Diese Karte, so zeigt das Straucheln im April, ist aber nahezu ausgereizt. Der iPhone-Markt im Westen und den USA ist weitgehend gesättigt, China als grösster Apple-Wachstumsmarkt problematisch, da politisch unzuverlässig. Vor allem aber befindet sich der Konzern in einem altbekannten Dilemma: Wieder einmal fehlt die zündende Idee,
welches Produkt der nächste Bestseller werden könnte. Kommt mit dem nachlassenden Interesse am iPhone also eine neue Eiszeit auf Apple zu?
Grossinvestor Carl Icahn jedenfalls hat die Reissleine gezogen und seine Anteile mit einem Gewinn für 2 Milliarden US-Dollar verkauft. Das bröckelnde Vertrauen der Anleger hat CEO Tim Cook zu einer Verteidigungsrede veranlasst: Die Reaktion der Wall Street sei überzogen, sagte er im US-Fernsehen und rief in Erinnerung, dass 10 Milliarden Dollar Quartalsgewinn nicht zu verachten seien. Die Anleger haben ihm anscheinend noch einmal ihr Vertrauen geschenkt: Am Tag nach der TV-Rede lag das Apple-Papier erstmals seit Ende April im Plus. Mittelfristig aber wird Tim Cook andere Antworten liefern müssen.