Der Konflikt um den Bauchemie- und Klebestoffhersteller Sika geht in eine weitere Runde: Die Gründerfamilie will drei der neun Verwaltungsratsmitglieder an einer ausserordentlichen Generalversammlung abwählen lassen. Ein Teil des Verwaltungsrats hatte die Übernahme durch Saint-Gobain abgelehnt.
Die Schenker Winkler Holding, über welche die Gründerfamilie Burkard die Kontrolle über Sika ausübt, verlangt die Versammlung, wie Sika am Mittwochmorgen mitteilte. Sie beantragt dabei die Abwahl von Verwaltungsratspräsident Paul Hälg sowie der Mitglieder Monika Ribar und Daniel Sauter. Für sie sollen Chris Tanner und Max Roesle gewählt werden. Roesle soll das Präsidium von Hälg übernehmen.
Umstrittene Übernahme
Das aktuelle Verwaltungsratsmitglied Willi Leimer, der gleichzeitig der Schenker Winkler Holding vorsteht, soll in den Nominierungs- und Vergütungsausschuss gewählt werden.
Der Verwaltungsrat werde Antrag und Begehren prüfen und zu gegebener Zeit dazu Stellung nehmen, heisst es weiter im Communiqué. Da die Holding mehr als zehn Prozent der Aktien hält, kann sie die Einberufung einer Generalversammlung verlangen.
Designierter Präsident ist Zürcher Wirtschaftsanwalt
Die der Schenker Winkler Holding nicht mehr genehmen Paul Hälg, Monika Ribar und Daniel Sauter sind bekannte Manager: Hälg führt seit 2004 den Urner Industriekonzern Dätwyler, Ribar war während langer Zeit Chefin des Basler Logistikkonzerns Panalpina. Sauter ist Präsident der Bank Julius Bär und war Chef des Zuger Rohstoffkonzerns Xstrata.
Der von der Burkard-Familie als künftiger Sika-Präsident vorgeschlagene Max Roesle ist ein Zürcher Wirtschaftsanwalt. Chris Tanner ist Finanzchef des an der Schweizer Börse kotierten Pharma-Unternehmens Cosmo.