean-Paul Diserens, Gründer und VR-Präsident der ­Assura (Handicap 14.9).

Handicap 33 für Vincenz.

Ein weiterer Einsteiger ist Pierin Vincenz. Der Raiffeisen-Chef spielt seit längerem im Appenzeller Club Gonten, spielt aber fast nie Turniere. Das erste Handicap erhielt er 2008 mit einer Extra Day Score Card. Seine Klassifizierung ändert meist nur bei vorgabewirksamen Privatrunden. Seit Ende 2010 spielt er konstant mit Handicap 33.0.

Interessant ist die Spezialauswertung im Hinblick darauf, wer 2011 sein Handicap am meisten verbessern konnte. Hier stehen die «Discount-Golfer» gleich doppelt an der Spitze: Die selbständige Treu­händerin Winnie Gachnang spielt mit der ASG GolfCard Migros und senkte ihr Handicap gleich um eindrückliche 3.5 Punkte auf 13.9. Dabei half ihr nicht ­unbedingt zusätzliches Training: «Es brachte mir viel, als Helferin ganz nah bei den besten Frauen am internationalen Turnier von Losone dabei zu sein. Da kann man fürs eigene Spiel profitieren.» Ebenfalls ein deutlich besseres Handicap als im Vorjahr weist Hans Nützi aus. Der Ex-CEO von Clariden Leu ist bei der ASGI registriert und hat «aus privaten Gründen» nicht viel spielen können. Bei der Bank betreut er noch diverse Mandate.

Nur «etwa zwei Mal» spielte im vergangenen Jahr Louis Balthasar. Den ­Präsidenten des Schweizerischen Golfverbands plagen starke Rückenprobleme. Sein Handicap wurde vom Handicap-­Komitee seines Clubs von 7.6 auf immer noch sehr gute 9.6 angepasst. Von 17.1 auf 19.1 ebenfalls deutlich nach oben ging das Handicap bei Hans-Dieter Cleven: Der frühere Finanzchef des deutschen Handelsriesen Metro ist in der Schweiz beim Golfclub Ennetsee (Mi­gros) gemeldet und besitzt gleichzeitig die Mehrheit an Deutschlands grösster Golfanlage in Bad Griesbach in Bayern.

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema
05.04.2012
Stichworte:
Golf Golf-Ranking
Downloads: 

Er wolle doch nicht auf dem Golfplatz seinen Angestellten begegnen, beschwerte sich ein Genfer Geschäftsmann beim Clubbesitzer Henri-Ferdinand Lavanchy. Danach durften die «Discount-Golfer» oder «Clubfreien» eine Zeit lang nicht mehr auf dem edlen Platz von Bonmont spielen. Der Anfang Jahr verstorbene Adecco-Gründer Lavanchy selber hat in den vergangenen Jahren eingesehen, dass die Spieler, die nicht in einem Club organisiert sind, eine wichtige Einnahmequelle für die etablierten Golfclubs sind.

Mittlerweile ist beinahe jeder dritte ­Golfer in der Schweiz nicht mehr Mitglied in einem klassischen Club, sondern zahlt für jede Runde, die er irgendwo spielt, eine sogenannte Green Fee. «Die Aufnahmegebühren sind seit Jahren unter Druck, und viele Clubs suchen neue ­Mitglieder», sagt Raphael ­Weibel, Betreiber von Golf Emmental und Vorstandsmitglied im Schweizerischen Golfverband (ASG).

Mitgliederzahl schwindet

Europa im Krisenmodus, tiefere Banker-Boni, eine lahmende Börse: Das geht auch an der Golfbranche nicht spurlos vorbei. Ende 2011 waren knapp 4,4 Millionen Golferinnen und Golfer in europäischen Verbänden registriert – 46 000 weniger als im Vorjahr, wie eine Übersicht des Beratungsriesen KPMG zeigt. Nach jahrelangem Boom waren die Zahlen damit erstmals rückläufig. Allerdings verläuft die Entwicklung in ­Europa ­unterschiedlich: Vor allem dort, wo die grössten wirtschaftlichen Schwierigkeiten liegen, gab es laut KPMG einen deutlichen Rückgang. Im mit Abstand grössten Golfmarkt, Grossbritannien und Irland, sank die Zahl der registrierten Spieler um 42 700. In Schweden waren 21 000 Leute weniger in den Clubs, und Spanien verlor etwa 10 000 Members.

In der Schweiz geht es zwar noch aufwärts – es wurde ein Plus von 3,6 Prozent auf gut 82 700 Mitglieder verzeichnet. Doch auch hier spitzt sich der Kampf um Kunden und Einnahmen zu. «Die Clubs rund um Zürich sind alle voll, dort müssen Golfer eher notgedrungen mit sogenannten Public-Golf-Karten versuchen, eine Abschlagszeit zu bekommen. In vielen anderen Regionen bemühen sich die Golfplätze, damit sie die hohen Fixkosten wieder hereinholen», sagt Weibel. Er spricht von rund 1,5 bis 2,5 Millionen Franken Betriebskosten für einen durchschnittlichen 18-Loch-Platz. Dabei ist die Saison in der Schweiz bloss etwa acht Monate lang, und jede Abschlagszeit, die nicht verkauft werden kann, «ist wie ein nicht gebrauchtes Hotelbett für immer weg», wie Weibel vergleicht.

Man spüre auch in der Schweiz eine eher gedrückte Gemütslage, fügt der Platzbetreiber an. Das gelte für Private, aber auch im wichtigen Geschäft mit Firmenturnieren. Hier würden die Einladungen von Kunden deutlich reduziert und vor allem punkto Gastronomie rustikaler ausgerichtet: «Es geht klar zurück zum Ursprünglicheren – Bratwurst statt Kaviar –, und das spüren die Golfclubs natürlich in ihrer Rechnung», so Weibel, der seit 20 Jahren im Geschäft ist.

10 000 Migros-Golfer

Da also die klassischen Einnahmen unter Druck geraten, sind die clubfreien Spieler plötzlich willkommener. Das spüre man deutlich, sagt Pascal Germanier, Generalsekretär des Verbands der unabhängigen Golfer (ASGI), der mit knapp 16 000 Mitgliedern grössten Anspruchsgruppe im Schweizerischen Golfverband. «Auch langjährige Privatclubs zeigen immer mehr Interesse daran, mit uns zusammenzuarbeiten.» Die Clubs merkten, dass sie bald einmal zu wenig Mitglieder haben könnten. «Mit den unabhängigen Golfern kommen sie zu jüngeren Gästen, und nicht wenige unserer Mitglieder wechseln im Lauf der Jahre zu einem Club», so Germanier.

Bei den ASGI-Mitgliedern spürt man bis dato keine Auswirkungen der wirtschaftlichen Unsicherheit: 2500 Eintritte stehen jährlich 1500 Austritten gegenüber. Allerdings hat die ASGI mit der ­Migros seit fünf Jahren einen Konkurrenten im Kampf um unabhängige Golfer. Die ­Migros ist der grösste Platzbetreiber der Schweiz. Neben den sechs eigenen Anlagen bietet der Grossverteiler zusätzlich eine noch günstigere Alternative zur ASGI. Für bloss 250 Franken pro Jahr können die Inhaber der ASG GolfCard Migros auf fast allen Plätzen spielen. Mittlerweile hat der Grossverteiler gut 10 000 GolfCards verkauft, und ein Ende des Wachstums ist nicht in Sicht.

Stabile Top 5

Galten die «Discount-Golfer» lange Zeit als Spieler zweiter Klasse, so sind sie heute in der Szene anerkannt. Seit 2008 sind die Migros- und die ASGI-Golfer vollwertige Mitglieder im Golfverband. Man kenne und respektiere sich, sagt Verbandsvorstand Raphael Weibel. Es sei keineswegs so, dass unabhängige Golfer einfach weniger Geld hätten. Sogar die Edelmarke Jaguar musste über die Bücher. Jahrelang waren die clubfreien Golfer bei Jaguar-Turnieren nicht zugelassen.

Auf die Saison 2012 hin hat der langjährige Co-Sponsor des Golfverbands seine Politik geändert. «Nun sind an den Jaguar-Turnieren auch die Mitglieder der ASGI und die Members der ASG GolfCard Migros teilnahmeberechtigt», sagt Jaguar-Schweiz-Chef Stephan Vögeli. Jaguar geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Premium-Marke präsentiert ihre jüngsten Modelle in den ­Migros-Golfparks als offizieller Partner und organisiert ein zusätzliches Turnier unter dem Motto «Golf & Drive by Jaguar and Land Rover». «Dort können auch Nicht-Turnierspieler unsere Autos testen, und wir erreichen so ein deutlich jüngeres Publikum», begründet Vögeli die überraschende Zusammenarbeit.

Auf der diesjährigen neunten BILANZ-Liste der golfspielenden Manager sind Veränderungen in Richtung der Public Golfer allerdings erst zaghaft zu beobachten. Wer viel Geld für die Aufnahme in einen Prestigeclub investiert hat, wird ihm in der Regel sein Golferleben lang treu bleiben. So sind auch dieses Jahr die beiden Zürcher Edelclubs Schönenberg und Zumikon in der Liste klar am stärksten vertreten.

Kurt Egloff: Bester Neuzugang

An der Spitze des Rankings steht schon seit längerem Thomas Gottstein. Der CS-Direktor galt früher als einer der besten Golfjunioren Europas und spielt ein Handicap von null, also faktisch auf Profiniveau. Gegenüber dem Vorjahr hat er sich minim verschlechtert. Auch das Handicap des Zweitplatzierten, Alois Egger, ist um 0.2 höher als im Jahr zuvor. Benedikt Goldkamp, CEO von Phoenix Mecano, bleibt der beste Golfer unter den Chefs börsenkotierter Firmen. Der ehemalige deutsche Juniorennationalspieler hielt sein Handicap von 2.2 und verteidigt seinen Podiumsplatz. Unter den Top 5 der golfenden Manager konnte sich nur Sportvermarkter Dominik Senn verbessern, er überholte nun Benoît Dumont. Der VR-Präsident von J.P. Morgan Suisse spielt auch mit 60 Jahren immer noch mit Handicap 2.7.

Dieses Jahr gab es bei sogenannten Single-Handicappern (alle unter 10.0) keinen neuen Namen auf der Liste. Bester Neuzugang ist Kurt Egloff, Verkaufschef von BMW Schweiz, mit Handicap 10.3. Im Team von Golfstar Colin Montgomerie gewann Egloff im Herbst das Pro-­Am-Turnier in Crans-Montana. Neu auf der Liste figuriert auch Jean-Paul Diserens, Gründer und VR-Präsident der ­Assura (Handicap 14.9).

Handicap 33 für Vincenz.

Ein weiterer Einsteiger ist Pierin Vincenz. Der Raiffeisen-Chef spielt seit längerem im Appenzeller Club Gonten, spielt aber fast nie Turniere. Das erste Handicap erhielt er 2008 mit einer Extra Day Score Card. Seine Klassifizierung ändert meist nur bei vorgabewirksamen Privatrunden. Seit Ende 2010 spielt er konstant mit Handicap 33.0.

Interessant ist die Spezialauswertung im Hinblick darauf, wer 2011 sein Handicap am meisten verbessern konnte. Hier stehen die «Discount-Golfer» gleich doppelt an der Spitze: Die selbständige Treu­händerin Winnie Gachnang spielt mit der ASG GolfCard Migros und senkte ihr Handicap gleich um eindrückliche 3.5 Punkte auf 13.9. Dabei half ihr nicht ­unbedingt zusätzliches Training: «Es brachte mir viel, als Helferin ganz nah bei den besten Frauen am internationalen Turnier von Losone dabei zu sein. Da kann man fürs eigene Spiel profitieren.» Ebenfalls ein deutlich besseres Handicap als im Vorjahr weist Hans Nützi aus. Der Ex-CEO von Clariden Leu ist bei der ASGI registriert und hat «aus privaten Gründen» nicht viel spielen können. Bei der Bank betreut er noch diverse Mandate.

Nur «etwa zwei Mal» spielte im vergangenen Jahr Louis Balthasar. Den ­Präsidenten des Schweizerischen Golfverbands plagen starke Rückenprobleme. Sein Handicap wurde vom Handicap-­Komitee seines Clubs von 7.6 auf immer noch sehr gute 9.6 angepasst. Von 17.1 auf 19.1 ebenfalls deutlich nach oben ging das Handicap bei Hans-Dieter Cleven: Der frühere Finanzchef des deutschen Handelsriesen Metro ist in der Schweiz beim Golfclub Ennetsee (Mi­gros) gemeldet und besitzt gleichzeitig die Mehrheit an Deutschlands grösster Golfanlage in Bad Griesbach in Bayern.

Meistgelesen

Rating

Das 18.BILANZ-Hotel-Rating zeigt: Herbergen, die legeren Superluxus bieten und das regionale Lebensgefühl vermitteln, stehen hoch im Kurs - ebenso kleinere Häuser, die mit eigenem Konzept überraschen. Mehr...

VonClaus Schweitzer
Denner: Ausgewechselt
Unternehmen

Denner-Chef Mario Irminger räumt auf: Er hat in der ­Geschäftsleitung alle Mitglieder bis auf eines ausgewechselt. Die Eigentümerin Migros schaut genauer hin. Mehr...

VonUeli Kneubühler
Wie Ron Sommer wieder U-Bahn fahren lernte
Portrait

Ron Sommer war ganz oben und genoss Privilegien. Dann musste der Ex-Telekom-Chef gehen. Und mit seinem Rücktritt musste er erst einmal das Alltagsleben wieder lernen. Mehr...

VonLukas Rohner
Rating

Der Trend nach entspanntem Luxus setzt sich auch in der einheimischen Ferienhotellerie durch. Hotels, die zudem ihre Destination optimal erlebbar machen, sind auf der Gewinnerseite des BILANZ-Ratings. Mehr...

Asset Allocation

In der Schweiz ziehen Millionäre und Milliardäre es vor, den grössten Teil ihres Reichtums in Bargeld zu halten - und sind damit im internationalen Vergleich ein Sonderfall. Mehr...

VonPascal Meisser
Immobilienblase

Die Gefahr einer Immobilienblase wächst. Experten zufolge sind generell Warnungen angebracht. Neben Australien, Belgien und Kanada sind vor allem auch Norwegen und Schweden stark blasengefährdet. Mehr...

VonJürgen Büttner
Branson hält drei Arbeitstage für effizienter
Debatte

Multimilliardär Carlos Slim hat mit seinem radikalen Vorstoss einer Drei-Tage-Woche heisse Diskussionen entfacht. Doch offenbar steht er nicht allein. Auch Virgin-Chef Richard Branson ist begeistert. Mehr...

VonMathias Ohanian


Die aktuelle BILANZ

Aktuelle Ausgabe

Die besten Hotels in der Schweiz und weltweit 2014. Lesen

Hansjörg Wyss: Der Milliarden-Spender. Lesen

Wirte-Initiative: Kampf um Brotpreis. Lesen

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die BILANZ alle zwei Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis:

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Mobile lesen