Meistgelesen

André Maeder greift an - von Nord und Süd
Edelkaufhäuser

Der Schweizer André Maeder will mit seinen Edelkaufhäusern aus Deutschland und Italien angeblich per Übernahmen in den Schweizer Markt eindringen. Doch wen könnten die Deutsch-­Italiener angreifen? Mehr...

VonDirk Ruschmann
Frankenstärke: Diese Pfeile hat die SNB noch im Köcher
Massnahmen

Wegen der Griechen-Krise suchen Anleger Zuflucht im starken Franken. Doch mit einer zusätzlichen Erstarkung droht der Schweizer Wirtschaft neues Ungemach. Das SNB-Arsenal gegen den starken Franken. Mehr...

Ferienhaus mieten oder kaufen - das raten Experten
Tipps

Ob Toskana oder Südfrankreich - viele Schweizer träumen vom eigenen Ferienhaus. Der ausländische Immobilienmarkt lockt zugleich mit serbelnden Preisen, doch Experten warnen und geben Tipps. Mehr...

Franziska Gsell: Von Strümpfen zu Uhren
Wechsel

Nicht mehr CEO, aber mit mehr Munition ausgestattet: Anfang Jahr verliess CEO Franziska Gsell den Strumpfhersteller Fogal. Nun ist auch klar, wohin sie sich absetzte. Mehr...

VonDirk Ruschmann
Wie geht es mit Griechenlands Banken weiter?
Zukunft

Griechenlands Banken steht das Wasser bis zum Hals. Auch mit geschlossenen Filialen und strengen Kontrollen geht dem Bankensystem das Geld aus. Den Instituten droht die Pleite. Wie geht es weiter? Mehr...

Trützschler: Das Aus für 60 Mitarbeiter in Winterthur?
Jobs

60 Mitarbeiter beschäftigt der Textilmaschinenhersteller Trützschler in Winterthur. Nun steht die Schweizer Niederlassung offenbar kurz vor der Schliessung. Mehr...

VonChristian Bütikofer
Siegeraktien: Diese Titel steigen und steigen
Kursgewinne

Die Überflieger für Börsianer: Es gibt Aktien, die sind wahre Dauerläufer, denn sie ziehen über viele Jahre stetig nach oben. Dabei haben die Firmen neben den hohen Kursgewinnen noch etwas gemeinsam. Mehr...

VonGeorg Pröbstl

Anzeige

ETF-Börsenausblick: «Der Bankensektor könnte sich erholen»

Alex Hinder hat sich auf die Vermögensverwaltung mit ETFs spezialisiert. Er favorisiert nicht nur den Bankensektor, sondern auch US-Immobilien.

16.11.2012

BILANZ: Wie geht es weiter an den Aktienmärkten?

Alex Hinder: Ich gehe davon aus, dass sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen wird. Für Aktien spricht, dass die Geldpolitik wichtiger Notenbanken expansiv bleiben wird und das Zinsniveau damit mindestens noch zwölf ­Monate nahe bei null bleibt. In diesem Umfeld bieten Aktien im Vergleich zu Obligationen relativ hohe Renditen, bei meist noch ­moderaten Bewertungen.

Erwarten viele Investoren immer noch einen Eurokollaps und scheuen deshalb Aktien?

Ja, viele Anleger misstrauen den Märkten. Doch insgesamt ist das Finanzsystem deutlich ­stabiler ­geworden. Banken haben mehr ­Eigenkapital, und Risiken wurden zurückgefahren, zudem ist der ­europäische Rettungsschirm mit 500 Milliarden Euro robust alimentiert. Natürlich fehlen wegen der rigiden Sparmassnahmen noch Wachstumsimpulse, aber der eingeschlagene Weg dürfte, Strukturreformen vorausgesetzt, in die richtige Richtung führen.

Worin liegt das grösste Risiko für Ihr ­optimistisches Szenario?

Das grösste Problem für die Aktienmärkte liegt 2013 in den USA und der sogenannten «fiscal cliff» und eben nicht mehr in Europa. Der US-Kongress muss über die Verlängerung auslaufender Steuersenkungspakete und mögliche Ausgabenkürzungen befinden. Sollten sich die Befürworter einer rigiden Fiskalpolitik durchsetzen, könnte die daraus folgende massive Steuererhöhung das US-Wirtschaftswachstum praktisch auf null sinken lassen. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die Politiker der Gefahr bewusst sind und eine vernünftige Lösung erzielt wird.

Sie favorisieren also europäische Aktien gegenüber US-Papieren?

US-Aktien sind nach der vergleichsweise guten Performance der letzten drei Jahre etwas teurer bewertet als jene in Europa. Der Bewertungsabschlag zeigt sich etwa darin, dass die durchschnittliche Dividendenrendite in Europa etwa 4 Prozent beträgt und in den USA nur rund 2,5 Prozent. Sollte sich die Krise in Europa weiter ­beruhigen, hat der europäische Markt viel Aufholpotenzial.

Welche Sektoren favorisieren Sie?

Der Bankensektor könnte sich überdurchschnittlich erholen. Nehmen Sie etwa die UBS: Die Bank senkt ihre Kosten massiv und passt ihr Geschäftsmodell dem neuen Umfeld an – mehr Vermögensverwaltung und weniger Investment Banking. Das ist der einzig richtige Weg. Ein weiterer Favorit sind US-Immobilien: Der Markt hat Boden gefunden und zieht wieder an. Befeuert wird der Sektor von den tiefen Zinsen und der US-Notenbank, die derzeit jeden Monat rund 40 Milliarden Dollar in den Kauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren fliessen lässt. 

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

BILANZ: Wie geht es weiter an den Aktienmärkten?

Alex Hinder: Ich gehe davon aus, dass sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen wird. Für Aktien spricht, dass die Geldpolitik wichtiger Notenbanken expansiv bleiben wird und das Zinsniveau damit mindestens noch zwölf ­Monate nahe bei null bleibt. In diesem Umfeld bieten Aktien im Vergleich zu Obligationen relativ hohe Renditen, bei meist noch ­moderaten Bewertungen.

Erwarten viele Investoren immer noch einen Eurokollaps und scheuen deshalb Aktien?

Ja, viele Anleger misstrauen den Märkten. Doch insgesamt ist das Finanzsystem deutlich ­stabiler ­geworden. Banken haben mehr ­Eigenkapital, und Risiken wurden zurückgefahren, zudem ist der ­europäische Rettungsschirm mit 500 Milliarden Euro robust alimentiert. Natürlich fehlen wegen der rigiden Sparmassnahmen noch Wachstumsimpulse, aber der eingeschlagene Weg dürfte, Strukturreformen vorausgesetzt, in die richtige Richtung führen.

Worin liegt das grösste Risiko für Ihr ­optimistisches Szenario?

Das grösste Problem für die Aktienmärkte liegt 2013 in den USA und der sogenannten «fiscal cliff» und eben nicht mehr in Europa. Der US-Kongress muss über die Verlängerung auslaufender Steuersenkungspakete und mögliche Ausgabenkürzungen befinden. Sollten sich die Befürworter einer rigiden Fiskalpolitik durchsetzen, könnte die daraus folgende massive Steuererhöhung das US-Wirtschaftswachstum praktisch auf null sinken lassen. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die Politiker der Gefahr bewusst sind und eine vernünftige Lösung erzielt wird.

Sie favorisieren also europäische Aktien gegenüber US-Papieren?

US-Aktien sind nach der vergleichsweise guten Performance der letzten drei Jahre etwas teurer bewertet als jene in Europa. Der Bewertungsabschlag zeigt sich etwa darin, dass die durchschnittliche Dividendenrendite in Europa etwa 4 Prozent beträgt und in den USA nur rund 2,5 Prozent. Sollte sich die Krise in Europa weiter ­beruhigen, hat der europäische Markt viel Aufholpotenzial.

Welche Sektoren favorisieren Sie?

Der Bankensektor könnte sich überdurchschnittlich erholen. Nehmen Sie etwa die UBS: Die Bank senkt ihre Kosten massiv und passt ihr Geschäftsmodell dem neuen Umfeld an – mehr Vermögensverwaltung und weniger Investment Banking. Das ist der einzig richtige Weg. Ein weiterer Favorit sind US-Immobilien: Der Markt hat Boden gefunden und zieht wieder an. Befeuert wird der Sektor von den tiefen Zinsen und der US-Notenbank, die derzeit jeden Monat rund 40 Milliarden Dollar in den Kauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren fliessen lässt. 


Die aktuelle BILANZ

Schneider-Ammann baut Innovations-Förderung aus. Lesen

Frankenschock: Elend statt Jubeljahr im Güterverkehr. Lesen

Jürg Bucher: «Das ist der falsche Weg». Lesen

Historische Premiere für Mieter. Lesen

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.

Zum Inhaltsverzeichnis