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Warum Italiens Banken in der Klemme stecken

Italiens Banken sitzen auf einem Berg von faulen Krediten. Doch das ist nicht das einzige Problem.

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UniCredit: Italiens Geldhรคuser ziehen alle Register um an frisches Kapital zu kommen.Keystone RMS

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Italiens Krisenbank Monte dei Paschi braucht dringend Geld und der heimische Branchenprimus UniCredit verkauft zudem Tafelsilber: Um an frisches Kapital zu kommen, ziehen die Geldhรคuser in der drittgrรถssten Volkswirtschaft der Euro-Zone alle Register. Wie kommt es, dass sie in der Klemme stecken?

Faule Kredite und faules Wachstum

Italiens Wirtschaft gilt als chronisch wachstumsschwach und dรผmpelt nach einer schweren Rezession weiter vor sich hin. Als Folge der Krise haben die Banken unter den Augen der Aufseher einen Berg an Problem-Darlehen in Hรถhe von 356 Milliarden Euro angehรคuft. Viele dieser Kredite wurden an Firmen vergeben. Der Prรคsident des Mannheimer ZEW-Instituts, Achim Wambach, hรคlt die angespannte Lage der Finanzbranche fรผr gefรคhrlich und spricht von ยซdurchaus beachtlichen wirtschaftlichen Risikenยป.

Hoher Kapitalbedarf

Die schwere Last durch die vielen faulen Kredite sorgt dafรผr, dass die ohnehin zumeist wenig rentabel arbeitenden Geldhรคuser mehr Kapital als Puffer vorhalten mรผssen. Die Institute in Italien brauchen in den kommenden Monaten Schรคtzungen zufolge zwischen 20 und 40 Milliarden Euro an Kapital, um die Bilanz zu bereinigen und den Abbau fauler Kredite zu finanzieren. Ihr Filialnetz ist im europรคischen Vergleich รผberaus eng geknรผpft, was zusรคtzliche Kosten verursacht. UniCredit setzt nun die Axt auch beim Personal an.

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Politische Unsicherheit

Regierungschef Matteo Renzi hat nach seiner klaren Niederlage beim Verfassungsreferendum das Handtuch geworfen. Obwohl mit Paolo Gentiloni rasch ein reformorientierter Nachfolger gefunden wurde, gibt es weiter die Furcht, dass bei Neuwahlen europa-skeptische Populisten Oberwasser erhalten kรถnnten. In diesem Klima der Unsicherheit ist es fรผr die Banken schwierig, das Vertrauen der Investoren fรผr Kapitalerhรถhungen zu finden. Insbesondere die angeschlagene Monte dei Paschi di Siena (MPS) bekommt die Zurรผckhaltung zu spรผren.

EZB macht Druck

Die MPS muss bis zum Jahresende fรผnf Milliarden Euro bei Anlegern einsammeln. Experten sind aber skeptisch, dass dies gelingt. Eine Fristverlรคngerung lehnen die Frankfurter Bankenaufseher von der EZB ab. Zudem muss die Bank aus der Toskana ihre faulen Kredite bis 2018 um 40 Prozent auf 14,6 Milliarden Euro abbauen.

UniCredit will die dรผnne Kapitaldecke mit 13 Milliarden Euro aufpolstern, doch nicht sofort: Das Manรถver soll bis Juni 2017 umgesetzt sein. Just fรผr jenen Monat erwartet Renzi Neuwahlen. Zuvor will die Mutter der Mรผnchner HypoVereinsbank noch mit ihrer Fondssparte Pioneer Kasse machen: Der 3,5 Milliarden Euro schwere Verkauf an die franzรถsische Amundi soll in der ersten Jahreshรคlfte 2017 รผber die Bรผhne gehen.

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Staat kann nicht ohne weiteres Retter spielen

Italiens Bankenrettungsfonds Atlante ist im April ins Leben gerufen worden, um den Kriseninstituten des Landes zu helfen. Die Mehrheit halten private Investoren. Mit ihrer Hilfe gelang es, die in Schieflage geratene Banca Popolare di Vicenza aufzufangen. Der Fonds ist allerdings noch im Aufbau. Wenn eine Bank wie etwa MPS rasch Geld benรถtigen sollte, dรผrfte wieder der Ruf nach dem Staat als Retter laut werden. Doch anders als nach der weltweiten Finanzkrise 2008 verfรผgt Europa inzwischen รผber ein Regelwerk im Umgang mit maroden Banken. Eigentรผmer und Glรคubiger sollen fรผr Verluste bluten und nicht mehr primรคr die Steuerzahler. Bei MPS wรคren davon auch Zehntausende Kleinanleger betroffen - ein Politikum.
(reuters/ccr)

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