Meistgelesen

«Die Salt-Kampagne ist hervorragend gemacht»
Interview

Aus Orange wird Salt: Der Anbieter hat seinen Namen geändert. Nun heisst es, den Namen innert kürzester Frist in den Köpfen der Leute zu verankern. Für die Werber eine gewaltige Herausforderung. Mehr...

Interview vonGabriel Knupfer
Villa von Ramazzotti und Hunziker zu verkaufen
Immobilie

Für Eros Ramazotti und Michelle Hunziker mag es die Ruhe vor dem Sturm gewesen sein. Für gestresste Grossstädter könnte es das Paradies werden: Ihre frühere Villa in der Provinz Como steht zum Verkauf Mehr...

Thomas Schmidheiny: Im Hintergrund
Machtnetz

Holcim-Hauptaktionär Thomas Schmidheiny will mit der Fusion von Lafarge und Holcim sein Erbe regeln. Was in Minne begann, könnte böse enden. Mehr...

VonUeli Kneubühler
Piech - Eine Ikone der Autoindustrie tritt beschädigt ab
Portrait

Über Jahrzehnte war Ferdinand Piech ein Siegertyp. Der 78-jährige Patriarch machte VW zum zweitgrössten Autobauer der Welt. Nun endet sein Lebenswerk bei Volkswagen mit einer bitteren Niederlage. Mehr...

Der einsame Weg des Yanis Varoufakis
Schuldenstreit

Die Minister halten sich die Ohren zu und rollen mit den Augen wenn er spricht: Griechenlands Finanzminister beschreitet einen einsamen Weg. In der Eurogruppe ist Yanis Varoufakis ein Aussenseiter. Mehr...

Der Club der Hedgefonds-Milliardäre
Vermögen

Aus vier mach sieben: Sieben britische Hedgefondsmanager sind jetzt mehr als 2,1 Milliarden Euro schwer. Das geht aus der jährlichen Rangliste der Zeitung Sunday Times hervor. Mehr...

Ferrari FF: Shopping mit der Schönen
Fahrtest

Ein Ferrari, sagen Ferraristi, ist wie eine schöne Frau. Dann ist ein Ferrari mit Gepackabteil wie eine schöne Frau mit Picknickkorb. Wir haben die Dame ausgeführt. Mehr...

VonDirk Ruschmann

Anzeige

ETF-Börsenausblick: «Der Bankensektor könnte sich erholen»

Alex Hinder hat sich auf die Vermögensverwaltung mit ETFs spezialisiert. Er favorisiert nicht nur den Bankensektor, sondern auch US-Immobilien.

16.11.2012

BILANZ: Wie geht es weiter an den Aktienmärkten?

Alex Hinder: Ich gehe davon aus, dass sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen wird. Für Aktien spricht, dass die Geldpolitik wichtiger Notenbanken expansiv bleiben wird und das Zinsniveau damit mindestens noch zwölf ­Monate nahe bei null bleibt. In diesem Umfeld bieten Aktien im Vergleich zu Obligationen relativ hohe Renditen, bei meist noch ­moderaten Bewertungen.

Erwarten viele Investoren immer noch einen Eurokollaps und scheuen deshalb Aktien?

Ja, viele Anleger misstrauen den Märkten. Doch insgesamt ist das Finanzsystem deutlich ­stabiler ­geworden. Banken haben mehr ­Eigenkapital, und Risiken wurden zurückgefahren, zudem ist der ­europäische Rettungsschirm mit 500 Milliarden Euro robust alimentiert. Natürlich fehlen wegen der rigiden Sparmassnahmen noch Wachstumsimpulse, aber der eingeschlagene Weg dürfte, Strukturreformen vorausgesetzt, in die richtige Richtung führen.

Worin liegt das grösste Risiko für Ihr ­optimistisches Szenario?

Das grösste Problem für die Aktienmärkte liegt 2013 in den USA und der sogenannten «fiscal cliff» und eben nicht mehr in Europa. Der US-Kongress muss über die Verlängerung auslaufender Steuersenkungspakete und mögliche Ausgabenkürzungen befinden. Sollten sich die Befürworter einer rigiden Fiskalpolitik durchsetzen, könnte die daraus folgende massive Steuererhöhung das US-Wirtschaftswachstum praktisch auf null sinken lassen. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die Politiker der Gefahr bewusst sind und eine vernünftige Lösung erzielt wird.

Sie favorisieren also europäische Aktien gegenüber US-Papieren?

US-Aktien sind nach der vergleichsweise guten Performance der letzten drei Jahre etwas teurer bewertet als jene in Europa. Der Bewertungsabschlag zeigt sich etwa darin, dass die durchschnittliche Dividendenrendite in Europa etwa 4 Prozent beträgt und in den USA nur rund 2,5 Prozent. Sollte sich die Krise in Europa weiter ­beruhigen, hat der europäische Markt viel Aufholpotenzial.

Welche Sektoren favorisieren Sie?

Der Bankensektor könnte sich überdurchschnittlich erholen. Nehmen Sie etwa die UBS: Die Bank senkt ihre Kosten massiv und passt ihr Geschäftsmodell dem neuen Umfeld an – mehr Vermögensverwaltung und weniger Investment Banking. Das ist der einzig richtige Weg. Ein weiterer Favorit sind US-Immobilien: Der Markt hat Boden gefunden und zieht wieder an. Befeuert wird der Sektor von den tiefen Zinsen und der US-Notenbank, die derzeit jeden Monat rund 40 Milliarden Dollar in den Kauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren fliessen lässt. 

Diskussion
- Kommentare
Mehr zum Thema

BILANZ: Wie geht es weiter an den Aktienmärkten?

Alex Hinder: Ich gehe davon aus, dass sich die Aufwärtsbewegung fortsetzen wird. Für Aktien spricht, dass die Geldpolitik wichtiger Notenbanken expansiv bleiben wird und das Zinsniveau damit mindestens noch zwölf ­Monate nahe bei null bleibt. In diesem Umfeld bieten Aktien im Vergleich zu Obligationen relativ hohe Renditen, bei meist noch ­moderaten Bewertungen.

Erwarten viele Investoren immer noch einen Eurokollaps und scheuen deshalb Aktien?

Ja, viele Anleger misstrauen den Märkten. Doch insgesamt ist das Finanzsystem deutlich ­stabiler ­geworden. Banken haben mehr ­Eigenkapital, und Risiken wurden zurückgefahren, zudem ist der ­europäische Rettungsschirm mit 500 Milliarden Euro robust alimentiert. Natürlich fehlen wegen der rigiden Sparmassnahmen noch Wachstumsimpulse, aber der eingeschlagene Weg dürfte, Strukturreformen vorausgesetzt, in die richtige Richtung führen.

Worin liegt das grösste Risiko für Ihr ­optimistisches Szenario?

Das grösste Problem für die Aktienmärkte liegt 2013 in den USA und der sogenannten «fiscal cliff» und eben nicht mehr in Europa. Der US-Kongress muss über die Verlängerung auslaufender Steuersenkungspakete und mögliche Ausgabenkürzungen befinden. Sollten sich die Befürworter einer rigiden Fiskalpolitik durchsetzen, könnte die daraus folgende massive Steuererhöhung das US-Wirtschaftswachstum praktisch auf null sinken lassen. Ich gehe jedoch davon aus, dass sich die Politiker der Gefahr bewusst sind und eine vernünftige Lösung erzielt wird.

Sie favorisieren also europäische Aktien gegenüber US-Papieren?

US-Aktien sind nach der vergleichsweise guten Performance der letzten drei Jahre etwas teurer bewertet als jene in Europa. Der Bewertungsabschlag zeigt sich etwa darin, dass die durchschnittliche Dividendenrendite in Europa etwa 4 Prozent beträgt und in den USA nur rund 2,5 Prozent. Sollte sich die Krise in Europa weiter ­beruhigen, hat der europäische Markt viel Aufholpotenzial.

Welche Sektoren favorisieren Sie?

Der Bankensektor könnte sich überdurchschnittlich erholen. Nehmen Sie etwa die UBS: Die Bank senkt ihre Kosten massiv und passt ihr Geschäftsmodell dem neuen Umfeld an – mehr Vermögensverwaltung und weniger Investment Banking. Das ist der einzig richtige Weg. Ein weiterer Favorit sind US-Immobilien: Der Markt hat Boden gefunden und zieht wieder an. Befeuert wird der Sektor von den tiefen Zinsen und der US-Notenbank, die derzeit jeden Monat rund 40 Milliarden Dollar in den Kauf von mit Hypotheken besicherten Wertpapieren fliessen lässt. 


Die aktuelle BILANZ

Das sind die wertvollsten Marken der Schweiz 2015. Lesen

«Wahljahr oder nicht – das darf keine Rolle spielen». Lesen

Dufry-Chef Julián Díaz will in den SMI. Lesen

Bata schliesst Flagshipstore an der Bahnhofstrasse. Lesen

Ex-UBS-Chefökonom ist mit neuer Firma operativ. Lesen

Listing-Gebühren entschädigen Retro-Ausfälle. Lesen

Das und vieles mehr finden Sie in der aktuellen BILANZ.

Zum Inhaltsverzeichnis

Abonnieren

Die BILANZ alle zwei Woche in Ihrem Briefkasten zum günstigen Abopreis:

Studenten-Abo

Dienste für Abonnenten:

Mobile lesen